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Wannigletscher-Scherbadung

Steckbrief

Land

Schweiz

Re­gi­on

Wallis / Goms, Bezirk / Binn / Kriegalptal (Chriegalptal) / Wannigletscher-Scherbadung

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Von Binn nach Heiligkreuz fahren, dort an der Werksseilbahn der Kraftwerke parken. Aufstieg via Fleschsee ca. 3,5h.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Alpine Klüfte.

Fund­s­tel­len­typ

Natürlicher Aufschluss

Geo­lo­gie

Gneise der Monte Leone Decke

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine bekannt

Letz­ter Be­such

Sommer 2013

GPS-Ko­or­di­na­ten

Wannigletscher-Scherbadung - N 46° 19' 35'' E 8° 12' 53''



Wannigletscher-Scherbadung

WGS 84: 
Lat.: 46,32638889° N, 
Long: 8,21472222° E
WGS 84: 
Lat.: 46° 19' 35" N,
   Long: 8° 12' 53" E
CH1903: 
Y: 659766,
 X: 130850
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Landeskarte der Schweiz 1:25000, Blatt 1290 Helsenhorn

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=4474
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (3 Bilder gesamt)

"Cervandonitkopf" am Wannigletscher 1992
Aufrufe (Bild: 1463922430): 476
"Cervandonitkopf" am Wannigletscher 1992

Aufnahme des sogenannten "Cervandonit-Kopfes" oberhalb des Seelis am Wannigletscher durch das Helikopterfenster im Sommer 1992.

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2016-05-22
Wannigletscher
Aufrufe (Bild: 1315062076): 1220
Wannigletscher

Übersicht des Gletscherkessels mit Blick auf Wannigrat und Fleschhorn (8/2011).

Copyright: guefz
Beitrag: guefz 2011-09-03
Der Wannigletscher im Chriegalp-Tal, Binntal, Schweiz
Aufrufe (Bild: 1315061906): 1464
Der Wannigletscher im Chriegalp-Tal, Binntal, Schweiz

Übersicht des Gletscherkessels vom Wannigrat aus gesehen

Copyright: guefz
Beitrag: guefz 2011-09-03

Ausführliche Beschreibung

Vom Parkplatz in Heiligkreuz erreicht man das Gebiet Wannigletscher am besten über den Fleschsee und den Pass, der von dort zum Wannigletscher führt. Der alte Weg aus dem Kriegalptal ist stark durch Steinschlag gefährdet. Bis zur Wasserfassung unterhalb des Fleschsees ist der Weg rot-weiß markiert, danach gibt es Steinmännchen als Markierung. Der Aufstieg bis zum Pass zwischen Fleschsee und Wannigletscher dauert etwa 3h. Besonders interessant sind die Felsstufen, die durch den Gletscher-Rückgang freigelegt wurden. Die Felsbänke im Gletscher und die Zone unter den Wänden des Scherbadung sind allerdings bei warmem Wetter durch Steinschlag gefährdet. Die Beschreibung der Italienischen Seite des Scherbadung findet man unter Nord-Ost-Hang.

Eine spannende Steine-Geschichte

... über Funde von komplex ausgebildeten Anataskristallen mit Gasparit und Komplikationen glazialer Natur in den 1990iger Jahren im Binntal (Autor: Klaus Schäfer)

„Welches ist deine spannendste Steine-Geschichte, Papa ?“

Mein Sohn Raffael nimmt interessiert an seiner Umwelt teil und plaudert gerne. In der Regel höre ich ihm mehr zu, als dass er mir lauscht. Fragestellungen wie „ Was passiert, wenn sich zwei Einarmige die Hand geben wollen – und einem der linke und dem anderen der rechte Arm fehlt ?“ lassen auf einen Hang zum Absurden und auf ein komisches Talent schließen.

Mit der Frage nach der „Steine-Geschichte“ rannte er bei mir offene Türen ein – gibt es da doch wirklich einen besonderen Tag in meinem Werdegang als Mineralien-Sammler, der zum dramaturgischen Ausschlachten verleitet.

Ich zeigte ihm meine linke Hand, drehte diese langsam um, so daß er die Innenseite sehen konnte. Eine lange Narbe zieht sich hier über den gesamten Daumenballen. „Weißt Du, Raffael, oft findet man Glück im Unglück. Manchmal ermöglicht erst ein Sturz einen Aufstieg.“ Nach dieser - zugegeben sehr pathetischer Einführung – begann ich, ihm meine beste „Steine- Geschichte“ zu erzählen.

Während meines Studiums profitierte ich in besonderer Weise von den jeweils dreimonatigen Semesterferien. Ich verbrachte sie hauptsächlich im schweizerischen Binntal, wo ich bei dem einheimischen Strahler Andre Gorsatt quasi „ in die Lehre gehen“ durfte. Ich reinigte und formatierte Fundstücke, begleitete zuerst die Strahlerexkursionen, die Andre Gorsatt anbot und durfte in Folge auch eigene Führungen leiten. Es mag an meinem Habitus von einem Drittel Athlet und zwei Dritteln Pykniker gelegen haben, dass ich in der Hauptsache für die Familien- und Senioren-Führungen vorgesehen wurde.

Einer meiner Lieblingsfundpunkte in diesem an Mineralien so reichen Tal war der Wannigletscher. Bot er doch neben einem gerüttelt Maß an Naturerfahrungen auch mineralogische Seltenheiten zu Hauf. Nach einem mehrstündigen Aufstieg (drei Stunden gemäßigten Schrittes für Einheimische und vier Stunden theatralischen Schnaufens für mich), passiert man eine Abbruchkante und findet sich in einem natürlichen Amphitheater wieder – linker Hand der Wannigrat, vor einem der Scherbadung und zur Rechten der Grat zum Gischigletscher.

Mineralogisch verstanden: linker Hand seltene Kupfermineralien und Funde in der Moräne, gerade aus der Cervandonit-Kopf mit Funden von Cafarsit, Anatas und Tilasit, dann das Couloir am Scherbadung mit Funden von Hämatit und Xenotim und rechter Hand das in mehrere waagerecht gelagerten Bändern aufgeteilte Hauptkluft-Gebiet. Hier gelangen über die Jahre die Funde an Cafarsit, Asbecasit, Synchisit, Senait, Gasparit, Chernovit – neben vielen weiteren ästhetisch und wissenschaftlich bedeutenden Mineralien.

An jenem denkwürdigen Tag im Sommer 1991 war der Aufstieg geschafft. Andre Gorsatt, der Berufsstrahler und Ruedi Lüssi, ein ambitionierter Mineraliensammler und in jenen Tagen die rechte Hand von Gorsatt, waren mir wie üblich ein Stück voraus – und das ohne Seitenstechen und Geschnaufe.

Zu dritt legten wir eine kleine Pause am Wanniseeli ein, bereiteten dort das abendliche Lager vor und stiegen dann in die Bänder zur rechten Hand ein. Über den steilen Gletscher, der mit einer Vielzahl kleiner Steinen dekoriert war, konnte man hier langsam in traversierenden, leicht ansteigenden Serpentinen ohne Steigeisen, nur mit dem Kanteneinsatz der Bergschuhe aufsteigen. Gletscherspalten waren auf dem Weg nur wenige zu erwarten, da das Eis durch die Topographie mehr gestaucht als gedehnt wurde. Wandert der Gletscher über eine Kante, kommt es durch die Dehnung zu quer zur Laufrichtung orientierten Spalten, wandert er über eine Kuppe, kommen längs gerichtete Spalten dazu – es kann ein Labyrinth sich querender Spalten enstehen. Wandert er geradewegs den Berg hinab – und zudem hier vom steileren Gelände ins flachere - kommt es nur selten (eventuell durch unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten) zur Bildung von Spalten. Ein Quantum Unsicherheit bleibt allerdings immer, denn selbst wenn die Regeln beachtet, kann man nie mit Sicherheit wissen, was sich unter dem Eis tatsächlich verbirgt.

Andre setzte sich nach rechts von Ruedi und mir ab - eine bestimmte, als höffig vermutete Zone fest im Blick. Seit dem letzten Jahr hatte sich der Gletscher verändert, er war kleiner geworden und hatte hierdurch an seinem Rand einen etwa zwei Meter hohen jungfräulichen Bereich freigegeben. Wir lehnten unsere Rucksäcke gegen die Felswand und richteten eine kleine Basis ein. Nur mit leichtem Werkzeug bewaffnet, begann Ruedi, einer Bergziege gleich, den frischen Fels abzuklettern. Nach zehn Minuten entdeckte er, etwa dreißig Meter von unserer Basis entfernt, eine schmale, aber höchst verdächtig erscheinende senkrechte Spalte von etwa 40 cm angedeuteter Länge, die auf einer Strecke von etwa 5 cm leicht geöffnet war. Die Spalte teilte festen, massiven Gneis und so benötigte er schwereres Werkzeug.

Mir fiel die Aufgabe der Assistenz zu und so holte ich ihm Fäustel und kurze Meißel von der Basis. Wieder an der Kluft angekommen, krümmelten schon die ersten kleiner Stüfchen mit hochglänzenden diskusförmigen Hämatiten und - Jubel – kleinen hellblau-violetten Fluoriten von oktaedrischer Gestalt aus der Spalte. Ich nahm sie an mich und brachte sie mit launigem Schritt zu den Rucksäcken. Von dort brachte ich im zweiten Lauf den Strahlstock mit. Ruedi konnte damit ein größeres Stück Fels freibrechen und weitere schöne Kleinstufen, diesmal mit würfligem Cafarsit und Asbecasit neben den Fluoriten kamen ans Tageslicht. Auch die schnappte ich mir und lief mit Ihnen zurück zur Basis um ja nichts zu verpassen. Euphorisch brach ich ins Eis ein.

All zu tief war der Sturz nicht. Mein mit einem verduzten Blick gezierter Kopf schaute nun ein Stockwerk tiefer gerade noch so über die Gletscheroberfläche. Meine Beine waren waren in einem engen Spalt verklemmt, ließen sich aber mit wütendem Gezappele lösen. In dem ich mich wie ein Kaminfeger nach oben wand, konnte ich mich selbst aus der Spalte befreien, bevor mir Ruedi zu Hilfe kam. Langsam ließ der Kick von Adrenalin und Endorphinen nach. Ich lehnte zitternd am Fels und merkte, dass etwas falsch war. Ganz falsch. Mit meiner Hand. Beim Sturz nach unten hatte ich mir an einem scharfkantigen Stein den Daumenballen aufgerissen.

Von dieser Wunde findet sich hier im Artikel keine Fotografie, keine Skizze und kein Diagramm. Um sich deren Schilderung in Ausmaß und Folgen vorstellen zu können, bedenken Sie bitte, dass man als Papa in heutiger Zeit in multimedialer Konkurrenz steht. Um Raffael echtes Entertainment zu bieten, mußte die Verletzung in schillernden Farben – mit dem Schwerpunkt auf einem intensiv erlebbaren Farbton im Bereich Rot – geschildert werden. Farben können in ihrer Wirkung potenziert werden, wählt man den passenden Kontrast. Hier war der Kontrast schon vorgegeben – und verspritztes Blut auf weißem Gletscherfirn rockt wirklich ! Da mein lieber Sohn ein gehöriges Maß an Empathie besitzt, ließ ich die weitere Geschichte etwas ruhiger angehen, da sein Gesicht eine gletscherweiße Tönung angenommen hatte.

Mit gleicher Gesichtsfarbe stand ich damals auf dem Eis und überlegte, was hier wohl passiert war. In meiner Eile, die Mineralien zur Basis und die Werkzeuge zur Abbaustelle zu bringen, vergass ich einen weiteren Effekt, der Spalten und Hohlräume im Eis erzeugen kann – die Wärmerückstrahlung des Gesteins. Während das Gletschereis die Sonnenwärme zum Großteil reflektiert und aufgenommene Wärme am Ort durch Schmelzen kompensiert, nimmt der Fels Wärme auf und erhitzt sich - leitet die Wärme aber auch weiter in Felsbereiche, die unter dem Eis liegen. Hier strahlt der Fels die Wärme ab und formt unter dem Eis auf diese Weise Spalten und Höhlen. Bedeckt von Schnee sind diese Bereiche getarnt und stellen eine Falle für Unerfahrene dar.

Nach all der Planung und Organisation in der Woche zuvor, nach dem erschöpfenden Aufstieg und nach den ersten so viel versprechenden Funden musste ich nach so kurzem Aufenthalt wieder absteigen, mir die Hand nähen lassen und auf schnelle Genesung hoffen. Musste ich ? „Musst Du nicht !“ stellte Ruedi klar. Seiner Behauptung, dass es hier oben und im Eis sowieso keine Entzündungskeime gäbe, und dass eine geschickte Verpflasterung der Wunde völlig ausreichend wäre, und dass ich mich wie ein Mädchen anstellen würde, konnte und wollte ich nicht widersprechen, lockte doch die Möglichkeit, noch ein paar Tage auf Wanni zu bleiben. Also biß ich die Zähne zusammen und ließ mich, nachdem die Blutung zum größten Teil gestillt war, von Ruedi verbinden.

Die kleine Fluorit-Kluft war ausgebeutet und wir beide prospektierten – Ruedi mit gewohntem Elan und ich mit pochendem, einer Mull-Salami ähnelndem Daumen – die freigeschmolzene Felszone. Nach etwa zwanzig Minuten rief mich Ruedi zu sich. Er winkte mir mit einem Kleinstüfchen in der Hand. Er wusste um meine Leidenschaft für Anatas, jenem Mineral, daß gerade im Binntal und im Besonderen am Wannigletscher in einer Vielzahl an Formen und Farben auftritt. Er stand auf einem Haufen Schutt, der den Übergang zu einer niedrigen Gesteinskante bildete. Hier hatte er das interessante Stüfchen entdeckt. Da ich sowieso in meiner Mobilität eingeschränkt war, erwählte ich mir das Durchwühlen des Schuttes als zu bewältigende Aufgabe, während Ruedi weitere Fundstellen finden wollte. Ich machte es mir bequem, entdeckte schlussendlich eine Haltungsweise der verletzten Hand, die weder schmerzte, noch dauernd die Lupe fallen ließ und drehte in aller Gemütsruhe die Steine an der Kante herum. Die Steine waren von Niederschlägen noch nicht sauber gewaschen, verrieten aber, daß sie aus einer Kluft stammten. Sie zeigten typische Kluftflächen mit kleinen hexagonalen Chloritkristallen und allenthalben tauchten kleine Anatase auf Trotz der Verschmutzung der Stüfchen waren diese anhand ihres hohen Glanzes gut zu erkennen. Sie waren von hellbrauner bis fast schwarzer Färbung und zeigten einen – schon wieder Jubel – komplexen prismatischen Habitus.

Nach etwa drei Stunden ungestörter Arbeit hatte ich den Haufen umgedreht und die ursprüngliche Fundsituation stellte sich immer klarer heraus. Das Haufwerk war der Auswurf einer spaltenförmigen Kluft, die sich nur noch als letzter unscheinbarer Belag von Chlorit an der Gesteinskante abzeichnete. Dort wo die Stufe an die Felswand stieß, zeigte sich noch der auslaufende Rest einer kleinen Boudinage (Einschnürung), in der ich den größten prismatischen Anatas des Tages mit etwa 5mm Größe finden konnte.

Was war das Ziel der Strahler, die vor mir an dieser Stelle die komplette Kluft abarbeiteten, und doch den Großteil der Stufen liegen ließen ? Größere Anatase vielleicht ? Kaum wahrscheinlich, bedenkt man doch, daß die hier vorkommenden Anatase aufgrund ihrer Ausbildungsform zu den besten des Wannigletschers zählen dürften und bislang keine Bekanntheit erlangten. Quarze ? Nicht an dieser Stelle. Es gab hier kein Quarzband und alle Stüfchen, die im Haufwerk lagen, waren abgesehen von Mikrokriställchen, quarzfrei. Ein auffälliges Mineral der Paragenese waren taflige hochglänzende Hämatite – unter meinen Funden allerdings nur im Millimeter-Bereich. Kamen sie vielleicht in der Kluft als zielführendes Mineral der Abbau-Arbeit vor ? Oder lag der Fall ganz anders – wurde hier abgebaut, weil man hier abbauen konnte ? Weil eine Felsschwarte nach der anderen wie von selbst umklappte, der Grübler immer tiefer stieß ? Hoffend auf den großen Fund, der dann bis zum Schluß doch nicht kam ?

Auf der Seite neben der Kluft lagen nun mehr als einhundert Stufen unterschiedlichster Qualität, was Zahl und Größe der Anatase betraf. Ruedi traf ein und war begeistert ob der tatsächlich und der vermuteten Schönheit der noch ungesäuberten Kleinstufen. Würde es nur den Anatas betreffen, könnte man jetzt auswählen, die Schöneren verpacken und mitnehmen und den Rest für folgende Sammler liegen lassen.

Allerdings gibt es eine unter Sammlern bekannte Synchronizität, die zu dieser Zeit noch nicht auf wissenschaftliche Stichhaltigkeit überprüft war, aber dennoch sehr augenfällig ist. Finden sich in einer Kluft ungewöhnlich ausgebildete Anatase, so ist auch mit dem Auftreten des seltenen Minerals Gasparit in Form von Pseudomorphosen oder kleinsten Einzelkriställchen dieses seltene Arsenates zu rechnen. Die Ungewöhnlichkeit bezieht sich zum ersten auf die Größe der Anatase, aber, was im ästhetischen Sinn bemerkenswerter ist, auf die Ausbildung seltener Flächentrachten. (sh. Artikel von Weiß, Praeger, Peter, Stoll im Lapis 06/2007 „Prismatische Anatase aus dem Binntal: weltweit einmalig !“ die die Ausbildung seltener Flächen, vor allem die des Prismas, auf Wachstumshemmungen zurück führen, die eventuell durch arsenhaltige Lösungen verursacht wurden.) Ruedi und ich hatten noch nie Gasparit selbst finden können, wussten aber um diese Besonderheit durch Funde die beispielsweise von Norbert Burgener am Cervandonit-Kopf gemacht wurden (bis 4 mm große Gasparit-Pseudomorphosen nach Synchisit zusammen mit bis zu 8mm großen gelben prismatischen Anatasen mit schwarzer, komplex-pyramidal ausgebildeter Kopfzone, sowie von Funden auf der italienischen Seite des Scherbadung (Monte Cervandone) durch Claudio Albertini (hier fanden sich die Gasparite zusammen mit hoch metallisch glänzenden, bis etwa 1cm großen flachpyramidalen Anatasen).

Deswegen schnappte sich Ruedi zwei Stüfchen und versuchte eine vorsichtige Reinigung mit einer Zahnbürste in einer Schmelzwasser-Pfütze. Auf dem ersten Stüfchen wurde der Besatz von Anatasen durch das Spülen zum Leuchten gebracht, und auf dem zweiten Stüfchen entdeckten wir unter der Handlupe, kleine weiße bis rosafarbene Rosetten und tönnchenförmige Aggregate. Wir hatten unseren ersten Gasparitfund ! Wir trennten nun die Stufen nicht mehr nach ästhetischem Anspruch, sondern beschlossen, alle mitzunehmen und unter dem Binokular zu untersuchen. Dennoch schafften wir es irgendwie, alle Stufen mit ins Basislager zu nehmen. Dort wurden sie in Fässer verstaut und mit dem Helikopter zwei Tage später ausgeflogen. Unten in Imfeld konnten wir uns dann die Zeit nehmen, die Stufen zu säubern, zu begutachten und auf drei Personen aufzuteilen. Unter dem Binokular zeigten sich die Anatase in ihrer wahren Schönheit: hochglänzende, vielflächige Kristalle in braunroten Farbtönen, oft mehrere Kristalle dicht beieinander, in atemberaubenden Kompositionen. Die Gasparite waren als typische Pseudomrphosen nach Synchisit ausgebildet – viele kleine weiße bis hellrosafarbene Kristalle zeichneten die ehemals tonnenartige Form des Seltenerdenkarbonates nach. Kleine mysteriöse, gelbe, flach-dipyramidale Kristalle von eher wächsernem Glanz stellten sich als Chernovit heraus. Ansonsten umfasste die für den Wannigletscher eher arme Paragenese noch Adular, Quarzkriställchen, Chlorit und Hämatit.

Während sich Raffael, schon längst wieder von anderen Dingen angelockt, lärmend von dannen trollt, blicke ich noch einmal auf meine Narbe und ahne, dass diese Verletzung vielleicht zusammenhängt mit dem großen Fund. Dass es einen bedingenden Zusammenhang gibt, und nicht nur eine spannende Geschichte. Dass der Sturz ins Eis ein Tiefpunkt war – eine Warnung, eine durchlebte echte Gefahr, die gerade noch glimpflich endete. Die Belohnung durch einen Fund nach dem Schock der Verletzung war eine Versöhnung, deren Echo bei jedem Steinesammeln zu hören ist, wenn die Ahnung eines Fundes zur Hektik im Werkzeug-Gebrauch führt.

Mineralien (Anzahl: 88)

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ZurücksetzenAlAsAuBBaBeBiCCaCeClCrCuFFeHKLaMgMnMoNNaNbNdOPPbSSiSrThTiUVWYZnZr
Albitr
Slg. thdun5
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
2M
Anatasr
Slg. thdun5
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
BM
Hyalit (Var.: Opal)M
Klinochlorr
Slg. thdun5
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
Metatorbernitr
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014).
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
Metazeuneritr
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014).
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
Meta-Autunitr
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014).
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
Muskovitr
Slg. thdun5
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
Thoritr
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014).
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
'Thorogummit'r
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014).
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
Zeuneritr
van der Burgt, A., S. Cuchet & M. Crumbach (2014).
(Wallis/Goms, Bezirk/Binn/Kriegalptal (Chriegalptal)/Wannigletscher-Scherbadung)
M
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Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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Mineralbilder (128 Bilder gesamt)

Cafarsit x
Aufrufe (Bild: 1378925541): 1065
Cafarsit x

Cafarsit auf Quarz , Wannigletscher, Binntal, Wallis, Schweiz. BB ca 3 mm

Sammlung: anatase2
Copyright: derhesse
Beitrag: derhesse 2013-09-11
Cafarsit
Aufrufe (Bild: 1415372575): 858
Cafarsit

Bildbreite: 10 mm; Fundort: Wannigletscher, Binntal, Wallis, Schweiz

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Hg 2014-11-07
Senait
Aufrufe (Bild: 1415718505): 629
Senait

Bildbreite: 1,8 mm; Fundort: Wannigletscher, Binntal, Wallis, Schweiz

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Hg 2014-11-11

Gesteine (Anzahl: 4)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

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  • Cuchet, S, A.v.d. Burgt, M. Crumbach & E. Sartori (2018). (Nb)-Anatas, Titanit: über eine spannende Familiengeschichte (Binntal, CH - Devero, I). Schw. Strahler, Jg.52, H.1, S.2-14.
  • guefz

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