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Stubensandstein

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Gruppierung

Zugehörig zu

Gesteine  ⇒ Sedimentäre Gesteine und Sedimente  ⇒ Klastische Sedimente  ⇒ Psammit  ⇒ Sandstein  ⇒ Löwenstein-Formation

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Deutsch

Stubensandstein

Ausführliche Beschreibung

Stubensandstein ist ein Sediment. Es stammt aus der Keuperzeit (210 bis 200 Mio. Jahre). Es ist eine Mischung aus Sand, Dreck und Geröll ist relativ unsortiert und grob, zusammengehalten durch toniges Material. Er ist weich und bröckelig, was sich mit eigener Hand fühlen läßt: An manchen Sandstein-Mauern bröselt der angelöste Sand ab, wenn man mit der Hand darüber fährt. Früher holten sich die Leute den Sand, der sich am Fuß von bröckeligen Felswänden ansammelte, um damit die Stube auszufegen. Daher kommt der Name.

Im Schönbuch bei Tübingen ist er in signifikanter Weise vorhanden. So besteht der Boden des Waldes fast überall aus diesem abgeriebenen Sandstein. Das helle und warm wirkende Gestein wurde früher gern als Baumaterial für gotische Kirchen und andere Gebäude verwendet. Der Steinmetz schätzte den gut zu bearbeitenden Stubensandstein. Stubensandstein aus dem Schönbuchgebiet hat allerdings den Nachteil, dass er nicht sonderlich witterungsbeständig ist. So muss der am Kölner Dom verbaute Sandstein größtenteils ersetzt werden. An vielen bekannten Bauwerken wurde der Schönbucher Stubensandstein verarbeitet: beispielsweise das Kloster Bebenhausen, die Neckarbrücke in Tübingen, die Esslinger Frauenkirche, die Reutlinger Marienkirche und auch das Ulmer Münster. Auch für das Münchner Rathaus und das Schloss Neuschwanstein wurde Stubensandstein aus dem Schönbuch verbaut.

Die Stadt Löwenstein ist Namensgeberin der geologischen Löwenstein-Formation, die unter ihrem ursprünglichen Namen Stubensandstein bekannt ist.

Die Sandsteine der Löwenstein-Formation enthalten Pflanzenreste, Fossilien von Landwirbeltieren und Fischen sowie Süßwassermuscheln (Unioniden). Auf den Schichtflächen wurden Fährten und andere Ichnotaxa gefunden. In den Dolomitbänken kam eine individuenreiche Muschel-, Schnecken- und Muschelkrebs-Fauna zum Vorschein. Ein bekanntes Fossil ist die etwa 1m lange „Urschildkröte“ Proganochelys quenstedti (Baur, 1887) aus dem Oberen Stubensandstein.

Referenzen, Verweise und Literatur

Literatur:

  • Eisenhut, Eugen (1958). Stubensandstein und Obere Bunte Mergel in Nordostwürttemberg. Jahresb. Mitt. Oberrh. Geol. Vereins, Bd. 40, S.145 - 69.

Weblinks:

Quellangaben

Gesteinszuordnungen (0)