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Die Minen von Riotinto / Minas del Rio Tinto

Steckbrief

Land

Spanien

Re­gi­on

Andalusien (Andalucía) / Huelva, Provinz / Riotinto

GPS-Ko­or­di­na­ten

Riotinto



Riotinto

WGS 84: 
Lat.: 37,70263333° N, 
Long: 6,59651111° W
WGS 84: 
Lat.: 37° 42' 9,48" N,
   Long: 6° 35' 47,44" W

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergbaurevier mit einem Alter von ca. 4000 Jahren, womit es wohl das älteste aktive der Welt sein dürfte.

Geo­lo­gie

Größtes und bekanntestes Pyrit-Vorkommen auf der Iberischen Halbinsel.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=1230
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (12 Bilder gesamt)

Bergbaurevier Rio Tinto
Aufrufe (Bild: 1129005534): 2563
Bergbaurevier Rio Tinto

Rio Tinto, Huelva, Spanien

Copyright: Peter Seroka
Beitrag: Collector 2007-12-02
Bergbaugebiet Riotinto
Aufrufe (Bild: 1129005397): 2327
Bergbaugebiet Riotinto

Spanien/Andalusien (Andalucía)/Huelva/Riotinto

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2007-12-02
Bergbaugebiet Riotinto
Aufrufe (Bild: 1129005362): 1892
Bergbaugebiet Riotinto

Spanien/Andalusien (Andalucía)/Huelva/Riotinto

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2007-12-02

Ausführliche Beschreibung

Offiziell: Comarca Minera de Riotinto

Die Lagerstätte Riotinto ist das älteste Bergbaurevier der Welt. Der Name stammt von dem gleichnamigen Fluss Rio Tinto (gefärbter Fluss), dessen Wasser aufgrund seines starken Mineralgehaltes von giftiggelb über zartrosa bis tief blutrot gefärbt ist.


Lage

Ca. 70 km NE von Huelva, im Osten bis an die Grenze zu Sevilla. Das Revier umfasst sieben Gemeinden rund um das ca. 5.000 Einwohner zählende Städtchen Rio Tinto, ca. 6km E der N 435.

Etwas außerhalb von Riotinto liegt die größte Übertagegrube Europas Corta Atalaya (1.200 x 900 m, ca. 350 m Tiefe).


Geschichte

Abbau von Kupfer in der Kupferzeit (bis ca. 3.000 v. Chr.) bis zu den Phöniziern; Gold und Silber durch die Römer (ab ca. 200 bis 300 Jahre n. Chr.). Danach über viele Jahrhunderte Rückgang des Bergbaus. Ab 1873 mit Gründung der Rio Tinto Mining Company koloniale Ausbeutung der Lagerstätte und der Menschen durch Engländer; nachdem das Vorkommen fast erschöpft war, ging das Bergwerk 1954 in spanischen Besitz über. Seitdem gingen die Abbaurechte durch die Hände verschiedener internationaler Konzerne, zuletzt einer US-Gesellschaft, die jedoch nur an der Kupferhütte in Huelva interessiert war und die den Abbau einstellen wollte. Anfang August 1995 kaufte ein Konsortium aus einheimischen Bergleuten die Rechte, um ggf. aus den Schlacken aus römischer Zeit noch etwas Gold und Silber zu gewinnen, was jedoch fraglich blieb. Es gibt noch genügend Kupfer, doch angesichts des gefallenen Kupferpreises ist ein wirtschaftlicher Abbau nicht sinnvoll. Die Gruben sind aus diesem Grunde zur Zeit inaktiv.

Als Primärerz wurde in der Vergangenheit Pyrit abgebaut und wesentlich zur Herstellung von Schwefelsäure verwendet; in heutiger Zeit konzentriert sich die Förderung und Aufbereitung auf die Basismetalle Cu, Zn, Pb, welche lokal in bedeutenden Mengen vorkommen.


Geologie und Lagerstätten

Die Lagerstätten des riesigen Gebietes der sogenannten "Faja Pirítica Ibérica" (Iberischer Pyritgürtel) erstrecken sich über ein Gebiet von 230 km Länge und 50km Breite (von Lousal in Portugal bis Aznalcóllar in Andalusien), welche aus mehr als hundert bis zu 1.000 m mächtigen Pyritkörpern (Primärerz) bestehen und begleitet werden von Chalkopyrit, Sphalerit und Galenit (Sekundärerz). 99% der Erzmassen bestehen aus den vier genannten Mineralien. Die Erzkörper sind exhalativ (Fumarolen) aus submarinen Vulkanen vor 350 Mio. Jahren (Oberes Paläozoikum/Karbon, herzynische/variskische Orogenese) gebildet worden und liegen in einem dendritischen sedimentären Bett, assoziiert mit vulkanischem Material (Vulkano-sedimentärer Komplex aus Rhyolithen und Andesiten). Grob strukturiert ist die Lagerstätte Rio Tinto aus einem basischen Komplex aus Laven und Tuffen, darüberliegend pyroklastisch-sedimentäre Einheiten, einem sauren Komplex (Dacite und Ryolithe), einer Transitionsserie (vulkanische Brekzien, massive Sulfide, Manganmineralien und Jaspilit) sowie einer aufliegenden Kulm-Schieferschicht aufgebaut.

Die wichtigsten Mineralisationen treten in Stockwerken, massiv, disseminiert (imprägniert), remobilisiert und als Eiserner Hut auf (typisch rote Kuppen der Oxidationszone, welche bis 70 m mächtig sind, aus Fe-Oxiden und -Hydroxiden bestehen und welche tw. mit Au und Ag angereichert sein können.

Das mit Pyrit vermengte Gestein wird lokal als Pyritit bezeichnet.

Neben Riotinto gehören zu diesem Pyritgürtel auch die großen Reviere Tharsis, Aznalcollar, Lousal und Neves Corvo.

Zu den wichtigsten Lagerstätten gehören die Gruben mit massiven Sulfiden (26 Reviere), Manganerzgruben (7 Reviere), gangförmige Lagerstätten, in welchen Flußspat, Cu, Sb, Pb-Ba und Pb abgebaut wurden (6 Reviere).


Mineralien

Mineralien des Iberischen Pyritgürtels

Sulfidische Erzkörper

Mineralien aus dem Eisernen Hut und aus Verwitterung

Neugebildete Mineralien (Bsp. Pozo Alfredo) und Kontaktzonen


Sammlerinformationen

Besucherbergwerk

Ab dem Museum kann man täglich mit dem Ferrocarril Turistico-Minero auf einer 12km langen Strecke entlang des Rio Tinto eine faszinierende Reise in die Bergbauvergangenheit unternehmen; die Strecke führt durch wildromatische Täler entlang der alten, in allen Farben gefärbten Abbaue und Schlacken, säurehaltigen erstarrten Schlämme und der historischen Grubengebäude, uralten Förderanlagen und Türme (Abfahrt Mitte Okt. bis Mitte April nur Sa/So um 16:00 Uhr, Mitte April bis Mitte Juni Sa/So 17:00 Uhr, Mitte Juni bis Mitte Juli Sa/So 14:00 Uhr, bis Mitte September täglich um 14:00 Uhr). Der Zug besteht aus einer Diesellok aus den 50er Jahren, die offenen Wagen stammen aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts.

Das 1992 eröffnete Museum ist das ehemalige Krankenhaus der englischen Minengesellschaft und enthält aufschlussreiche Artefakte von der Kupfer- bis Bronzezeit, ein römisches Wasserrad und römische Statuen, Schmuck und Glaswaren, Nachbau eines römischen Stollens, Funde aus der Zeit der maurischen Besetzung Spaniens sowie sehr viele Dinge aus der Bergbau-Industriearchäologie des 19. und 20. Jh.s.

Pozo Alfredo

Unter Sammlern als ein Eldorado für gut ausgebildete Sulfate bekannt. Der Pozo (Schacht) liegt im Bereich des Erzkörpers Masa San Dionisio (zu der auch die o. a. Grube Corta Atalaya gehört); die Oberfläche des Erzkörpers besteht aus einer ca. 1.200 m breiten und 50-60 m tiefen Masse aus Sulfaten, welche tw. stalaktitisch auftreten und am Kontakt zur Pyritmasse und zu Chloriten liegen. Die besten Sulfatstufen kamen aus den Kammern 6 und 18 auf der 33. Sohle des Schachtes. Sammeln im tw. abgesoffenen und einbruchsgefährdeten Schacht ist risikoreich; es gibt jedoch eine spanische Sammlervereinigung, resp. Geologen, welche das Sulfatvorkommen systematisch untersuchen. Teilweise weltbeste Kristalle von Melanterit (Stufen bis 30 cm, Stalaktiten bis m-Größe), Voltait, Kornelit sowie Coquimbit (rosa) vergesellschaftet mit tiefblauem Chalkanthit.

Sammeln

Auf den unübersehbar riesigen Halden, die meisten davon am Rand frei zugänglich und mit Kfz anfahrbar, kann man mühelos verschiedenartige Mineralien sammeln, vorherrschend meist in vielen Farben iridisierender Goethit, Chalkanthit, Pyrit, Chalkopyrit, Jarosit, Schwefel, Dolomit, Siderit, Gips, Baryt, Azurit, Chlorit und Epidot aus Kontaktzonen. Man sollte sich einige Tage Zeit nehmen, da das Revier wirklich sehr ausgedehnt ist.

Achtung: Nicht wenige der alten Schlackenberge und Abraumhalden sind verseucht, bzw. mit Schwefelsäure durchsetzt.

Mineralien (Anzahl: 154)

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ZurücksetzenAgAlAsAuBaBiBrCCaCdClCoCuFeHHgIInKMgMnNaNiOPPbSSbSeSiSnTeVZn
Cornetitr
Bocamina (1999). (4), 50-86.
(Andalusien (Andalucía)/Huelva, Provinz/Riotinto)
M
Covellinr
Händlerstufe Fabre Minerals
(Andalusien (Andalucía)/Huelva, Provinz/Riotinto/Corta Atalaya)
2 BM
Schwefelr
Händlerstufe Fabre Minerals
(Andalusien (Andalucía)/Huelva, Provinz/Riotinto/Corta Atalaya)
2 BM
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Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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Mineralbilder (10 Bilder gesamt)

Voltait
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Voltait

Bildbreite: 0,8 mm; Fundort: Rio Tinto Bergbaugebiet, Huelva, Andalusien, Spanien

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Hg 2009-06-27
Goethit
Aufrufe (Bild: 1129008570): 506
Goethit

Bunt angelaufener Goethit in warzigen Aggregaten; Stufe 5 x 8 cm; Riotinto, Andalusien, Spanien

Copyright: Carlos Pareja
Beitrag: Stefan 2007-07-20
Gratonit
Aufrufe (Bild: 1257628784): 2957, Wertung: 7.4
Gratonit

Größe: 15x10 mm; Fundort: Rio Tinto, Huelva, Andalusien, Spanien

Copyright: Carlos Pareja
Beitrag: slugslayer 2009-11-07

Gesteine (Anzahl: 7)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Carraso Martianez, I. (2000). Rio Tinto - La Faja Pirítica Ibérica. Historia. Bocamina, Nr.5, S.8-49.
  • Calvo Rebollar, M., Gomez Diaz, F., Vinals Olia, J., 1999; Mineralogía de la Faja Pirítica Ibérica; in: Bocamina : 4, 50-86.
  • Cheva Espina, M., Carraso Martianez, I., Munoz López-Astilleros, A. & Gómez Delgado, B. (2000). Mineria y Actualidad en la Faja Pirítica Ibérica. Bocamina, Nr.5, S.62-92.
  • Garcia de Miguel, J.M.; 1990; Mineralogia, paragénesis y suceson de los sulfuros masivos de la Faja Pirítica en el suroeste de la Peninsula Ibérica; Boletion geol. y Minero, vol. 101-1, 73-105.
  • Garcia Garcia, G.,1991; Los sulfatos de Pozo Alfredo; Azogue : 9, 18-25.
  • García, G. (1994). Minas de Rio Tinto - 5000 anos de minería. Bocamina, Nr.00, S.43-44.
  • Garcia Garcia, G.; 1996; The Rio Tinto Mines, Huelva, Spain; Min. Rec. 27, 275-85.
  • Gomez Dias, F.; 1999; Rio Tinto: Geologia de los Yacimientos; in Bocamina: 4, 30-46.
  • Grupo Mineralogista de Madrid; 1999; Sonderausgabe Rio Tinto - Cuna de la Minería; Geologia y Mineralogía de la Faja Pirítica Ibérica; Bocamina : 4, Okt. 1999 (umfassendste Beschreibung mit fantastischen Geo-, Bergbau und Mineralienfotos.)
  • Maroto Aranda, S. & Ramírez Copiero de Villar, J. (2000). Yacimentos de Manganeso. Bocamina, Nr.5, S.54-58.
  • Nehlig, P., Cassard, D., and Marcoux, E. (1998): Geometry and genesis of feeder zones of massive sulphide deposits: constraints from the Rio Tinto ore deposit (Spain). Min. Depos. 33, 137-49.
  • Palero Fernandez F.J.; 1999; Rio Tinto - Geologia y Metalogenia; Bocamina :4, 12-26.
  • Pinedo Vara, I., 1963; Piritas de Huelva; su historia, mineria y aprovechamiento; Summa; Madrid; 1003 S.
  • Wagenplast, P. (2003). Geologische Wanderungen in Andalusien: Der 'Iberische Pyritgürtel' und die Magnetitlagerstätte Cala, Provinz Huelva. Aufschluss, Jg.54, Nr.1, S.35-41.

Quellenangaben

Einordnung