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Schlackenminerale

Schlacken sind das Ergebnis von Verhüttungsprozessen, sie sind also nicht natürlich entstanden. Schlackenminerale entstehen durch chemische Reaktionen von Meerwasser oder anthropogen erzeugten salzhaltigen Lösungen oder Dämpfen mit den durch Menschen erzeugten (anthropogenen) Schlacken.


Unterschiedliche Auffassungen Schlackenmineralien sind ein Streitobjekt in der Welt der Mineraliensammler. Die einen erkennen Schlackenmineralien nicht als Mineralien an, die anderen spezialisieren sich und sammeln nur noch Schlackenmineralien. Die meisten Sammler zählen Schlackenmineralien zu den Mineralien, da ihr Bildungsprozess natürlich und frei von menschlichen Einflüssen sei - wenngleich es relativ einfach ist, Schlacken in ein natürlich geologisch-chemisches Umfeld zu bringen, um damit Schlackenmineralien zu erzeugen. Bei einigen anderen sekundär entstandenen Mineralien (Halden-Mineralien, Haldenbrand-Mineralien) werden vergleichbare Diskussionen kaum geführt, obgleich auch hier der Mensch Einfluss genommen hat (anthropogene Substanzen).


s.a. > Mineral , Mineralneubildung , Haldenbrand-Mineralien

Schlackenmineralien, deren Chemismus mit "natürlichen" Mineralien übereinstimmt, werden unter den jeweiligen Mineralnamen mit aufgeführt.


Schlackenminerale : IMA - Regelung

Geologisch modifizierte anthropogene Substanzen

Chemische Verbindungen, welche sich durch die Aktion geologischer Prozesse auf anthropogenen Substanzen gebildet haben, wurden gelegentlich als Mineralien akzeptiert (z.B. die Schlacken-Mineralien von Lavrion, entstanden durch Reaktion von Meereswasser mit antiken Schlacken). Bedingt dadurch, daß es zu heutiger Zeit mit vielen (neuen) exotischen Materialien möglich ist, daß solche Substanzen in ein geologisches Umfeld verbracht werden können, um damit neue Mineralien zu erzeugen, hat die CNMMN der IMA seit 1995 geregelt, daß zukünftig chemische Verbindungen, welche als Aktionen geologischer Prozesse auf anthropogene Substanzen nicht als Mineralien anerkannt werden können.

IMA - Publikation : Nickel, E.H. (1995): The definition of a mineral. Canadian Mineralogist, Vol. 33, 689-690.


Bilder

BILD:1101467586

Nach neuesten Untersuchungen hat sich das abgebildete Mineral als eine Cu-haltige, optisch anomal zweiachsige Varietät der mit Gordait verwandten Schlackenphase herausgestellt.
Ca((Zn,Cu)8(SO4)2(OH)12Cl2)(H2O)9
Weißblaue hexagonale xx (Schlackenmineral!).
Fund Willem Bakker, 1992.
Fundort: Juliushütte, Astfeld, Harz, Deutschland
Vergrößerung: 40x
Bildbreite: 4.43mm
Bild & Sammlung: Robin


Quellangaben

IMA - Regelung : Collector


Einordnung