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Sprengen (Schießen)

Das Zerbrechen oder Zermalmen von Gesteinen oder Gegenständen mittels Spreng- / Explosivstoffen. Anwendung bei der Lagerstättenerkundung, im Bergbau, Straßen- und Tunnelbau, Abriß von Gebäuden und im Krieg (Minen)

Die wichtigste Sprengmittel (mit unzähligen Varianten und Handelsnamen) sind

  • Dynamit
  • Schießbaumwolle (Nitrocellulose)
  • Sprenggallerte
  • Sprenggelatine
  • Ammongelit
  • TNT
  • Quellsprengstoff (nicht explosiv)

Unterscheidung der Explosivstoffe in

  • Brisante: Hohe Entzündungstemperatur, schnelle Verbrennung, zum Sprengen
  • Fulminante: Äußerst leicht und heftig explodierende Substanzen als Zündmittel
  • Impulsive: Langsam verbrennende, zum Treiben von Geschossen

Ablauf einer Sprengung anhand gefundener Werkzeuge im Sauerland aus dem 18. Jht.

Der Stollenvortrieb wurde, getrennt vom Bergbau, zur Erreichung neuer Erzlinsen "verakkordieret". Die Vortriebsgruppe bestand aus 2 Mann. Die Sprenglöcher wurden mittels Handdrehbohrer und Vor-Hammer gebohrt. Die Handdrehbohrer waren ca. 80 cm lang. Ein Mann hielt den Bohrer und während ein anderer schlug, drehte der erste den Bohrer hin und her. Die Bohrungstiefe lag bei ca. 60 cm. Der Bohrungsdurchmesser bei ca 30 mm. Eisendraht von 6 mm Durchmesser wurde am Ende ca 15 mm abgewinkelt und platt geschmiedet. Mit diesem Kratzer wurde das Bohrloch immer wieder gereinigt, um ein Festsetzen des Bohrers zu vermeiden. Nach Fertigstellung der Bohrungen wurden die Sprenglöcher mit Schwarzpulver gefüllt. Jetzt diente der Kratzer als Stopfer. Als Zündschnur dienten trockene Strohhalme, die in einem eigens gefertigten Pulver-Zünder-Köcher aufbewahrt wurden. Die Länge der Strohhalme war so bemessen, dass die Zündung der Ladung erst dann erfolgte, wenn die Bergleute die Grube sicher verlassen hatten. Durch die Sprengung entstanden giftige Gase, die das Betreten der Grube erstmal verhinderten. Deshalb wurde zum Schichtende gesprengt.

s.a. > Erfindungen im Harzer Bergbau


Bilder

BILD:1186673089

Halmbüchse,
Grubenmuseum Bexbach, Saarland, Deutschland
Foto:rtbstone

BILD:1186673119 Zündmaschine,
Grubenmuseum Bexbach, Saarland, Deutschland
Foto:rtbstone

BILD:1186673149

Zündbüchse mit Zünder,
Grubenmuseum Bexbach, Saarland, Deutschland
Foto:rtbstone

Anzeichnen der Bohrloch- und Sprengmuster
Anzeichnen der Bohrloch- und Sprengmuster

an der Ortsbrust mit Laser. Grube Büchenberg, Elbingerode, Sachsen-Anhalt. 1998.

Doc Diether

Quellangaben


Einordnung