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Almaden, Revier

Europas ältestes Quecksilber-Bergbaurevier

Steckbrief

Land

Spanien

Re­gi­on

Kastilien-La Mancha (Castilla-La Mancha) / Ciudad Real, Provinz / Almaden, Revier

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=1218
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage

Almaden ist eine Kreisstadt in der Provinz Ciudad Real, S von Madrid, nahe der Grenzen zu den Provinzen Cordoba und Badajoz. Die Minas de Almaden umfassen die Gruben Pozo San Teodoro (im Zentrum), Almadenejos (El Entredicho und Gil Obrero), Las Cuevas, La Vieja Concepción, La Nueva Concepción und Guadalperal.


Geologie und Lagerstätten

Präkambrische Quarzite, Granodiorit-Intrusionen, subvulkanische Basalte und Diabase. Zwei Lagerstätten-Typen: Imprägnationen in paläozoisch- bis devonischen Quarziten (Almaden, Vieja Concepción, El Entredicho) und hydrothermale, schmale Gänge in vulkanischen Gesteinen: Nueva Concepción (große linsenförmige Körper), Las Cuevas (Stockwerke, Kamin), Guadalperal (devonische Laven). Es wird angenommen, dass sich die Lagerstätte durch Imprägnation der vulkanischen eruptiven Materialien (Laven und Pyroklastika) und durch detritische Sedimentite, welche durch den Vulkanismus beeinflusst wurden, gebildet hat.
Im weiteren Bereich von Almaden finden sich zahlreiche gangförmige Mineralisationen von Pb-Zn und Cu aus einem Tiefenpluton, bzw. aus dem Batholith Pedroches (Ursprung im Karbon). Aufgrund des weltweiten Basismetall-Weltmarktproblems ist ein wirtschaftlicher Abbau dieser Lagerstätten zur Zeit nicht denkbar, wenngleich die Reserven erfolgversprechend sind (Bsp.: Chillon, nahe Almaden).
Almaden gehört zu den weltgrößten Quecksilber-Lagerstätten.


Bergbau

Historische Quecksilber-Mine, wo schon im 5. Jh. v. Chr. die Kelt-Iberer Bergbau betrieben (ursprünglicher Name Sisapo) und Quecksilber bereits von Ägyptern und Römern als unerlässliches Mittel zur Goldgewinnung geschätzt wurde. Ausbau der Aktivitäten durch die Römer (Las Cuevas, Guadalperal), erste bergbauliche Blütezeit während der arabischen Besetzung / aus welcher der Name stammt: Hins-Al-Madem). In der Folge der Jahrhunderte mehrere größere Besitzwechsel, wobei u.a. auch die Fugger (120 Jahre vom 15.-16.Jh.)involviert waren; dann lange Zeit Besitz der spanischen Krone, ab 1835 bis 1921 das Haus Rothschild, danach Regierungsbesitz; 1970 Weltmarkt-Quecksilberkrise. Die aktuelle Berggesellschaft ist Minas de Almaden y Arrayanes S.A. (MAYASA), wesentlicher Abbau der Mina El Entredicho.


Mineralien

Das wichtigste Mineral ist Zinnober (Cinnabarit), welches als Imprägnation in Quarzit, aber auch monomineralisch kristallin und massiv auftritt. Kristalle sind eher selten, dann jedoch sehr gut ausgebildet als Prismen, positive und negative Rhomboeder, mit bis zu 13 verschiedenen Kombinationen. Schon Seligmann beschrieb einen Zinnober-Kristall von Almaden als den schönsten und perfektesten seiner Art (zu der Zeit kannte man noch keine chinesischen Zinnober-xx). Im Goldschmidt finden sich 38 Kristallzeichnungen.
Einige Literaturangaben erwähnen Amalgam (Hg-Ag), was jedoch infolge des Fehlens von Ag-Mineralien nicht beweisbar ist.
Röntgendiffraktometrische Analysen erbrachten vielmehr, dass sogenanntes "Amalgam" eine intime Mischung aus Pyrit und Quecksilber ist. (Sainz de Baranda, 1987)


Sammler-Informationen

Gute Zinnober-Kristalle können nur noch in Form sehr schöner Micromounts in den Gruben Las Cuevas (untertage/Zugang allein nicht möglich) und vom offenen Tagebau El Entredicho (Kristallgrößen ca. 5 bis max. 20mm). Massive Zinnoberexemplare bis zu mehreren cm, mit typisch zinnoberroter Färbung, auf denen nicht selten feinverteilte Quecksilberkügelchen sitzen, können von den ortsansässigen Bergleuten oder -mit etwas Geschick- bei der Verwaltung der Minas de Almaden erworben werden. Ein Besuch der Mina El Entredicho ist nur mit Genehmigung von MAYASA möglich (für Einzelpersonen so gut wie unmöglich; eher im Rahmen einer nachweisbaren geol.-/mineral. Exkursion).
In der Umgebung von Almaden, besonders bei Chillon, alte Halden, auf welchen man schöne Bournonit-xx-Micromounts finden kann. Desweiteren ca. 3km von Almaden Richtung Chillon einige bis zu 15m große Ausbisse eines alten Vulkanschlotes, davon etwa 20-30m entfernt schwarzer bis farbiger Obsidian bestehen. Im Inneren des Schlotes kleine, aber gut ausgebildete Chabasite.

Mineralien (Anzahl: 37)

Mineralbilder (10 Bilder gesamt)

Cinnabarit
Aufrufe (Bild: 1296891491): 2292
Cinnabarit

Fundort: Almaden, Ciudad Real, Spanien; Größe: 50 x 70 mm

Copyright: Carlos Pareja
Beitrag: Collector 2011-02-05
Cinnabarit mit ged. Quecksilber
Aufrufe (Bild: 1224215558): 1944
Cinnabarit mit ged. Quecksilber

Fundort: Almaden, Ciudad Real, Kastillien, Spanien - Größe: 5 x 5 cm

Sammlung: Mineralroli
Copyright: Mineralroli
Beitrag: Mineralroli 2008-10-17
Cinnabarit xx
Aufrufe (Bild: 1505215826): 188
Cinnabarit xx

Cinnabarit xx, für Almaden recht groß. Almaden, Spanien. Stufe: 4 × 2.3 × 3 cm

Copyright: montanpark
Beitrag: Alcest 2017-09-12

Gesteine (Anzahl: 8)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Calderon, S. (1910). Los Minerales de Espana.
  • Gebauer, D. (1965). Eine Spanienfahrt. Aufschluss, Jg.16, Nr.6, S.142-43.
  • Oliete, M.; Talaban, J. (1973). Pers. Kommunikation.
  • Hernandez Sobrino, A. (1984). Estructura y genesis de los yacimientos de mercurio de la zona de Almadén; Dissert., Univ. Salamanca.
  • Maturana Campos, S. & Hernández Sobrino, A. (1995). Almaden de Azogue; Bocamina, Vol.1, 38-64.
  • Crawford, J.W. (1988). The Almaden Mines, Ciudad Real, Spain. Min. Rec., Vol.19, H.5, S.297-302.

Quellenangabe:

  • Artikel, Literatur und Sammler-Info (mehr als zehn Besuche von 1971-1995): Collector
  • Beiträge: Mineralroli

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