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Roemer, Carl Ferdinand von

Prof. Carl Ferdinand von Roemer (* 5. Januar 1818 Hildesheim; † 14. Dezember 1891 Breslau) war ein deutscher Geologe, Paläontologe und Mineraloge.

Der bekannte Geologe Friedrich Adolph Roemer war sein Bruder.

Die Familientradition bestimmte ihn zu einem Jura-Studium von 1836–1839 an der Universität Göttingen, um die Beamtenlaufbahn einzuschlagen. Er wurde aus politischen Gründen in Göttingen nicht zum Richterexamen zugelassen und daher studierte er anschließend noch Zoologie, Anatomie, Physiologie, Anthropologie, Chemie und Physik, aber auch Mineralogie, Kristallographie, Geognosie, Geologie und Paläontologie in Berlin, wo er 1842 in Paläontologie bei Leopold Ranke über die Muschelgattung Astarte zum Dr. phil. promovierte.

Bei der obersten preußischen Bergbehörde begann er am 1. August 1842 mit der stratigraphischen Untersuchung des Rheinischen Schiefergebirges mittels Fossilien (Biostratigraphie). 1844 erschien als Ergebnis dieser Untersuchungen "Das Rheinische Übergangsgebirge". Die herausragende Bedeutung dieses Werks liegt in der Erkenntnis, dass die sogenannte ältere Grauwacke nicht dem Silurischen System zuzuordnen ist. Er erkannte stattdessen die Stellung dieser Gesteine als untere Gruppe des Devonischen Systems, also als tiefen Teil des von Murchison und Sedgewick selbst ausgegliederten Devon. Wir sagen für dise Einheit „Unterdevon“.

Er war reiselustig und reiste 1845 über New York nach Texas, wo er 1845 bis 1847 zwischen Galveston (Texas) und Houston die Fauna und Flora sowie den geologischen Bestand des Landes studierte.

Anschließend war Roemer von 1848 bis 1855 Privatdozent an der Universität Bonn. Dort schrieb er unter anderem sein Standardwerk "Texas (1849)" und das Buch "Die Kreidebildungen von Texas und ihre organischen Einschlüsse" (1852). Während dieser Zeit betrieb er in ganz Europa seine geologischen Studien, so in England, Italien, Spanien, Frankreich, Irland, Norwegen, Schweden, Russland sowie in der Schweiz und der Türkei.

Ab Ostern 1855 war er o. Professor für Geologie, Paläontologie und Mineralogie an der Universität Breslau und Direktor des „Mineralogischen Kabinetts“, in dem er seine eigene mineralogische Sammlung präsentierte. Hier setzte er seine Tätigkeit als Autor fort und veröffentlichte 1860 "Die Silurische Fauna des westlichen Tennessee". 1864/65 war er Rektor der Universität Breslau.

Roemer half Heinrich Georg Bronn bei der 3. Ausgabe seiner Lethaea geognostica (1851–1856) und arbeitete an der erweiterten Ausgabe der Lethaea palaeozoica (1876–1883). Im Jahr 1862 wurde er beauftragt, den geologischen Atlas von Oberschlesien zu überarbeiten, wobei er die Ergebnisse seiner Untersuchungen anschließend im Jahr 1870 in seinem dreibändigen Werk "Geologie von Oberschlesien" publizierte.


Literatur:

  • Das Rheinische Uebergangsgebirge. Eine palaeontologisch-geognostische Darstellung. Hannover 1844.
  • Weitere Nachrichten von Vorkommen der Posidonomya Becheri und anderen für die Culmformation bezeichnenden Fossilien in den Sudeten und in Mähren, nach den Beobachtungen des Herrn H. Wolf, 1860.
  • Über die Auffindung devonischer Versteinerungen auf dem Ostabhange des Altvatergebirges, 1865.
  • Geologie von Oberschlesien, 1870.
  • W. Langer: Der Paläontologe und Geologe Carl Ferdinand Roemer. Natur und Museum, Bd.121, Frankfurt am Main 1991, Heft 12, S.381–86.

Weblinks:

Ehrungen:

  • Mitglied der Royal Society (1859)
  • Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften (1869).
  • Geheimer Bergrat (1870).
  • Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften (1874).
  • Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (1885).
  • Murchison-Medaille der Geological Society of London (1885).

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