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Schreiber, Johann Gottfried

Johann Gottfried Schreiber (* 5.8.1746 Pobershau; + 10.5.1827 Grenoble) war ein deutscher, später französischer Bergbaufachmann und Lehrer.

Johann Gottfried Schreiber
Johann Gottfried Schreiber

In der Uniform des Inspecteurs des kaiserlichen Bergbau-Korps.

Archiv: Doc Diether

Schreiber wurde als 9. Kind des Bergmanns August Gottfried Schreiber in Pobershau bei Marienberg geboren und stammte aus einer völlig mittellosen Familie. Er verdankte seiner hervorragenden Begabung und Fleiss, sowie der Förderung durch den späteren Oberberghauptmann von Trebra, seine Karriere.

Schreiber besuchte ab 1770 die Bergakademeie Freiberg. Er zeigte sich seiner Förderung würdig und wurde von seinem Gönner von Trebra zu einer Hollandreise mitgenommen, um dort Getreide für die hungernden Bergleute in Marienberg aufzukaufen. Auf der Rückreise durch den Harz konnten beide positive Impulse des dortigen Bergbaus studieren. Von Trebra setzte später in Marienberg die alles um (Wassergöpel, Feldgestänge, Bergfaktorei...) 1772 setzte er in Freiberg sein Studium fort. Schreiber wurde nach 2 1/2-jähriger Ausbildung in Freiberg als Markscheider und Assessor nach Johanngeorgenstadt versetzt. Dort wurde er wegen eigenem Verschulden nach 2 Jahren entlassen.

1767 untersuchte von Trebra mit Schreiber die Ilmenauer Bergbauverhältnisse. Er wurde als Markscheider angestellt. Frankreich ersuchte Kurfürst August III, einen gutausgebildeten Bergbeamten zu schicken, weil in der Dauphine dringender Bedraf herrschte. Schreiber wurde empfohlen und erreichte 1777 Frankreich. Er wurde mit der Leitung des Bergwerkes von Chalanches beauftragt. Schreiber ordnete die Verhältnisse dort und erzielte einen guten Ertrag. 1784 erhielt er wegen seiner Verdienste den Titel "Inspecteur honoraire des Mines". Auch das Bergwerk La Gardette wurde von ihm betreut. Er entdeckte, daß hier Gold anstand. Schreiber hatte großes Ansehen gewonnen und er wurde 1783 beauftragt, in Paris eine Bergschule zu gründen. Er wurde schon 1784 Inspecteur des Mines, 1794 Professor an der Ecole des Mines in Paris und 1802 Direktor der Berghochschule in Pesey, der Ecole des Mines du Mont-Blanc. Die Bergbaukunde von Christoph-Traugott Dellus, Professor an der Bergakademie Schemnitz wurde von Schreiber übersetzt und war bis in die 30er Jahre des 19. Jhd. das wesentliche Lehrbuch der Bergbaukunde an der Ecole des Mines.

1814/15 wurde durch den Einmarsch sardinischer Truppen die Arbeit von Schreiber zunichte gemacht, so daß er sich nach Grenoble zurück zog.

Er entdeckte das Mineral Axinit, Valentinit, Allemontit und machte den Prehnit sowie den Anatas bekannt.


Literatur:

  • Walter Schellhas. In: Leben und Wirken deutscher Geologen im 18. und 19. Jhd. "Vom erzgebirgischen Bergjungen zum französischen Inspecteur general honoraire und Ritter der Ehrenlegion - Leben und Wirken von Johann Gottfried Schreiber (1746-1827) in Sachsen und Thüringen." S.93-117. 1984. VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig.

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