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Siemens-Martin-Verfahren

Das Siemens-Martin-Verfahren benutzt man zur Reinigung von Roheisen. Man möchte damit Stahl gewinnen. Es gehört zu den sogenannten Herdfrischverfahren.

Wenn man aus im Hochofen gewonnenem Roheisen Stahl erzeugen will, müssen die enthaltenen Begleitelemente wie Kohlenstoff, Mangan, Silicium, Phosphor und andere entfernt werden. Das geschieht durch das so genannte Frischen. Dabei werden die Begleitstoffe oxidiert und entweichen entweder gasförmig (z. B. CO2) oder schwimmen als Schlacke von festen Oxiden auf dem flüssigen Stahl.

Der oxidative Effekt wird beim Siemens-Martin-Verfahren durch die Zugabe eines bestimmten Anteils an Schrott oder Roheisenerzen erreicht, die Sauerstoff an die Schmelze abgeben.

Der Herdofen wird meist mit der Siemensschen Regenerativfeuerung kombiniert, die in einer darunterliegenden Kammer untergebracht ist. Hierbei werden in Regenerationskammern die gasförmigen Brennstoffe durch die Abgase aus dem Ofen vorgewärmt, um die nötige Temperatur von 1800 °C zu erreichen. Auch die heißen Flammgase haben oxidative Wirkung und werden direkt in die Schmelze geleitet.

In Mitteleuropa wird das Siemens-Martin-Verfahren wegen seiner nicht ausreichenden Produktivität nicht mehr eingesetzt und ist inzwischen durch die Sauerstoffblasverfahren, wie Linz-Donawitz-Verfahren (LD-Verfahren) (Konverter) abgelöst.


Literatur:

  • A.F. Hollemann & N. Wiberg. Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 91.-100. Aufl. W. de Gruyter, Berlin, New York. 1985. S.1132ff.

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