'._('einklappen').'
 

Schwarzbach, Martin

Prof. Dr. Martin Schwarzbach (* 7. Dezember 1907 Polkwitz (heute Polkowice), Niederschlesien; † 24. Dezember 2003 Bergisch Gladbach) war ein deutscher Geowissenschaftler.

Martin Schwarzbach zeigte schon in seiner Kindheit naturwissenschaftliche Neigungen und die Begegnung mit fossilhaltigen eiszeitlichen Geschieben weckten sein Interesse an ihrer Entstehung. Er besuchte ab 1922 die Aufbauschule in Steinau an der Oder. Er bestand 1928 sein Abitur mit Auszeichnung und begann ein Studium der Astronomie an der Universität Heidelberg, das ihm ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes ermöglichte. Bereits im zweiten Semester wechselte er jedoch für ein Studium der Geologie an die Universität Jena. Nach weiteren Stationen in Tübingen und zuletzt Breslau promovierte Schwarzbach 1933 dort bei Erich Bederke zum Dr. phil. über das Kambrium der Oberlausitz.

Nach Kriegsende arbeitete er wiederum als Assistent in Halle, ab 1946 in Göttingen. Er wurde unmittelbar danach 1947 als Ordinarius für Geologie an die Universität zu Köln berufen, wo er das durch den Krieg stark in Mitleidenschaft gezogene Geologische Institut neu aufbaute. Martin Schwarzbach war eine herausragende Forschungspersönlichkeit, welche die Entwicklung des geowissenschaftlichen Kenntnisstandes in der zweiten Hälfte des 20. Jhd. in starkem Maße mit geprägt hat. Wegen der Vielseitigkeit seiner Forschungsaktivitäten kann man Ihn als einen der letzten Universalgelehrten auf dem Gebiet der Geologie ansehen. Besondere Forschungsschwerpunkte waren die Erkundung des regionalen geologischen Gesteinsaufbaus in vielen Ländern. Daneben hat er sich aber auch schon sehr früh Umweltthemen in der Geologie zugewandt, die inzwischen sehr aktuell sind, wie zum Beispiel der Erforschung des langfrisigen Klimawandels im Verlauf der geologischen Geschichte, sowie der Gefährdung der Menschen durch Erdbeben.

Der zuletzt genannte Forschungsschwerpunkt führte 1953 zur Gründung der Erdbebenstatinon der Universität Köln in Bensberg, welche damals die einzige seismische Meßstation in den nördlichen Rheinlanden war. Dem Kölner Geologischen Institut stand Schwarzbach 30 Jahre als Direktor vor. In diese Zeit fielen bedeutende Erweiterungen und Modernisierungen.


Ehrungen:

Er erhielt zahlreiche Ehrungen für seine wissenschaftlichen Verdienste, u. a. das Große Bundesverdienstkreuz, die Steinmann-Medaille, die Albrecht-Penck-Medaille und die Hans-Stille-Medaille. Er wurde 1949 Mitherausgeber des Neuen Jahrbuchs für Geologie, Mineralogie und Paläontologie. Außerdem war er Mitherausgeber der Zeitschriften Eiszeitalter und Gegenwart sowie Palaeogeography, Palaeoclimatology, Palaeoecology.


Literatur:

  • Das Cambrium der Oberlausitz. Abhandlg. Naturforsch. Ges. Görlitz 32(2), 1933, S.7–54.
  • Das diluviale Klima während des Höchststandes der Vereisung. Z.D.Geol.Ges. 92, 1940, S.565–82.
  • Bionomie, Klima und Sedimentationsgeschwindigkeit im oberschlesischen Karbon. Z.D.Geol. Ges. 94, 1942, S.511–48.
  • Zum Vorkommen von Eurypteriden im oberschlesischen Karbon. N.Jb.Geol. Paläont Mh. 3, S.112-14.
  • Schwarzbach, M.(1980). Auf den Spuren von Alfred Wegener. Aufschluss, Jg.31, Nr.10, S.504-09.
  • Völkel, H. (2001). Dr. Martin Schwarzbach - Breslaus letzter noch lebender Geologieprofessor. Aufschluss, Jg.52, H.4, S.203-08.
  • Friedrich Strauch: Martin Schwarzbach, ein Leben für die Paläoklimatologie. GMit, Nr.28, Juni 2007. S.58–63.

Weblinks:


Einordnung