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Turtschi

Steckbrief

Land

Schweiz

Re­gi­on

Wallis / Goms, Bezirk / Binn / Giessen / Turtschi

GPS-Ko­or­di­na­ten

Turtschi - N 46° 22' 1'' E 8° 11' 39''



Turtschi

WGS 84: 
Lat.: 46,36694444° N, 
Long: 8,19416667° E
WGS 84: 
Lat.: 46° 22' 1" N,
   Long: 8° 11' 39" E
CH1903: 
Y: 658140,
 X: 135343
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1270 Binntal

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Direkt an der Straße von Binn nach Fäld kurz vor dem Weiler Giessen.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Anstehendes Gestein.

Fund­s­tel­len­typ

Natürlicher Aufschluss

Geo­lo­gie

Alle aufgeschlossenen Dolomite im Binntal stammen aus der Zeit der Trias und sind hier in der Abfolge der Monte-Leone-Decke im Penninikum der Alpen integriert. Stefan Gräser zählt den Turtschi nicht zum Lengenbacher Dolomitzug, sondern zum Fäldbacher Dolomitzug. Gräser unterscheidet mehrere verschiedene Zonen am Aufschluss des Turtschi:

Die Zone N nördlich vom alten Weg, direkt am alten Lauf der Binna. Diese existiert durch die Strassenbauten heute nicht mehr.

Die Zone 0 direkt südlich am alten Weg. Sie war eine der interessantesten, da sie einen extrem zuckerkörnigen Dolomit mit vielen Hohlräumen darstellte und Quarzbänder mit Tennantitkristallen bis zu einem Zentimeter Größe führte. Diese Zone wurde während der Arbeiten durch die AGL(Arbeitsgemeinschaft Lengenbach) in den 1960iger Jahren komplett abgebaut.

Die Zone 1 schließt sich südlich an diese Zone an und enthält in seinem kompakten Material nur wenig interessante Mineralien.

Die Zone 2 bietet mit ihrer Blei-Wismut-Molybdän-Vererzung, in der die extrem seltenen Blei-Wismut-Sulfosalze Giessenit, Izoklakeit, Aikinit und Cosalit vorkommen, eigentlich den für Sammler interessantesten Teil. Hier war auch das Hauptabbaugebiet der AGL in den 1960igern. Weitere Mineralien, die in dieser Zone vorkommen sind Boulangerit, Molybdänit-3R, Tennantit, Geokronit, Seligmannit und Galenit.

Zone 3 ist die am südlichsten gelegene Zone, die aus graublauem Dolomit besteht. Das Vorkommen von Rutil, Quarz, braunem Dravit-/ Uvit-Turmalin ist belegt, galt aber als zu uninteressant um es zu bearbeiten.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Der Vertreter der Eigentümer des Grundstückes, auf dem der Turtschi liegt, Herr Phillip Imhof, läßt leider zur Zeit kein Mineraliensammeln an dieser so wichtigen, klassischen Fundstelle im Binntal zu. Ihre Nutzungsmöglichkeit als Parkplatz scheint heutzutage in den Vordergrund gerückt zu sein.

Letz­ter Be­such

06.2015

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=8682
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Turtschi im Binntal
Aufrufe (Bild: 1494520329): 173
Turtschi im Binntal

Zeichnung des Dolomitaufschluss Turtschi im Binntal aus 2004. (Klaus Schäfer)

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2017-05-11

Ausführliche Beschreibung

Dravit
Dravit (SNr: Binn-Tu-Drav-2-1-11)

Dravit aus dem Grauen Dolomit am Turtschi, Giessen, Binntal, Wallis, Schweiz. Kristallgröße etwa 3,5 mm.

Klaus Schäfer

Minerale aus dem grauen Dolomit des Turtschi im Binntal, Wallis, Schweiz

aus Schäfer, K. (2017). Mineralien aus dem Turtschi-Dolomit, Binntal, Schweiz. Lapis, Jg.42, H.5, S.32-38.

„Dort, an dem Parkplatz ?“ war die Frage, mit der ich konfrontiert wurde, als ich meine selbstgefundenen Schätze von einer der unter Mineraliensammlern bekanntesten Fundstellen im Binntal, präsentierte. In Zeiten, in denen auch im Binntal das Parken in der Hauptsaison immer schwieriger (und teurer) wird, zählen halt andere Prioritäten, als noch vor dreissig Jahren. Auf dem Weg zum Shangri-La der Mineralien in den höheren Gefilden des Binntales übersieht man gerne das doch so nahe liegende Besondere.

Besonders im Binntal sind neben Mineralien, die in klassischen alpinen Gesteinen wie Granit, Gneis und Bündnerschiefer gefunden werden, jene aus den triassischen Dolomiten. Weltberühmt ist die Fundstelle am Lengenbach, von der eine Vielzahl einzigartiger Sulfide und Sulfosalze stammen.

Durch die Publikation der Doktorarbeit von Stefan Graeser - die im Vorfeld der Neueröffnung der Mineraliengrube am Lengenbach durch eine Arbeitsgemeinschaft im Jahr 1958 - von Professor Niglii initiiert wurde, stieg das Interesse an den Mineralien der Dolomitvorkommen im Allgemeinen und am Turtschi im Besonderen stark an.

Bedingt durch den Wegebau im Binntal, der nach den Kriegsjahren durchgeführt wurde, kamen Partien des Turtschi an die Oberfläche, die noch frisch und wenig verwittert waren. In diesen Schichten fand Dr. Stefan Graeser, der für seine umfassende Dissertation mit dem „Die Mineralien der Dolomitvorkommen im Binntal“ alle größeren Dolomitaufschlüsse untersuchte, eine reichhaltige Sulfosalz-Paragenese und das neue Mineral Giessenit, benannt nach dem vom Turtschi nur einen kräftigen Steinwurf entfernten Weiler Giessen.

Aufgrund des Vorkommens von Giessenit führte die AGL (Arbeitsgemeinschaft Lengenbach) im Jahr 1967 sogar Grabungen am Turtschi durch. Allerdings stellte sich heraus, dass das Vorkommen von Giessenit lokal auf die untersten, Bach nahen Schichten im weißen, westlichen Dolomit des Aufschlusses, die im Fokus der Arbeit von Dr. Stefan Graeser lagen, beschränkt schienen. Am Grabungsort der AGL, der etwa 5 Meter über dem damaligen Strassenniveau lag, fanden sich statt Giessenit andere Sulfosalze, insbesondere Boulangerit. In späteren Jahren stellten sich Funde nadeliger Sulfosalze vom gleichen Fundpunkt, der allerdings durch Grabungen von Sammlern, immer weiter nach Süden und höher wanderte, entweder als zuvor genannter Boulangerit, oder Aikinit, Izoklakeit und Cosalit heraus. Giessenit von der Typlokalität stellt bis heute eine extreme Seltenheit dar.<# id=1494846389,r,w400#>

Alle aufgeschlossenen Dolomite im Binntal stammen aus der Zeit der Trias und sind hier in der Abfolge der Monte-Leone-Decke im Penninikum der Alpen integriert. Stefan Gräser zählt den Turtschi nicht zum Lengenbacher Dolomitzug, sondern zum Fäldbacher Dolomitzug. Gräser unterscheidet mehrere verschiedene Zonen am Aufschluss des Turtschi:

Die Zone N nördlich vom alten Weg, direkt am alten Lauf der Binna. Diese existiert durch die Strassenbauten heute nicht mehr.

Die Zone 0 direkt südlich am alten Weg. Sie war eine der interessantesten, da sie einen extrem zuckerkörnigen Dolomit mit vielen Hohlräumen darstellte und Quarzbänder mit Tennantitkristallen bis zu einem Zentimeter Größe führte. Diese Zone wurde während der Arbeiten durch die AGL(Arbeitsgemeinschaft Lengenbach) in den 1960iger Jahren komplett abgebaut.

Die Zone 1 schließt sich südlich an diese Zone an und enthält in seinem kompakten Material nur wenig interessante Mineralien.

Die Zone 2 bietet mit ihrer Blei-Wismut-Molybdän-Vererzung, in der die extrem seltenen Blei-Wismut-Sulfosalze Giessenit, Izoklakeit, Aikinit und Cosalit vorkommen, eigentlich den für Sammler interessantesten Teil. Hier war auch das Hauptabbaugebiet der AGL in den 1960igern. Weitere Mineralien, die in dieser Zone vorkommen sind Boulangerit, Molybdänit-3R, Tennantit, Geokronit, Seligmannit und Galenit.

Zone 3 ist die am südlichsten gelegene Zone, die aus graublauem Dolomit besteht. Das Vorkommen von Rutil, Quarz, braunem Dravit-/ Uvit-Turmalin ist belegt, galt aber als zu uninteressant um es zu bearbeiten.

Das Literaturstudium der Arbeiten von Stefan Gräser motivierte mich zum Besuch des Turtschi, allerdings zwanzig Jahre später. Mitte der Achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts waren es wiederum Strassenbauarbeiten, die die Fundsituation am Turtschi veränderten. Führte früher die Strasse im engen Bogen am Turtschi vorbei, durch den Verlauf der Binna eng an den Felsen gedrängt, gab ein ausserordentliches Hochwasser, das die Strasse untergrub und teilweise wegriss, den Anlass, an dieser Stelle den Verlauf der Binna Richtung Norden zu verlagern und so mehr Platz zu schaffen. Am Turtschi entstand so eine etwa 20 Meter tiefe Zone, die nun durchaus auch das Sammeln an bislang zu exponierten Stellen erlaubte.

Naturgemäß stürzte ich ebenfalls an die oberen Dolomit-Bereiche (Zone 2) im weißen, südlichen Teil des Turtschi, waren doch die Spuren meiner Vorgänger allzu deutlich. Ein Holzklotz stand parat zum vorsichtigen Formatieren der Funde, sichere Tritte waren vorhanden, auch der ein oder andere größere Felsen, der als Sitzplatz geeignet schien, war vorhanden. Allein - was fehlte waren die Mineralien. Keine Anzeichen von Sulfiden, läßt man die Präsenz von mückenschiss großen metallischen Fünkchen (die sich später übrigens ausschließlich als Pyrit herausstellten ) außer Acht. Ein paar kleine Dolomitkriställchen zusammen mit winzigen Quarzen, war zunächst einmal alles, was diese Fundstelle bot.

Vielleicht waren ja die grauen Partien des Dolomites am Turtschi ebenfalls ein lohnendes Ziel ? Sie machen den östlichen Teil des Aufschlusses aus und werden nach einer Strecke von etwa dreissig Metern durch Gneisse begrenzt. Das Gestein war hier an diesen Stellen schon sehr stark zersetzt, es bröselte einem durch die Finger und bot kaum Halt. Allerdings konnte man zu dieser Zeit einen quasi jungfräulichen Bereich absuchen, da sich alle anderen Sammler auf das weiße Material versteift hatten.

Apatit
Apatit (SNr: Binn-Tu-Apatit-2-1-1)

Apatit vom Turtschi bei Giessen im Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 4 mm.

Klaus Schäfer

Nachdem ich diese Kleinstseifen ausgeräumt hatte, suchte ich den Ursprung dieser Minerale. Das Gestein ließ sich mit dem Pickel leicht abschaben. Den einzigen Widerstand boten dann Dolomit-Knauern bis zu einer Größe von maximal 10 cm, meist weit darunter, in deren Druckschatten sich während tektonisch bedingter Umformungsprozesse des Dolomitgesteines kleine Hohlräume mit Kristallen gebildet hatten. Die im Folgenden beschrieben Minerale fanden sich aussschließlich in diesen Hohlräumen, nie im Inneren der Knauern.

Nach dem Abbau der stark verwitterten Schicht wurde der Dolomit wieder bedeutend zäher und ließ sich kaum spalten. Trotzdem besuchte ich diese Fundstelle im Laufe der Jahre immer wieder. Der Hauptgrund waren die zuhause unter dem Mikroskop entdeckten Kostbarkeiten.

Die Mineralien im grauen Dolomit des Turtschi / Zone 3

Apatit konnte ich nur zweimal am Turtschi finden. Einer der Funde trägt vielflächige, farblose Kristalle bis zu 2mm Größe.

Baryt kommt im grauen Dolomit häufig vor und zeigt sich in verschiedenen Varianten. Sehr interessant sind neben zonar gezeichneten tafligen Kristallen, die sehr an Baryte vom Lengenbach erinnern, blockförmige Baryte, die in Paragenese mit Eisenoxiden vorkommen. Diese Eisenoxide bilden zum einen wohl syngenetische Einschlüsse, die auch verantwortlich für den weiteren Aufbau des Barytkristalles sind. Sie winden sich durch diese hindurch und zwingen die Kristalle zu einer Art Aufsplitterung in subparalleles Wachstum oder sie bedecken nur bestimmte Flächen der Barytkristalle, insbesondere das Basispinakoid mit dunkelbraunen, lockenähnlichen Bildungen. Dies kann dann unter Umständen sehr drollig aussehen, wenn man von einem Kristall mehr an Bob Marley als an René Just Hauy erinnert wird.

Dolomit kommt am Turtschi gesteinsbildend vor. In den Hohlräumen im grauen Dolomit, die durch Verwerfungen und durch Knauern entstanden sind, bildet er transparente rhomboedrische Kristalle. Zwillinge, die schöne dreieckige, gestreifte Kristalle bilden, erreichen Größen bis zu 12 mm.

Die Turmalinkristalle, die ich am Turtschi finden konnte, zeichnen sich durch eine schöne gelbliche bis bräunliche Färbung senkrecht zur c-Achse aus und stellen Mischkristalle mit Komponenten von Dravit und Uvit dar. Da Turmalin stark pleochroitisch ist, zeigt er andere Farbtöne, schaut man auf die Ebene der Nebenachsen, d.h. in die Köpfe hinein. Hier sind die Turmaline dann orangegelb bis braunrot. Sehr selten konnte ich grünliche Kristalle finden. Begonnen mit den bis zu 2 Zentimeter großen, prismtuisch bis nadelig ausgebildeten Kriställchen, die sich in den oberflächlichen Anreicherungen („Seifen“) fanden, setzte sich diese Größenordnung in den Dolomitknauern fort. Größer (bis zu 30 mm) waren durch tektonische Prozesse geformte Turmalin-„Kluftbrücken“, die aus vielen parallel verwachsenen Kriställchen bestehen. Allerdings war die Bergung solcher fragilen Gebilde extrem schwierig.

Galenit ist in dieser Fundzone recht selten - taucht er aber auf, so sind seine deutliche Spaltbarkeit oder seine oktaedrischen Kristalle Hinweise darauf, nach selteneren Mineralien, wie Wulfenit oder den Blei-Wismut-Sulfosalzen in seiner Paragenese zu suchen.

Giessenit,

Giessenit
Giessenit

Bildbreite 0,7 mm. Feinnadelige Giessenit-Kriställchen vom Turtschi im Binntal in der Schweiz; Das Stück stammt aus 1984, die AGL-Nummer lautet für Turtschi T-249. Eine Probe der faserigen Kristall...

Thomas Raber

Mit der erstaunlichste Fund im grauen Dolomit war der eines nadeligen Sulfosalzes, das den Beschreibungen von Stefan Gräser für Giessenit haarklein entspricht. So ist für ihn die Paragenese mit Galenit typisch. Er beschreibt zudem die größeren Kristalle von Giessenit als „schindelförmig aggregiert“, die kleineren eher „nadelig“. All dies trift auf ein Stüfchen zu, daß ich im Jahr 2000 am Turtschi finden konnte. Den obigen Beschreibungen entsprechend finden sich hier frische, hochglänzende bleigraue nadelige Kristalle direkt auf oktaedrischem Galenit. Der Fundpunkt lag relativ hoch, etwa drei Meter über dem ehemaligen Strassenniveau. Es handelte sich nur um eine recht kleine Knauer (etwa 1 cm Durchmesser) der nebenliegende Hohlraum war mit etwa 5 mm recht klein. Dennoch konnte ich schon vor Ort „etwas Nadeliges“ erkennen. Zu dieser zeit waren aus den offiziellen Grabungen gerade einmal 8 bestätigte Giessenite bekannt – Giessenit zählte zu den seltensten Mineralen des Binntales. Vor einer Überprüfung des Stüfchens drückte ich mich dann ein paar Jahre herum. Erst im Oktober 2016 stellten Phillipe Roth und Thomas Raber, (denen ich an dieser Stelle für ihre Mühen danken möchte) fest, das es sich um Cosalitkristalle mit partiellen Aikinit-Komponenten handelt. Laut Professor Stefan Graeser fand sich das Typmaterial für Giessenit in den am tiefsten gelegenen Fundbereichen auf Strasseniveau. Nach weiter oben hin trat auch bei seinen Untersuchungen vermehrt Kupfer auf. Am Turtschi wurden bislang neben Giessenit die stärker kupferhaltigen Minerale Aikinit, Izoklakeit und Cosalit gefunden wurden, deren Aussehen untereinander doch recht ähnlich ist.

Ein wichtiges Anzeichen für das Vorliegen von Hyalophan, dem Mischkristall der beiden Feldspäte Celsian / Orthoklas ist die Paragenese mit Baryt. Im grauen Dolomit kommt Baryt allenthalben vor, umd somit ist das Vorkommen von Hyalophan evident.

Malachit kommt als Kruste und Überzug auf Tennatit, aber auch alleine in Hohlräumen der Dolomitknauern im grauen Dolomit vor. Er kann schöne kugelige Aggregate nadeliger Kristalle bis zu einem Durchmesser von 2 mm bilden.

Rutil bildet am Turtschi meist prismatische bis nadelige, schwarze, gestreifte Kristalle, die mitunter eine Größe von bis zu 5 mm erreichen. Knie-Zwillinge kommen hier ebenfalls vor. Besonders ästhetisch sind Rutile mit bunten Anlauffarben.

Quarz kommt am Turtschi als sogenannter Bambauerquarz vor. Dieser Typ Quarz zeigt einen fachwerkartigen Lamellenbau. Sie bilden sich rasch aus stark übersättigten hydrothermalen Lösungen bei etwas tieferen Temperaturen, als gewöhnliche Quarze. Oft ist ein steiles Rhomboeder getreppt, d.h durch das Einschalten des Normalrhomboeders wird die Fläche rhythmisch unterbrochen, das andere hingegen bleibt glatt. Für Bambauerquarze untypisch ist Rauchquarz. Dennoch konnte ich eine Stufe mit leicht rauchig gefärbten Quarzen von schönem Glanz und guter Transparenz finden. Allerdings waren diese Kristalle nur etwa 5 mm groß.

Malachit
Malachit (SNr: Binn-Tu-Mala-1-1-2)

Malachit aus dem Grauen Dolomit am Turtschi, Giessen, Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 2,5 mm.

Klaus Schäfer

Wulfenit ist an einem Fundort, an dem gleichermaßen Blei- wie Molybdänminerale vorkommen, zu erwarten. Er bildet sich hier als Verwitterungsprodukt dieser Minerale. Allerdings ist er schwer aufzufinden, da er nur blassgelb gefärbt ist. Er kommt hier gerne als schlanke Doppelpyramiden, die leicht gewölbt sind, vor. Kristallgrößen von 1,5 mm werden selten überschritten.

Der Vertreter der Eigentümer des Grundstückes, auf dem der Turtschi liegt, Herr Phillip Imhof, läßt leider zur Zeit kein Mineraliensammeln an dieser so wichtigen, klassischen Fundstelle im Binntal zu. Ihre Nutzungsmöglichkeit als Parkplatz – wie am Anfang schon erwähnt - scheint heutzutage in den Vordergrund gerückt zu sein.

Mineralien (Anzahl: 46)

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Adular (Var.: Orthoklas)r
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
Albitr
Hofmann, B., Graeser, S., Imhof, T., Sicher, V., Stalder, H. (1993). Mineralogie der Grube Lengenbach. S.59
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
'Apatit-Gruppe'r
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Barytr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Boulangeritr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Brookitr
Walter Gabriel (2005). Mineralien der Grube Lengenbach im Binntal / Wallis (CH) und weiteren Fundstellen im Dolomit des Binntales. Münchenstein
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Calcitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Cerussitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Chalkopyritr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Cosalitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Dolomitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Dravitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
'Feldspat'r
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
Galenitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Geokronitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Giessenit (TL)r
Graeser, S. (1963). Giessenit - ein neues Pb-Bi-Sulfosalz aus dem Dolomit des Binnatales. Schw. Min. Petr. Mitt., 43, S.471-78. (Typ-Publ.)
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Hyalophanr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
'Limonit'r
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Malachitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Molybdänit-3R (Poly.: Molybdänit)r
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.

Hofmann,B., Graeser,S., Imhof,T., Sicher,V., Stalder,H. (1993). Mineralogie der Grube Lengenbach. S.58f.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
Muskovitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Phlogopitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
'Plagioklas'r
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Pyritr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Pyrrhotinr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Quarzr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Rutilr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Seligmannitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
Smythitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Sphaleritr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Tennantitr
Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
Tetraedritr
Eigenfund durch Günter Frenz 2016, Analyse durch Raman-Spektroskopie und EDX.
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
'Thorogummit'r
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014). .
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
Uvitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
M
Wulfenitr
Sammlung Klaus Schäfer
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Giessen/Turtschi)
BM
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Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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Aktualität: 08. Dec 2018 - 11:35:37

Mineralbilder (86 Bilder gesamt)

Dolomit, Zwilling
Aufrufe (Bild: 1494147345): 1607
Dolomit, Zwilling (SNr: Binn-Tu-Dolo-1-1-6)

Dolomitzwilling vom Turtschi, Giessen, Binntal, Wallis, Schweiz. Bildbreite etwa 18 mm.

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2017-05-07
Dolomit
Aufrufe (Bild: 1494147393): 558
Dolomit (SNr: Binn-Tu-Dolo-2-1-2)

Dolomitkristall vom Turtschi, Giessen, Binntal, Wallis, Schweiz. Bildhöhe etwa 10 mm.

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2017-05-07
Dravit
Aufrufe (Bild: 1494520876): 486
Dravit (SNr: Binn-Tu-Drav-2-1-6)

Dravitkristall von 2 mm Größe aus dem Grauen Dolomit am Turtschi, Giessen, Binntal, Wallis, Schweiz.

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2017-05-11

Gesteine (Anzahl: 1)

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Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 09. Dec 2018 - 22:37:00

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Graeser, S. (1963). Giessenit - ein neues Pb-Bi-Sulfosalz aus dem Dolomit des Binnatales. Schw. Min. Petr. Mitt., 43, S.471-78. (Typ-Publ.)
  • Graeser, S. (1964). Über Funde der neuen rhomboedrischen MoS2-Modifikation (Molybdänit-3R) und von Tungstenit in den Alpen. Schw. Min. Petr. Mitt., 44, S.121-28.
  • Graeser, S. (1965): Die Mineralfunde im Dolomit des Binnatales. Schweiz. Miner. Petrogr. Mitt., 45, 597-795.
  • Graeser, S., and Hoefs, J. (1968): Schwefelisotopenuntersuchungen an Sulfiden und Sulfosalzen des Binnatales. Contr. Min. Petrol. 17, 165-72.
  • Hofmann, B., Graeser, S., Imhof, T., Sicher, V., Stalder, H. (1993). Mineralogie der Grube Lengenbach. S.56-60.
  • Müller, F. (2012): Geochemische Untersuchungen an Fluideinschlüssen in Kluftquarzkristallen aus den Metadolomiten des Binntales, Kanton Wallis. Master Thesis, Univ. Basel, Schweiz, 78.
  • van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014). Eine Strahler-Tour durchs Binntal im anderen Sinne - radioaktive Schönheiten und Spezialitäten, S.285ff. In: A. Gorsatt: Die besten Seiten des Binntals. 344 S. Kristallografik Verlag, Achberg.
  • Schäfer, K. (2017). Mineralien aus dem Turtschi-Dolomit, Binntal, Schweiz. Lapis, Jg.42, H.5, S.32-38.

Einordnung