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Stoßwellenmetamorphose

Beim Einschlag großer Meteorite und anderer kosmischer Körper (Impakte) pflanzt sich die kinetische Energie in Form überschallschneller Stoßwellen im Gestein fort. Dabei entstehen außergewöhnlich hohe Drücke (von 100 bis 1000kb /Kilobar) und Temperaturen bis zu mehreren tausend Grad. Typische Impaktkrater gibt es auf der Erde (besonders das Nördlinger Ries) und auf dem Mond.

Durch Stoßwellen werden druck- und temperaturabhängig folgende Effekte an häufigen Gesteinsmineralien bewirkt:

  • Quarz (planare Brüche und planare Eelemente, Hochdruckmodifikationen des Quarzes (Coesit, Stishovit), diaplektische Gläser und Schmelzgläser)
  • Feldspäte (planare Elemente, diaplektische- und Schmelzgläser)
  • Glimmer (Knickbänder, planare Elemente und Zerfall)
  • Amphibol (mechanische Verzwilligung, planare Elemente und Zerfall)
  • Pyroxen (mechanische Verzwilligung, planare Elemente und Schmelzglas)
  • Olivin (planare Brüche und Elemente, Rekristallisation)

Die Auswurfsmassen der Impaktkrater werden als Suevit bezeichnet.

Eine nicht durch meteoritische Einschläge bedingte Stoßwellenmetamorphose ist Resultat der Kollision zwischen dem indischen Subkontinent und Eurasien (begonnen vor 71 Mio. Jahren, bis heute anhaltend) unter Bildung des Himalaya. Aus dem Kaghan-Tal in Pakistan stammt Coesit in einem Eklogitgestein (in situ spektroskopisch bestimmt/Raman-Microprobe), welcher bei Drücken über 27kb und ca. 690-760°C gebildet wurde.

s.a. Impakt, Metamorphe Gesteine, Glas, Impakt, Coesit, Suevit, Chaoit, Lonsdaleit, Moissanit, Fullerit


Literatur

  • Abadian, Manutschehr; 1972; Petrographie, Stoßwellenmetamorphose und Entstehung polymikter kristalliner Breccien im Nördlinger Ries; Contributions to Mineralogy and Petrology : 35, 3, 245-262
  • O'Brien, P.J.; Zotov, N., Law, R., Khan, M.A., Jan, M.Q., 2001; Coesite in Himalayan eclogite and implications for models of India-Asia collision. Geol. 29/5 : 435-438

Quellangaben


Einordnung