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Streifung von Mineralien

(engl.: striation, Doppelbedeutung siehe Striation )

Sichtbare, meist sehr feinstrukturierte parallele Markungen (Markierungen, Streifen, Furchen, Rillen, Riefungen, Kerben), gewöhnlich auf prismatischen, säulenförmigen, stengeligen oder nadelförmigen, langgestreckten oder flachtafeligen Mineralien (jedoch nicht darauf beschränkt). Es sind keine Kratzer (wie manchmal angenommen), besonders nicht auf durchsichtigen Kristallen. In der Regel sind die Färbung und/oder Streifen nicht kontinuierlich, sodass sich dadurch Reflektionen ergeben.

Streifungen sind ein Produkt des Kristall-Habitus. Sie können sowohl zur Identifizierung beitragen als auch die Attraktivität eines Minerals erhöhen.

Diese Art der Oberflächen-Streifung ist von den Wachstumsstreifen, z.B. einer konzentrischen Streifung Zonierung , zu unterscheiden. Bei dieser Art der Streifung wird durch unterschiedliche Wachstumsgeschwindigkeiten der Einbau von Fehlstellen geändert. Das wirkt sich auch viele Kristalleigenschaften wie z.B. Brechzahl und Farbe, aus. Diese Streifen sind, falls Sie "schön" regelmäßig sind ein hinweis auf einen synthetischen Kristall. Schwankungen in der Ofenregelung sind oftmals periodisch und die Kristallrotation einiger Züchtugnsverfahren führt ebenfalls zu sehr feinen Streifungen.


Wie entstehen Streifungen?

Geotektonische Bedingungen

Streifungen können durch Scher- oder Schubkräfte bei intensiven tektonischen Bewegungen entstehen.

Änderungen der Kristallisationsbedingungen

Die wesentliche Ursache der Entstehung von Streifungen während des Kristallwachstums ist die häufige Aneinanderreihung (Konvergenz, Nebeneinandersetzung, Juxtaposition) schmaler Vizinalflächen. Diese Vizinalflächen können durch Änderung der Kristallisationsbedingungen (Temperaturschwankungen oder auch Inhomogenitäten in der Nährphase) während des Wachstums, aber auch durch Auflösung enstehen. Eine der Flächen wird "abgebrochen" bzw. von der anderen Fläche übernommen, behält jedoch ihren "Abdruck" (Markierung) in Form einer fast kaum wahrnehmbaren Kante oder eines Streifens bei. Diese Kante oder Streifen wiederholt sich wieder und wieder während des Kristallwachstums und kann die gesamte Fläche mit diesen kleinen Streifen oder Kanten füllen. Die Streifungen treten meist parallel zur Hauptachse des Kristalls auf; manche Streifungen sind auch dreieckig oder überkreuzt. Sind die Streifungen sehr fein in ihrer Textur, entsteht dadurch ein seidiger Glanz.

Auch die lamellenartige Verzwilligung ist eine nicht ungewöhnliche Ursache für Streifungen. Die Zwillingsstreifung ist Folge der polysynthetischen Anlagerung der Kristalle (u.a. Sphalerit, oft bei Plagioklas). Die Zwillingsgrenzen verursachen eine Störung auf der Kristallkante. Bei dieser lamellaren Verzwilligung werden die Zwillinge hundertfach in einem Kristall wiederholt und bilden dadurch eine ausgeprägte Streifung.

  • Streifung durch Phasenübergang

    (siehe unten > Perowskit)


Welche Mineralien sind gestreift?

Die bekanntesten Streifungen finden sich bei Quarz, Pyrit, Turmalinen, Epidot, Brookit, Feldspäten, Amblygonit, Apophyllit, Sphalerit, Winchit und Perowskit.

  • Quarz

    Bei Quarz werden die Streifungen durch Juxtaposition der Prismenflächen mit den Rhomboederflächen hervorgerufen. Die daraus entstehenden Streifungen sind rechtwinklig (horizontal) zum längsgestreckten Kristall und erscheinen nur auf den Prismenflächen. Die Streifungen auf Quarz sind sehr charakteristisch und helfen bei der Unterscheidung von anderen transparenten, längsgestreiften Mineralien.

    Nahtförmige Linien, welche in unregelmäßigem Verlauf in mehr oder weniger vertikaler Richtung auf den Prismen- oder anderen Flächen sichtbar sind, sind Suturen (Anzeichen von Verzwilligung) und keine Streifungen. Es ist jedoch nicht selten, daß die Streifungen auf Quarzen durch Suturen scharf unterbrochen werden.

  • Pyrit

    Pyrite haben Streifungen auf den Würfelflächen parallel zu den Kanten, welche durch Flächen hervorgerufen werden, die ursprünglich nicht vorhanden waren. Pyrit-Streifungen beruhen auf der Juxtaposition von zwei Pyritoeder-Flächen auf der Würfelfläche. Gewöhnlich entsprechen die unregelmäßig ausgebildeten Pyritoeder-Flächen nicht dem Würfel-Habitus, aber ihre Streifungen sind gerade Linien. Es ist interessant, ein perfektes Pyritoeder mit einem perfekten Pyritwürfel zu vergleichen, wobei man sieht, dass sich die Kanten des Pyritoeders auf den Würfelflächen orientieren. Es ist auch bemerkenswert, daß die Streifungen auf einer Würfelfläche senkrecht zu den Streifungen auf der anderen Fläche laufen.

  • Turmalin, Apophyllit, Stibnit, Epidot, Brookit u.a.

    Diese Mineralien zeigen eine vertikale) Streifung parallel zur Längsachse des Kristalls, welche durch Juxtaposition der Prismenflächen hervorgerufen wird.

  • Sphalerit

    Kristalle sind selten isometrisch und haben einen komplizierten Habitus. Manche Kristallflächen können unterschiedlich gestreift sein, während andere Flächen desselben Kristalls perfekt eben sind. Die Streifung entsteht durch Juxtaposition mehrerer isometrischer Formen. Streifungen auf den kubischen Flächen enstehen durch Juxtaposition von zwei negativen Tetraederflächen. Auf den negativen und positiven Tetraederflächen finden sich u.a. "dreieckige" Streifungen, welche durch durch die Juxtaposition der positiven Flächen auf den negativen Flächen oder umgekehrt entstehen. Oktaedrische Flächen sind gewöhnlich (jedoch nicht immer) streifungsfrei.

  • Feldspäte

    Parallele Streifungen werden i.d.R. durch lamellenartige Verzwilligung hervorgerufen, wobei sich die Streifung nur auf den Spaltflächen und nicht auf den Kristallflächen zeigt. Streifungen auf den Spaltflächen sind charaketeristisch für diese gewöhnlich schwer zu bestimmende Feldspat-Mineralgruppe. Ähnlich sind Streifungen bei Amblygonit, welche durch polysynthetische Zwillingslamellen auf den Spaltflächen entstehen.

  • Perowskit

    Streifungen entstehen durch Phasenübergang, indem der Kristall aus der kubischen Hochtemeraturphase in die tetragonale Tieftemperaturphase geht. Die Änderung der Gitterkonstanten in den Domänen (c-Richtung immer senkrecht zueinander) ändert die äußeren Abmessungen. Daraus resultiert die Streifung.

  • Pseudo-Streifungen: Granate

    Vierseitige Pyramiden bei Granaten sind keine Streifungen, sondern Vizinalflächen in Form asymmetrischer, abgeplatteter Pyramidenformen mit terassenförmigem Aufbau.


Beispiele von typischen Streifungen

Spessartin
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Spessartin

Größe: 5,22 mm; Fundort: Wushan Spessartin Mine, Tongbei, Provinz Fujian, China

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2013-03-03
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Spessartin
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Spessartin

Größe: 6,87 mm; Fundort: Wushan Spessartin Mine, Tongbei, Provinz Fujian, China

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2013-03-03
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Spessartin
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Spessartin

Bildbreite: 8 mm; Fundort: Fujian, China

Copyright: Dominik Schläfli
Beitrag: slugslayer 2009-04-12
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Pyrit
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Pyrit

Größe: 11,5 mm; Fundort: Grabspitze, Pfitsch (Pfitschtal), Wipptal, Südtirol (Bozen), Trentino-Südtirol (Trentino-Alto Adige), Italien

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2008-12-06
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Spessartin
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Spessartin

Größe: 9 mm; Fundort: Wushan Spessartine Mine, Tongbei, Yun Xiao, Fujian, China

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2008-09-11
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Spessartin auf Rauchquarz
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Spessartin auf Rauchquarz

stark getreifter Spessartin-Kristall; Größe: 6 mm; Fundort: Tongbei, Yun Xiao, Fujian, China

Copyright: Hg
Beitrag: Hg 2008-03-23
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Spessartin
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Spessartin

Bildbreite: 10 mm; Fundort: Tongbei, Yun Xiao, Fujian, China

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2007-01-29
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Spessartin
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Spessartin

Bildbreite: 15 mm; Fundort: Tongbei, Yun Xiao, Fujian, China

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2007-01-29
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Brookit
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Brookit

Streifung

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: der Sauerländer 2006-09-03
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Plagioklas
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Plagioklas

Plagioklas (Bytownit) - charakteristische Streifung; durch lamellare Verzwilligung; Fundort: Baffin Island, Canada

Copyright: Al and Sharon Burnett
Beitrag: Collector 2006-04-28
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schwarzer Sphalerit X (Marmatit)
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schwarzer Sphalerit X (Marmatit)

Fundort: Dal'negorsk, Russland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2006-04-27
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Pyrit
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Pyrit

mit Parallelstreifung auf der Würfelfläche Fundort: Huanzalá, Huaron, Peru

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2006-04-27
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Topas
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Topas

Topas mit Parallelstreifung auf {021} Fundort:Ganligogshan, Yunnan, China

Copyright: Joe George
Beitrag: Collector 2006-04-27
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Aquamarin
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Aquamarin

(Varietät Aquamarin) mit Albit; Vertikale Streifung auf der Prismenfläche {1010} Fundort: Shigar, Skardu, Pakistan

Copyright: Joe George
Beitrag: Collector 2006-04-27
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Adular
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Adular

Adular mit paralleler Streifung, verursacht durch lamellenartige Verzwilligung Fundort: Großglockner, Österreich

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2006-04-26
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Almandin
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Almandin

Pseudo-Streifung; Asymmetrische, vierseitige, terassenförmige Pyramiden auf Vizinalflächen (Trapezoeder- und Dodekaederflächen) Fundort: Minas Gerais, Brasilien

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Collector 2006-04-26
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Epidot
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Epidot

mit Parallelstreifung Fundort: Pakistan

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Collector 2006-04-25
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Brookit
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Brookit

mit Parallelstreifung Fundort: Pakistan

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Collector 2006-04-25
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Winchit
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Winchit

mit Parallel-Streifung, verursacht durch Juxtaposition Prismenflächen Fundort:Afghanistan

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Collector 2006-04-25
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Antimonit
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Antimonit

mit paralleler vertikaler Streifung Fundort: Cavnik, Rumänien

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Collector 2006-04-25
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Turmalin - (Elbait)
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Turmalin - (Elbait)

mit vertikaler Streifung Vertikale Position durch Juxtaposition der Prismenflächen Fundort: Minas Gerais, Brasilien

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Collector 2006-04-25
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Literatur

  • Mason, B., Berry, L.G., 1968; Elements of Mineralogy
  • Rykart, R.; 1977; Bergkristall
  • www.galleries.com/minerals

Quellangaben


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