'._('einklappen').'
 

Equipment Fotografie von Thomas Thieme

Low-Budget-Makro-Tuning für Nikon Coolpix / 900er-Serie

für Bastler mit und ohne MBS 10 Mikroskop

Die Kamera: Ich verfüge über eine Nikon coolpix 995 Digitalkamera. Sie hat ein innenliegendes Objektiv und besitzt von Hause aus schon respektable Makroeigenschaften. Auf das 28 mm Innengewinde lassen sich für viel Geld diverse Zusatzobjektive von Nikon und anderen Firmen aufschrauben, um die Makroeigenschaften zu verbessern.Wer das nicht hat sollte ein wenig handwerklich geschickt sein und kreativ.

Folgend möchte ich hier meine Eigenbaulösungen vorstellen mit entsprechenden Beispielfotos. Als Werkzeug benötigt man lediglich: Eisensäge, Feile, diverses Schleifpapier, 2 Komponentenkleber, oder Patex und Textilklebeband.

Alle Makroaufnahmen, die hier als Beispiel gezeigt werden, sind mit folgender Kameraeinstellung aufgenommen worden:

Aufnahme: manuell mit Selbstauslöser

Blende fest (F9,4/F10) mit Zeitautomatik

Manuelle Schärfeeinstellung bei 0,02m und maximalem optischen Zoom (außer bei den Aufnahmen ohne Vorsatzobjektiv, da geht das nicht)

Qualität: fine

Bildschärfe: Automatik

Ohne Vorsatzobjektiv kann die Kamera einen Ausschnitt von 2cm bildfüllend aufnehmen:

VIEW.php?param=1094814371.max

Beispiel: Das Mineral Cornetit mit Kristallen in der Größe von 0,5- 1mm

VIEW.php?param=1094814369.max

Eigenbau1: umgebautes Okular 8x23 aus dem Standardzubehör des MBS 10

VIEW.php?param=1094814366.max

Das Okular wurde direkt über der zweiten Linse abgesägt, 5mm oberhalb vom Rand des Einführungsstutzens für den Tubus. Von der Mikroskopbeleuchtung wurde der Grünfilter herausgeschraubt, das Glas entfernt und das ganze mit Patex auf die abgesägte Stelle des Okulars geklebt, nachdem der Rand mit Feile und Schleifpapier plan geschliffen wurde.

Das Feingewinde des Filters hat nämlich genau 28 mm Durchmesser und passt ins Objektivgewinde der coolpix.

Dies bringt einen bildfüllenden Ausschnitt von 12 mm:

VIEW.php?param=1094814363.max

VIEW.php?param=1094814111.max

Eigenbau 2: Selbstgebautes Retroobjektiv

VIEW.php?param=1094814360.max

Ein altes Normalobjektiv 48 mm von einer Praktika- Kleinbildkamera habe ich auseinandergenommen, so daß nur noch die optische Einheit übrig war. Auf die normalerweise von der Kamera herausweisende Seite (daher Retro) ist ein Kenko-Filteradapter 28 auf 37 mm eingepasst worden.

Das Ergebnis: 8 mm bildfüllend

VIEW.php?param=1094814347.max

VIEW.php?param=1094814344.max

Hier sieht man noch die Vorderseite dieses Objektives.

VIEW.php?param=1094814341.max

Nachträglich habe ich noch eine 8x Linse aus dem 8x Okular eingeklebt, weil die Originallinse beschädigt war. Das Objektiv machte aber vorher schon ca. 8-9 mm formatfüllende Bilder.

Die bisher vorgestellten Eigenbauten haben sich schon sehr bewährt.

Weitere Beispiele findet man unter: thothie

Zum Schluß möchte ich einen Eigenbau vorstellen, der noch nicht ganz ausgereift ist, aber vom Prinzip funktioniert.

VIEW.php?param=1094814338.max

Es handelt sich um eine Kombination aus umgebautem 8x23 Skalenokular des MBS10, einem Tubuszwischenstück von 10cm aus einer Vitamin C- Tablettendose und einem alten Objektiv eines Diaprojektors, auf dem noch mal zwei 37 mm Makrolinsen aufgesetzt wurden.

VIEW.php?param=1094814157.max

Ideal wäre hier eigentlich ein Weitfeldbrillenokular, da die Linse der Kamera und des Okulars möglich gleich groß sein sollten. Ich mußte mein 8x23 Skalenokular von dem MBS 10 erst einmal zu einem Weitfeldokular umfunktionieren, indem ich die obere Kappe direkt über der Linse abgesägt habe und die Linse dann einklebte, außerdem entfernte ich die optische Skaleneinheit (konnte man herausschrauben). Vorne kam dann mit Patex ein 28 auf 37 mm Filteradapter von Kenko. Von der anderen Seite habe ich den Tablettendosentubus eingepasst und das Ganze mit Textilband umwickelt. Das ist natürlich nur ein Provisorium zum experimentieren. Als endgültige Lösung wäre ein Alurohr mit 32 mm Innendurchmesser für den Tubus und eine feste Verklebung ohne Textilband die ausgereiftere Alternative.

VIEW.php?param=1094814334.max

Das freie Ende des Tubus habe ich mit einer Distanzhülse versehen ( Reststück des durchgesägten Okulars), ebenfalls mit Textilband umwickelt und in das Gehäuse des Diaprojektor- Objektiv eingesetzt. Die Makrolinse 5x37 (amerikanische Produktion, weiß den Hersteller nicht mehr) konnte direkt auf das Ende des Objektives vom Diaprojektor geklebt werden. Das zweite 10x Objektiv wird dann einfach draufgeschraubt.

VIEW.php?param=1094814331.max

Die Bilder sind bisher nicht so berauschend, aber ich vermute, daß dies mit der Feinjustierung bei der Schärfeeinstellung zusammenhängt.

Die Tiefenschärfe läßt jetzt bei einem Bildausschnitt von 3,5 mm gehörig nach und man muß vermutlich über eine stabile und feinjustierbare Einrichtung zum Scharfstellen verfügen (Reprostativ, etc...),da jetzt minimale Erschütterungen schon zu Unschärfe und neuen Bildausschnitten führen.

Die Kamera hat jetzt schon Mikroskopeigenschaften! Für sowas kann man auch über 800€ bezahlen.

Hier die Beispiele: Ausschnitt ca. 3,5 mm

VIEW.php?param=1094814328.max

VIEW.php?param=1094814323.max

Viel Spaß beim Eigenbau wünscht Euch

Thomas Wer Fragen hat: thothie

Laßt mal von Euren Erfahrungen hören!


Einordnung