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Schnorrer, Günther

Dipl.Ing. Günter Schnorrer (* 15.8.1941 Komotau (Sudetenland), † 18.10.2015 Sontra) war ein deutscher Bergingenieur und Mineraloge.

Günther Schnorrer
Günther Schnorrer

Kustos der mineralogischen Sammlung der Universität Göttingen

Friedel Pfeifer

Günther Schnorrer wuchs nach seiner Vertreibung auf in Groß-Umstadt und später in Bergkamen-Oberaden, wo er mit dem Kohle-Bergbau in Berührung kam. Er wurde Bergmann und studierte ab 1963 in Bochum Bergingenieurwesen. 1966 kam er als Gruben- und Reviersteiger an sein Bergwerk zurück. Seine wissenschaftliche Neugier und seine Liebe zur Mineralogie bewogen ihn, 1969 als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Kustos für die Mineralogie an die Universität Göttingen zu gehen.

Dies war ein anspruchsvolles Betätigungsfeld mit den Aufgaben, die umfangreiche Sammlung, nach dem Umzug in eine Neubau, zu ordnen und mit neuem Material ständig zu aktualisieren. Die Überprüfung der Identität der Mineralien forderte ihn ganz und er entwickelte autodidaktisch enorme Fähigkeiten mit zuverlässiger Bestimmung. Hieraus erwuchs die Fähigkeit, mit modernen Analysenmethoden treffsicher auch unbekannte und neue Mineralien zu bestimmen. Er pflegte naturgemäß den Umgang mit Sammlern, die ihn mit unbekanntem Material versorgten. Und so konnte er intensiv viele Fundstellen bearbeiten, so Laurion, Schwaz/ Brixlegg, Halbinsel Kola, Bolivien, Portugal, Spanien und Island. In Deutschland beschäftigte er sich intensiv mit St.Andreasberg/ Harz, Richelsdorf, Ramsbeck, Siegerland/ Wied, Bad Ems, Bergischem Land, Eifel....Es entstanden zahlreiche Publikationen (140) daraus. Ebenso entstanden 8 Neubeschreibungen von bisher unbekannten Mineralien.

Er war für die Mineraliensammler eine sehr wichtige Hilfe bei der Zuordnung ihrer Proben und auch in der VFMG sehr engagiert: neben zahlreichen Vorträgen in den Bezirksgruppen der VFMG beschickte er zahlreiche Börsen, war oft Exkursionsleiter und war an der Ausrichtung der Sommertagung der VFMG mit über 1000 Teilnehmern in Göttingen 1978 maßgebend beteiligt. 16 Jahre war er beratend im Beirat, 15 Jahre der Schriftleiter der Beilage "Aktuell" des "Aufschluss". Wegen seiner zahlreichen Verdienste wurde er 2007 zum Ehrenmitglied der VFMG gewählt.


Quellen:

  • Süsse, P. & Schnorrer, G. (1983). Richelsdorfit, Ca2Cu5Sb (l|(OH)6|(AsO4)4)•6H2O, ein neues Mineral. N.Jb.Mineral. Mh., H.4, S.145-50. (Typ-Publ.)
  • Schnorrer-Köhler, G. (1988). Osarizawait, PbCuAl2(SO4)2(OH)6, ein Mineral der Alunit-Beudantit-Crandallit-Gruppe aus der Grube Clara bei Oberwolfach/Schwarzwald. Aufschluss, Jg.39, Nr.1, S.49-51.
  • Schnorrer-Köhler, G. (1991). Mineralogische Notizen V. Aufschluss, Jg.42, Nr.3, S.155-71.
  • Schnorrer, G., Kronz, A. & Pascher, G. (2003). Cheralith, Monazit und Xenotim - drei neue Minerale der Xenotim-Monazit-Gruppe sowie Uranosphärit, ein sekundäres Wismut-Uran-Mineral vom ehemaligen Phosphatpegmatit Hagendorf-Süd/Oberpfalz. Aufschluss, Jg.54, Nr.4, S.267-72.
  • Mücke, A. (2008). Das neue Ehrenmitglied der VFMG: Günther Schnorrer. Aufschluss, Jg.59, Nr.1, S.1-2.
  • Pfeiffer, F. & Kleist, E. (2016). Zum Tode von Dipl.-Ing. Günther Schnorrer (* 15.8.1941, † 18.10.2015). Aufschluss, Jg.67, Nr.1, S.62-64.
  • Kleist, E. & Pfeiffer, F. (2016). Lapis aktuell: Günther Schnorrer (1941-2015). Lapis, Jg.41, Nr.1, S.6-7.