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Klaus-Dieter Bausch

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Geboren 1946 in Castrop Rauxel, verheiratet, eine Tochter. Wohnhaft in Mülheim an der Ruhr. Beruf: EDV-Spezialist, Unternehmensberater.

Tja, wie kam der Junge zum Sammeln? Ehrlich gesagt, so genau kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich denke, es waren verschiedene parallele Faktoren, die zur gleichen Zeit zum Tragen kamen, als da sind: Lesen des Buches "Die Micromounter" von A. Kipfer, Besuch einiger Mineralienbörsen in Duisburg und Oberhausen und erste neugierige Untersuchungen des Kieselgerölls vor unserer damaligen Haustür sowie an einer Tiefbaustelle in der Nähe von Velbert (mit den allerersten mickrigen und kümmerlichen Quarzen, aber immerhin!). Das alles natürlich nur mit einer Lupe.

1976 hatte ich geheiratet. Das Sammeln fing etwa Anfang der 80-er Jahre an. Es dauerte ca. 2 1/2Jahre, bis ich mir die Summe für ein Stereo-Mikroskop zusammengespart hatte. Allerdings war es auf den damaligen Börsen auch noch durchaus möglich, eine wirklich gute MM-Stufe zum Preis von damals 0,20DM zu erwerben. Einige Zeit später langte es dann auch noch für eine dreiarmige Glasfiber-Kaltlichtleuchte von Schott.

Der Bestand baute sich hauptsächlich durch käuflichen Erwerb von MM, Tausch mit anderen Sammlern (national und international) und eigenen Exkursionen in weitaus geringerem Umfang auf. Dies war einerseits bedingt durch beruflich veranlaßten Zeitmangel bei mir, andererseits aber auch wegen der aus meiner damaligen Sicht beschränkten Zugangsmöglichkeit zu Halden. Außer ein paar Kohle-Abraumhalden hier im Ruhrrevier und einigen Urlauben im Schwarzwald, in denen ich den Kaiserstuhl und natürlich die Grube Clara besuchte, kam es nie zu Exkursionen. Trotzdem war die Faszination jedes Mal groß. Selbst wenn nichts gefunden wurde: Die Stunden an einem frühen Sonntagmorgen, allein auf einer Halde, ließen bei mir stets ein unbeschreibliches Glücksgefühl aufkommen.

Die zweite, höchst ergiebige Möglichkeit ist der Tausch mit anderen Sammlern. Heute (2005) bietet das Internet eine solche Fülle von Kontaktmöglichkeiten an, daß es schon als paradiesisch bezeichnet werden kann. Das war in den Jahren um 1983 bei weitem nicht so. Wenn ich mich recht erinnere, gab es ein "International Board of Micromounters", ein gedrucktes Mitglieder-Verzeichnis, das man käuflich erwerben mußte. Im Laufe der Zeit haben sich hervorragende Tauschfreundschaften entwickelt, die meist über viele Jahre hielten. Mein ältester Tauschfreund ist aus Sun City, Arizona. Er ist gerade 90 Jahre alt geworden, und leider lassen ein paar Schlaganfälle es nicht mehr zu, daß er sich mit seinem ach, so geliebten Hobby beschäftigen kann. Beide hatten wir immer einen sehr hohen Qualitätsanspruch. Ich habe nie nach der Regel "eins zu eins" getauscht, mein Freund genausowenig, und gerade darum stellten wir immer wieder fest: Je mehr man weggibt, desto reicher wird man.

Ein paar Worte zu Börsen: In den 80-er Jahren des letzten Jahrhunderts traf man noch häufig auf Börsen echte Sammler an, die ihre Tauschstücke zu ehrlichen Sammlerpreisen verkauften. Heute (mein wahrscheinlich endgültig letzter Besuch einer Börse war 2003) sind die Börsen zum großen Teil in der Hand von reinen Geschäftemachern, die häufig zu absolut überhöhten Preisen anbieten. Oder es gibt Massenplunder und Kitsch. Von einigen wenigen guten Börsen abgesehen, kann ich heute niemandem mehr das Aufsuchen einer Börse empfehlen. M.E. hat sich der Kauf oder Tausch zwischen echten Sammlern inzwischen auf das Internet verlagert.

Was mich am Sammeln fasziniert, ist der Aspekt der ästhetischen Schönheit der Stufen. Während der ersten Jahre sammelte ich alles Schöne, was mir in die Hände fiel. 1985 entschied ich mich dann, eine Sammlungskonzentration auf folgende Mineralarten zun praktizieren: Gold, Silber, Kupfer, Cuprit, Proustit, Dioptas, Pyrargyrit, Bournonit, Azurit und Chalkotrichit als Varietät des Cuprits.

Das Motto "Klein aber fein" lag mir immer näher als große Formate. Eine neue, noch unbekannte Stufe unter dem Mikroskop zu betrachten, ist, wie in eine unbekannte Landschaft einzutreten und diese zu durchwandern. Dabei habe ich auf das Montieren meiner Stufen nie wirklich Wert gelegt. Mir reichte immer die übliche Befestigung mittels Kitt in der Dose.

Ende der 80-er Jahre hatte ich mit meinem Cousin (einem begeisterten Hobby-Fotografen) zusammen versucht, ein paar meiner MM-Stufen durch das Mikroskop zu fotografieren. Das war aufwändig und teuer (Zusatzgeräte). Die erzielten Resultate waren zwar nicht schlecht, erfüllten aber in keiner Weise die hohen Anforderungen, die wir zuvor aufgebaut hatten.

In den 90-er Jahren ruhte mein Hobby MM zum größten Teil, weil sich andere Interessen davorgeschoben hatten (eine Reise durch Kanada mit dem Camp-Mobil, Modellbau Hubschrauber, Pilotenschein für Ultraleichtflugzeuge, eine weitere Reise mit dem Camp-Mobil - dieses Mal durch Neuseeland).

2003 traf ich nach vielen Jahren meinen Hobby-Fotografen-Cousin wieder, der einige exzellente Aufnahmen und nützliche Tips ins Internet gestellt hatte. Es dauerte nicht lange, bis ich mir eine Nikon Coolpix 4500 und einen Ibendorf-Okularadapter zugelegt hatte und munter anfing, Teile meiner Schönheiten zu fotografieren.

Abschließend möchte ich zum Ausdruck bringen, daß ich den Münchener Mineralienfreunden e.V. und hier besonders Manfred Seitz und seiner MM-Gruppe dankbar bin für die Schaffung der Lithothek. Hier weiß ich Teile meiner Sammlung, die in die Lithothek aufgenommen wurden, für die Nachwelt erhalten. Es bedeutet mir persönlich so etwas wie die Bewahrung eines gewissen Kulturgutes in unserer so schnelllebigen Zeit. Zudem habe ich die Gewißheit, daß die eine oder andere Stufe - aus welchem Grund auch immer - Anerkennung von wirklich interessierten Leuten findet. In irgendeinem Museum mit anderen Schwerpunkten, in dem Mineralien nur eine beiläufige Rolle spielen, wäre das mit Sicherheit nicht gegeben. Ich bin mir sicher, daß bei der sprichwörtlichen deutschen Gründlichkeit die Lithothek der Münchener Mineralienfreunde in ein paar Jahren eine allererste Referenzadresse für alle Mikromounter weltweit darstellen wird.

Klaus-Dieter Bausch 2005

Nachtrag

Unsere Gruppe hatte keinen direkten Kontakt zu Klaus-Dieter Bausch. Er hatte über unsere Vereins-Homepage von der Lithothek erfahren und sich spontan für eine Beteiligung an diesem Vorhaben entschieden. Ich habe ihn als Gruppenleiter der Micromounter nur einmal persönlich kennen gelernt. Das war, als er im Jahr 2005 auf eigene Kosten nach München flog, um uns einen ersten Teil seiner Sammlungsstücke samt den dazugehörigen Photos zu schenken. Die "Chemie" stimmte vom ersten Augenblick an.

Zu weiteren persönlichen Begegnungen ist es nicht gekommen. Wir blieben aber in ständigem schriftlichem und telephonischem Kontakt. Weitere Sammlungsstücke wollte er uns erst übergeben, nachdem er die Stufen photographiert hatte. Dazu ist er aber wegen anderer Aktivitäten nicht gekommen. Gegen Ende des Jahres 2006 erfuhr er eher nebenbei, daß er an Krebs erkrankt war.

Klaus-Dieter nannte sich selbst einen "Ordnungs-Wahnsinnigen". Er benutzte das Jahr 2007, um seine Angelegenheiten zu ordnen. In diesem Rahmen erhielten wir Mitte des Jahres ein großes Paket mit dem Rest seiner Sammlung. Am 23.12.2007 erhielt ich einen Anruf von ihm. Er verabschiedete sich, bereits in einem Hospiz liegend. Dieser Anruf kostete ihn sehr viel Kraft. Am 26.12.2007 verstarb er.

Wir werden ihn nicht vergessen. Manfred Seitz

Pyrargyrit
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Pyrargyrit (SNr: A005228)

Rote prismatische Kristalle. Fundort: Nabob Mine, Downieville-Lawson-Dumon, Clear Creek Co., Colorado, USA.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Klaus-Dieter Bausch
Beitrag: Münchener Micromounter 2010-08-14
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Epidot
Aufrufe (Bild: 1281801588): 746
Epidot (SNr: A005174)

Grüne prismatische Kristalle, Fundort: Keweenaw Peninsula, Michigan, USA

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Klaus-Dieter Bausch
Beitrag: Münchener Micromounter 2010-08-14
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Kupfer
Aufrufe (Bild: 1280607271): 414
Kupfer (SNr: B00356)

Blechartige Kristalle. Fundort: Adventure Mine, Greenland, Ontonagon Co., Michigan, USA

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Klaus-Dieter Bausch
Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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Autunit
Aufrufe (Bild: 1280606364): 1073
Autunit (SNr: B000353)

Hellgrüne dünntafelige Kristalle. Fundort: Huis Jacques, Morvan Granitmassiv, Saône-et-Loire, Burgund, Frankreich.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Klaus-Dieter Bausch
Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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Calcit
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Calcit (SNr: B000352)

Farblose rhomboederförmige Kristalle. Fundort: Chihuahua, Mexiko.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Klaus-Dieter Bausch
Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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Spessartin
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Spessartin (SNr: B000347)

Rote Kristall. Fundort: Ruby Mountain, Elko, Elko Co., Nevada, USA.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
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Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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Gips
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Gips (SNr: B000346)

Farblose stängelige Kristall. Fundort: Swan Hill, Victoria, Australien.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
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Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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Vanadinit
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Vanadinit (SNr: B000342)

Dunkelroter prismatischer Kristall. Fundort: Mapimí, Durango, Mexiko.

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Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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Lazulith
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Lazulith (SNr: B000341)

Blockig blaue Kristalle, BB = 6mm . Fundort: Richardson Mountains, Yukon-Territorium, Kanada.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
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Beitrag: Münchener Micromounter 2010-07-31
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