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Scheele, Carl Wilhelm

Carl (Karl) Wilhelm Scheele (* 19. Dezember 1742, Stralsund; † 21. Mai 1786, Köping, Schweden) war ein deutsch-schwedischer Apotheker und Chemiker.

Scheele wurde als Sohn eines Stralsunder Brauers und Kornhändlers geboren. Obwohl sein Vater nicht vermögend war, schickte er ihn 1748 auf eine Privatschule. Stralsund gehörte zu der Zeit zu Schweden und so verwundert es nicht, daß man ihn 1757 als Lehrling in einer Apotheke in Göteborg findet. Er war sehr wissbegierig und studierte alle Bücher, die er fand. Er erhielt 1765 einen Gesellenbrief. Er wechselte nach Malmö, wo er dem Professor für Chemie an der Universität Lund, Anders Jahan Retzius begegnete. Dieser wurde sein Unterstützer und Freund. Retzius drängte bei Scheele darauf, systematisch zu arbeiten und genaue Berichte zu fertigen. Beide arbeiteten gemeinsam an Laborversuchen.

1770 findet man ihn in Uppsala, wo er an einer Apotheke gute Forschungsbedingungen fand. ER lernte den bekannten Chemiker Torbern Olof Bergman kennen und durch diesen fand er Zugang zu Kreisen der Universität. Mit der Zeit erfolgte eine Anerkennung Scheeles Arbeiten und er veröffentlichte mehrere Schriften an der Königlichen Akademie Uppsala. Im Oktober 1774 wurde Scheele zur Aufnahme in die Akademie der Wissenschaften vorgeschlagen und im Februar 1775 erfolgte die Aufnahme. Dies war für einen Nichtakademiker wie Scheele eine ungewöhnliche Ehrung. 1777 reiste er nach Stockholm. Hier stellte er sich im Beisein des Königs der Königlichen Akademie der Wissenschaften als Mitglied vor und erhielt ein jährliches Stipendium.

Seine Forschungen beinhalteten häufig auch unbekannte Mineralien. So erforschte er den Baryt und gewann eine neue Erde: Bariumoxid, worin er ein neues Element vermutete. Er fand, daß der Graphit aus reinem Kohlenstoff bestand. Der Braunstein wurde als eine Art Eisenerz angesehen. Scheele fand, daß hier kein Eisen enthalten war. Ihm gelang die Darstellung der Flussäure au dem Fluorit und er beschrieb diesen als Kalk-Verbindung der Flusssäure. 1771 begründete Scheele die Gasanalyse. Er fand heraus, dass Luft aus Sauerstoff („Feuerluft“, „Vitriolluft“) und Stickstoff („verdorbene Luft“) besteht. Außerdem stellte er Sauerstoff dar. Er veröffentlichte seine Ergebnisse erst 1777, so dass häufig Joseph Priestley als Entdecker des Sauerstoffs gilt. Aus dem Mineral Tung Sten („Schwerer Stein“, seit 1820 Scheelit) gewann Scheele ein Oxid.

Der Mondkrater Scheele und das Mineral Scheelit sind nach ihm benannt. Ihm zu Ehren ist der Scheele-Preis benannt.

Literatur:

  • Paul Walden: Carl Wilhelm Scheele (geb. 19. Dezember 1742, gest. 21 Mai 1786). Ein Gedenkblatt zu seinem 200. Geburtstage In: Zeitschrift für anorganische und allgemeine Chemie, Jg. 250, H.3–4, 12. Februar 1943, S.230–235, ISSN 1521-3749
  • Christoph Friedrich: Carl Wilhelm Scheele (1742–1786) Apotheker und Forscher – ein großer Sohn der Stadt. Sundische Reihe 7, Greifswald 1992, S.8.
  • Georg Lockemann: Scheele. In: Das Buch der grossen Chemiker; hrsg. von Günther Bugge. 2 Bände. Weinheim: Verlag Chemie, 1984 Bd.1, S.274290.
  • Hugo Gutsche: Carl Wilhelm Scheele. In: Baltische Studien, Neue Folge. Bd.61 (1975), S.53–61.

Weblinks:


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