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Salzsäure (Chlorwasserstoffsäure)

Allgemeines

Salzsäure ist eine Lösung von Chlorwasserstoff-Gas in Wasser. Bei 0 °C lösen sich in einem Liter Wasser 525 Liter Chlorwasserstoff. Bei Raumtemperatur ist eine Salsäure mit 40 % gesättigt.

Salzsäure ist eine sehr starke Säure. In Wasser erfolgt eine vollständige Dissoziation:

HCl + H2O VIEW.php?param=1188164992.max Cl- + H3O+ pKS = - 6

Die Salze der Salsäure werden als Chloride bezeichnet.


Herstellung und Eigenschaften

Salzsäure fällt in sehr großen Mengen als Nebenprodukt bei verschiedenen chemischen Prozessen an. So fällt beispielsweise Chlorwasserstoff als Nebenprodukt bei der Chlorierung organischer Verbindungen an.

Die Herstellung von HCl aus NaCl und Schwefelsäure ist wirtschaftlich nicht rentabel. Auch die Synthese aus den Elementen Wasserstoff und Chlor ist unwirtschaftlich (spielt nur für die Synthese von hochreiner HCl eine Rolle).

Konzentrierte Salsäure ist eine farblose Lösung mit sehr stechendem Geruch. Reine Salzsäure ist vollkommen flüchtig. Sie verdampft beim Erhitzen vollständig ohne Rückstände. Eine Destillation liefert ein azeotropes Gemisch, das bei 110 °C mit einer Gehalt von ca. 20 % bei Normaldruck siedet. Konzentrierte Salsäure wird auch als rauchende Salzsäure bezeichnet.

Im Magen des Menschen befindet sich eine stark verdünnte Salzsäurelösung (0,1 – 0,5 %). Eingeatmete Salzsäuredämpfe können eine Lungenentzündung hervorrufen. Daher ist beim Arbeiten mit konzentrierter Salzsäure immer auf gute Durchlüftung zu achten.


Verwendung

In der Industrie spielt Salzsäure als starke anorganische Säure eine vielfältige Rolle. Als Anwendungsgebiete zu nennen sind neben dem Aufschluss von Erzen, Säurebehandlung von Erdöl- und Erdgasquellen, Metallverarbeitung durch Beizen, in der Galvanik auch die Bildung löslicher Salze in der Farbstoffindustrie (Alkaloide, Anilin) zu nennen.


Quellangaben

  • Verfasser: Hg
  • Quelle: Römpp-Chemielexikon

Einordnung