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Fritz Steiniger

Friedrich Franz Steininger (geb. 7. 4. 1939 in Wien) ist ein bekannter österreichischer Paläontologe.

Er studierte ab 1957 Paläontologie sowie Zoologie, Geologie, Sedimentologie und Botanik. Er habilitierte sich in Paläontologie mit der Arbeit "Die Eggenburger Schichtenserie und ihr Stratotypus im Neogen des Österreichischen Anteiles der Zentralen Paratethys".

Von 1962 bis 1972 war er Assistent am Institut für Paläontologie in Wien. 1977 wurde er an der Universität Wien zum außerordentlichen Professor für Evertebratenpaläontologie, 1984 zum ordentlichen Professor für Biostratigrafie ernannt. Von 1983 bis 1995 war er (mit einer Unterbrechung) ebenda zudem Vorstand des Institutes für Paläontologie.
1995 erfolgte die Berufung zum provisorischen Direktor des Forschungsinstitutes und Naturmuseums Senckenberg und zum Professor für Historische Geologie und Paläontologie in Frankfurt am Main, 1998 die Berufung zum definitiven Direktor des Forschungsinstitutes und Naturmuseums Senckenberg.

In etwa 300 Publikationen beschäftigte er sich unter anderem mit der Stratigrafie (besonders Biostratigrafie) des Neogens, der Definition der Palaeogen / Neogen Grenze und der globalen Stratigrafie des Zeitraumes Oligozän bis Untermiozän, weiters mit Geodynamik und Paläogeographie (besonders Paläobiogeographie im Oligozän und Neogen des Mediterranen Raumes und der Paratethys). Zudem betrieb er die systematische, taxonomische Bearbeitung von einzelnen Evertebratengruppen und Molluskenfaunen (besonders des Tertiärs) und paläoökologische und aktuopaläontologische Forschungen (vor allem im Neogen und in rezenten marinen Lebensräumen).

Steininger bekleidete eine außergewöhnlich große Anzahl internationaler und österreichischer Funktionen, so war er unter anderem von 1976 bis 1997 Chairman der Working Group on the Palaeogene / Neogene Boundary der International Union of Geological Sciences (IUGS), von 1979 bis 1997 Vorsitzender der Arbeitsgruppe für Stratigraphie der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, von 1980 bis 1992 Vicechairman der Subcommission on Neogene Stratigraphy der IUGS, von 1981 bis 1997 Vorstandsmitglied der Österreichischen Geologischen Gesellschaft, seit 1983 offizieller Vertreter Österreichs bei der International Commission on Stratigraphy der IUGS, seit 1991 Mitglied der geowissenschaftlichen Kommission der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1992 bis 2013 Obmann der Krahuletz-Gesellschaft in Eggenburg, 1993 bis 1997 Mitglied des Österreichischen Nationalkomitees für Geologie und Leiter der Arbeitsgruppe für Stratigrafie, seit 1995 Mitglied des Kuratoriums GEOMAR und Vorsitzender der Deutschen Stratigraphischen Kommission, seit 1996 Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften, ab 1998 Vorsitzender des Deutschen Komitees des International Geoscience Programmes (IGCP) der UNESCO und seit 2002 Mitglied des Wissenschaftlichen Beirates und des Kuratoriums des Deutschen Museums in München.

Im Jahr 2000 wurde ihm das "Große Verdienstkreuzes der Republik Österreich für Wissenschaft und Kunst“ verliehen.


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