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Stollen (Berg- und Tunnelbau)

Stollen
Stollen

Wenzel, Oberwolfach, Schwarzw., Baden-Württemb. 3.7.10

Doc Diether


Stollen sind künstlich angelegte unterirdische Gänge für Zwecke des

  • Bergbaus,
  • der Wasserversorgung ( > Erbstollen)
  • zur Aufnahme von Rohrleitungen, Kabeln u. Ä. Stollen,
  • die dem Verkehr dienenden Stollen heißen Tunnel (Fußgänger-, Eisenbahn-, Straßen-, Kanaltunnel).

Tief gelegene Tunnel und Stollen werden bergmännisch ausgeführt.

Bergbau

Im Bergbau werden alle waagerechten („söhligen“) oder fast waagerechten Verbindungen zwischen Erdoberfläche und Lagerstätte als Stollen bezeichnet

Aufbau eines Stollens

Die Tagesöffnung ist das Stollenmundloch, es wird meistens durch eine Gewölbemauerung aus Steinen gesichert. Das Ende des Stollens oder einer Grube, wo auf dem Gestein gearbeitet wird, wird Ort oder Ortsbrust genannt. Von daher stammt der Ausdruck „vor Ort“ arbeiten.

Der Stollen besteht aus der Firste (Decke) (s.a. > Firstenbau), den Stößen (Seiten) und der Stollensohle, in der sich erforderlichenfalls eine Aussparung für die Grubenwässer, die sogenannte Rösche oder auch Saige, befindet. Die Steigung des Stollens (Sohlgefälle) hängt vom Zweck des Stollens ab. Wenn sehr schlammiges Wasser abfließen muss, ist ein größeres Gefälle erforderlich als bei Stollen, die nur der Streckenförderung dienen.

Der Stollenausbau dient der Absicherung vor Einsturz der Stollen im Bergbau, im Tunnelbau und bei der Absicherung von Höhlen. Ein Stollenausbau kann durch verschiedene Methoden erfolgen. Im Bergbau finden Türstöcke, ausgemauerte Gewölbe und Korbbogenprofile aus Eisenbahnschienen oft Anwendung. Bei neueren Gruben bestehen diese aus Eisenprofilen oder Stahl bzw. Beton. Dieses Ausbauen des Stollens, die Zimmerung, nennt man „den Stollen fassen“. Passten bei der Zimmerung die einzelnen Bauelemente (Stempel und Kappen) nicht einwandfrei ineinander, wurde ein kleines keilförmig gehauenes Stückchen Holz, die Stollenlaus, in die Lücke eingesetzt. Musste ein Stollen zur besseren Bewetterung mit einem Lichtloch oder einem Schacht versehen werden, so nannte man dies „den Stollen lösen“.

Erbstollen

Als Erbstollen werden Wasserlösungsstollen bezeichnet, die erbgerechtfähig sind. Oft haben Erbstollen nur die Aufgabe der Entwässerung oberhalb gelegener Bergwerke. Da sie zur Wasserlösung verschiedener Grubenreviere dienten, wurden sie auch Revierstollen genannt. Der bergrechtliche Begriff des Erbstollens beschreibt den Umstand, dass der Besitzer dieses Stollens das Recht hatte, von allen Bergwerken, deren Wasser er ableitete, als Abgabe eine sogenannte Erbstollengebühr zu erheben.

Erbstollen erreichten zum Teil beträchtliche Längen. Der längste Erbstollen des Ruhrgebietes, der Schlebuscher Erbstollen, hatte schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Länge von 13 km. Auch der 1844 begonnene Rothschönberger Stolln, der eine Länge von 50,9 km erreichte, galt während seiner Errichtung als Erbstollen.

Wetterstollen

Wetterstollen haben die Aufgabe, das Grubengebäude zu bewettern. Sie wurden hauptsächlich beim Braun- und Steinkohlenbergbau eingesetzt. Voraussetzung für den Einsatz von Wetterstollen waren die besonderen örtlichen Verhältnisse. Sie werden möglichst kurz und ohne Krümmungen angelegt, so dass die Luft ohne großen Widerstand durchziehen konnte. Um die Kaminwirkung auszunutzen, werden sie mit starkem Ansteigen gegen den Ausgang aufgefahren. Wetterstollen haben nur eine untergeordnete Rolle, da der Einsatz von Wetterschächten überwiegend vorteilhafter ist.

Förderstollen

Bei größeren Bergwerken werden separate Förderstollen zum Herausfördern der nutzbaren Mineralien und der Berge genutzt. Diese Stollen werden so ausgerichtet, dass sie möglichst kurz sind, damit die Förderung effektiv und kostengünstig gestaltet werden kann.



Einordnung