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Septarie

Etymologie: Abgeleitet von lat.: s(a)eptum = Scheidewand


Septarien sind linsenförmige oder knollige Kalkkonkretionen in karbonatischen Gesteinen (Kalk-Tone), welche im Inneren durch Austrocknung bedingt radiale Schrumpfungsrisse haben. Sie enstehen durch lokale Anreicherung von Calciumkarbonat infolge Zersetzung organischer Substanzen. In ihrem Inneren sind sie von Austrocknungs-, bzw. Schrumpfungsrissen durchzogen. Häufig scheiden sich in diesen Rissen Mineralien wie Calcit (Septenbildung), aber auch Siderit, Pyrit, Baryt oder Quarz ab. Im Zentrum von Septarien findet sich sehr häufig ein Nucleus aus ursprünglich organischem Material.

Entstehung von Septarien
Man vermutetet, dass die Entstehung von Septarien auf die Zersetzung von Organismen zurückgeht; bei diesem Prozess kommt es zur Zersetzung organischen Materials und zu Bildung von Ammoniak und Aminen, was im umliegendem Sediment zu einer pH-Wert-Erhöhung führen. Dieser erhöhte pH-Wert setzt die Löslichkeit von Karbonaten herab, was zum Hinwandern und Abscheiden von Karbonaten am Fossil führe. Auf diese Weise entstehe im umliegenden Sediment eine Untersättigung an Karbonaten, die ihrerseits zum Hinwandern immer neuer karbonatischer Porenwässerlösungen führe. Auf diese Weise können sich Septarien immer weiter vergrößern, bis die Zersetzung des organischen Materials, also die Ammoniakentstehung, beendet ist oder aber der Nachschub von Kalk versiegt. (Tw. entnommen und zitiert Lippmann, F., 1955)

Rykart, R. (1995) beschrieb, dass Quarz-Kristalle in Septarien in einem kohlestoffhaltigen Milieu wachsen und oft methanhaltige Vakuolen umschließen. Aus diesem Grunde enthalten bei unter 170 °C gebildete Kristalle auch Einschlüsse von Kohlewasserstoffen und Gemenge aus diesen (Bitumen, Kerogen, Erdöl).


Bilder

Septarie
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Septarie

In der Septarie sind 2 Ammoniten angeschnitten, die Spalten sind überwiegend mit Calcit sowie teilweise mit Cölestin gefüllt. Größe: 16 x 10 cm

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Beitrag: Bode 2018-09-03
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Septarie
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Septarie

Tongrube des Zementwerkes; Geisingen, Tuttlingen, Freiburg, Baden-Württemb. Ca. 38cm.

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Beitrag: Doc Diether 2017-09-27
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Septarie mit Calcit und Baryt
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Septarie mit Calcit und Baryt

Fundort: Moriez/Saint-André-les-Alpes, Frankreich; Größe: 23 x 17 cm

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Beitrag: Bode 2017-09-02
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Septarie
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Septarie

ein 15 cm großes Bruchstück einer Septarie aus den Tonschiefer- und Grauwackeschichten die am Nordrand des Steinbruches anstehen; Steinbruch Winterberg; Bad Grund

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Beitrag: Harzsammler 2016-03-10
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Pyrit
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Pyrit

Septarie aus dem Zechsteinmergel mit Pyrit xx neben Calcit xx auf Dolomit xx; Gera-Trebnitz, Thüringen, BRD; Stufe: 12 x 10 cm

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Beitrag: chribiedav 2015-07-29
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Calcit
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Calcit

Septarie aus dem Zechsteinmergel mit Calcit xx; Gera-Trebnitz, Thüringen, BRD; Stufe: 15 x 9 cm

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Beitrag: chribiedav 2015-07-29
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Calcit
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Calcit

Septarie aus dem Zechsteinmergel mit Calcit xx auf kleinen Pyrit xx; Gera-Trebnitz, Thüringen, BRD; Stufe: 24 x 10 cm

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Beitrag: chribiedav 2015-07-29
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Calcit
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Calcit

Septarie aus dem Zechsteinmergel mit Calcit xx auf kleinen Pyrit xx; Gera-Trebnitz, Thüringen, BRD; Stufe: 13 x 8 cm

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Beitrag: chribiedav 2015-07-29
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Calcit
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Calcit

halbe Tonseptarie mit Calcit xx; Tongrube der Ziegelei Vehlitz bei Gommern, Sa.-Anhalt, BRD; Stufe: 21 x 11 cm

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Beitrag: chribiedav 2015-04-05
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Vorkommen

Septarien sind weltweit zu finden und kommen gewöhnlich in karbonatreichen Tonschiefern vor. Eine im mittleren Oligozän abgelagerte Schicht, der Septarienton, erhielt wegen des regelmäßigen Vorkommens von Septarien diesen Namen .Bekannte Septarien-Vorkommen sind in

Deutschland

  • Tongrube Hermsdorf in Berlin. Der Septarienton wurde hier in den 1920er Jahren Typuslokalität für verschiedene Kleinstfossilien.
  • Bad Freienwalde in Brandenburg, siehe Bad Freienwalde
  • Tongruben in der Nähe des Scharmützelsees, Buckow, Brandenburg. Heute nur wenig aufgeschlossen, früher Calcit und Gips.
  • Arpke in Niedersachsen. In den Septarien sehr schöne Calcite, die unter UV- Licht intensiv leuchten, daneben schön regenbogenfarbiger Siderit.
  • Sarstedt in Niedersachsen. Mit Coelestin xx, Greigit, Chalkopyrit, Siderit xx und anderen.
  • Hoheneggelsen in Niedersachsen. Heute verfüllt, früher FO guter Baryte und Whewellit (!).
  • Bernsen, Weserbergland, Niedersachsen: große Septarien, schöne Calcite, Dolomit(auch rosa), Baryt(weiß, blättrig, kugelig) selten Coelestin, kleine Chalkopyrite, Pyrite, tolle Quarze (Milchquarz, oft wasserklar, selten Szepter, 0,5cm - 3cm)
  • Papenbrink, Weserbergland, Niedersachsen: große Septarien, Mineralien wie beim Fundort Bernsen
  • Beim Autobahnbau in Arnsberg-Neheim wurden sehr große Septarien bis über 2 m Länge gefunden. In den Schrumpfungsrissen fanden sich Quarze in Zepter- Ausbildung. Oft rauchig- braun.
  • Bekannt ist ein Septarienton aus dem Gebiet Magdeburg-Halle (ein feinsandig - schluffiger Ton aus dem Oligozän).

Frankreich

  • Remuzat in Südfrankreich. Septarien mit wasserklaren Quarzen. Diese werden "Mirabeau- Diamanten" genannt. Dieser Fundort ist so gut wie abgesucht.
  • In einem Seitental bei Sisteron, Dept. Drome, Südfrankreich: Bis zu fünf Mineralien in ein und derselben Septarie: Calcit, Quarz, Dolomit, Cölestin und Strontianit. An nur einer Fundpunkt waren die Cölestin-haltigen Septarien mit einer wasserklaren, stark riechenden, petroleumartigen Flüssigkeit gefüllt.
  • Condorcet, Dept. Drome: Erdölführende Klüfte. Hier findet sich neben Quarz , Calcit, Dolomit, Cölestin u.a. Mineralien auch Whewellit in Septarien.
  • Propriac-les-Bains (Dept. Drome)
  • LÖaragne, Ribiers und Orpierre-Col de Perty (Einzelfundstellen Foret de Beynaves, Sainte Colombe, St. Genis) und St. Pons, Dept. Hautes Alpes)

England

  • Ausgezeichnete Septarien an der Küste von Devon.

USA

  • Zion National Park

Literatur

  • Jahn, S., 2005; Aktuelle Funde von Coelstin und Strontianit in Septarien aus der Drome bei Sisteron, Frankreich. Min. Welt :3, 46-53
  • Lippmann, F., 1955; Ton. Geoden und Minerale des Barreme von Hoheneggelsen. Geol. Rundschau :43, 475503
  • Martin, R., 1990; Der Whewellit von Condorcet (Drome, Frankreich). Schweizer Strahler: 7, 406-432
  • Oddoy, R., Schürings, H., 1989; Mineralien in Septarien der Provence. Lapis: 14, 3, 30 ff.
  • Rykart, R., 1995; Quarz-Monographie


Quellangaben


Links

Mineralienportrait/Calcit/Septarien


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