'._('einklappen').'
 

Köfelsit

Weitere Funktionen

Bilder (1 Bilder gesamt)

Köfelsit (Friktionit)
Aufrufe (Bild: 1373980417): 1448
Köfelsit (Friktionit)

Köfels, Ötztal, Imst, Tirol, Österreich. B:26cm.

Sammlung: Zeughaus Innsbruck
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-07-16
Fundstelle: Köfels / Ötztal / Imst, Bezirk / Tirol / Österreich

Zusatzangaben / Zusammenfassung

Köfelsit ist ein im Aussehen und Beschaffenheit dem Bimsstein sehr ähnliches Gestein, welches im Ötztal gefunden wurde. Lange Zeit wurde Köfelsit als das Produkt eines Meteoriten-Impaktes gehalten. Nach neueren Forschungen handelt es sich beim 'Köfelsit' um ein Produkt eines gewaltigen Bergsturzes, dessen Reibung Gestein aufschmelzen ließ. Köfelsit ist damit kein Impaktit, sondern ein Friktionit.

Köfelsit bezeichnet eine durch einen Bergsturz hervorgerufene, dem Bimsstein ähnliche Gesteinsverglasung. Köfelsit besteht überwiegend aus Siliciumdioxid und ist petrographisch als Friktionit anzusprechen. Namengebend ist die Ortschaft Köfels in der Gemeinde Umhausen, 10 km südlich von Ötz im Ötztal (Tirol/Österreich). Köfelsit

Köfelsit wurde von Einheimischen seit Jahrhunderten als Reinigungs- und Schmirgelmaterial verwendet. Um 1860 begann die wissenschaftliche Bearbeitung, als die Sonderstellung des Gesteins erkannt wurde. Köfelsit ähnelt chemisch dem am Fundort verbreiteten Augengneis, was darauf hindeutet, dass er aus ihm hervorgegangen ist. Die Tatsache, dass Köfelsit in kleinen Ganglagern innerhalb einer sehr ausgedehnten und mächtigen Geröllhalde vorkommt, belegt einen kausalen Zusammenhang mit dem Köfelser Bergsturz vor rund 9000 Jahren.

Diese Zeitangabe und Entstehungsgeschichte des Köfelsits ist aber nicht unumstritten: Nach der einen Hypothese der beiden Ingenieure Alan Bond und Mark Hempsell könnte der Erdrutsch durch einen noch in der Luft weitgehend zerborstenen Meteoriten, dem Köfels-Einschlag in den Ötztaler Alpen – ähnlich dem mutmaßlichen Meteorit beim Tunguska-Ereignis – verursacht worden sein. Das nachfolgende Material des Auswurfs trat in die höheren atmosphärischen Schichten ein und soll rund um die Mittelmeerregion, inklusive der Sahara-Region niedergegangen, zu einer weitreichenden Zerstörung geführt haben. Auf einer sumerischen Tonscheibe mit astronomischen Aufzeichnungen wurde die Flugbahn eines hellen, schnell fliegenden Objektes beschrieben. Von dieser Aufzeichnung ausgehend, wird von Alan Bond und Mark Hempsell ein Asteroideneinschlag am 29. Juni 3123 v. Chr. in den Alpen als Ursache vermutet.

Eine andere Hypothese wird von Alexander Tollmann vertreten, sie setzten das Ereignis zeitlich früher um 10. 000 Jahre v. Chr. an. Mit seiner Frau, der Geologin und Paläontologin Edith Kristan-Tollmann, vertraten sie die Hypothese, dass die Genesis und die Johannes-Apokalypse den Streu-Impakt von sieben Fragmenten eines Meteors vor etwa zehntausend Jahren sowie den Zustand danach beschreiben. Die Cheops-Pyramide wird als „Biberburg“ erklärt, die der nächsten Sintflut standhalten sollte.

Nachdem lange Zeit bezweifelt wurde, dass bei einem Bergsturz genügend kinetische Energie für eine Silikatschmelze freigesetzt würde und vulkanische Tätigkeit oder ein Meteoriteneinschlag als Primärereignis angenommen wurde, deuten neuere Berechnungen darauf hin, dass Bergstürze als Auslöser für derartige Verglasungen ausreichen. Die während des Köfelser Bergsturzes freigesetzte äquivalente Energie wird auf 4,5 Megatonnen TNT, die Temperatur auf den Gesteinsreibungsflächen auf 1700 °C geschätzt.

Großflächige, nicht durch einen Impakt erklärbare Verglasungen auf Gesteinsreibungsflächen sind nun auch in Zusammenhang mit dem Tsergo Ri-Bergsturz (Nepal) beschrieben worden.

Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Metamorphe Gesteine und Metasedimente  ⇒ Kontaktmetamorphe Gesteine

Andere Sprachen

Deutsch

Köfelsit

Englisch

köfelsite

(Co-)Typlokalität

(Co-)Typlokalität

Österreich/Tirol/Imst, Bezirk/Ötztal/Köfels

Referenzen, Verweise und Literatur

Quellangaben

  • Bond, A., Hempsell, M., 2008; A Sumerian Observation of the Köfel's Impact Event; ISBN 978-1-904623-64-9
  • Erismann, T., Heuberger, H., Preuss, E., 1977; Der Bimsstein von Köfels (Tirol), ein Bergsturz-“Friktionit”. In: Mineralogy and Petrology. Bd. 24, Nr. 1–2, Springer, Wien März 1977, ISSN 0930-0708, S. 67–119,
  • Tollmann, A., Tollmann, E., 1993; Und die Sintflut gab es doch. Vom Mythos zur historischen Wahrheit. Droemer Knaur, München ISBN 3-426-26660-1.
  • Simon, S., 1974; Bimsstein zwischen Gneistrümmern im Ötztal. In: Der Aufschluß. 24. Sonderschrift.
  • Deiters, S., 2008; Sodom, Gomorrha und die alte Keilschrift. astronews.com

Weblinks

Gesteinszuordnungen (0)