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Tafoni

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Tafoni-Bildung durch Kernverwitterung mit Hartrindenbildung
Kangaroo Island, Südaustralien
Copyright: Axel Hennig
Foto: www.australienbilder.de

Der Name Tafoni (Singular: Tafone) kommt aus dem korsischen Taffoni (Fenster) oder taffonare (perforieren), bzw. pietra taffunata (durchlöcherter Stein). Tafoni sind eines der Wahrzeichen der Insel Korsika. Der Vorgang der Tafoni-Bildung wird als Tafonierung bezeichnet. Die erste bekannte Publikation über Tafoni ist aus dem Jahr 1882. Fremdsprachliche Bezeichnungen und Namen sind: Honeycomb weathering, alveolar weathering, weather pits, fretted rocks und stone lattices gnammas (USA, England, Australien).

Zur Entstehung von Tafoni gibt es bisher keinen Konsens, bzw. ihre Entstehungsprozesse sind umstritten. Es wird angenommen, dass diese markanten Gebilde sowohl durch physikalische als auch durch chemische Verwitterung, d.h., durch Salz-, Wind- und Lösungsverwitterung entstehen.

Die eine Sicht der Dinge ist, dass die Bildung von Tafoni im Zusammenhang mit Bergfeuchteunterschieden im Gestein zu sehen ist. Sickerwasser im Gestein verdunstet und setzt seine Lösungsfracht an der Oberfläche ab. In der Folge zersetzt sich das Gestein von innen und es bilden sich Hohlräume. Salzverwitterung kann ebenfalls zur Tafoni-Entstehung beitragen.

Demgegenüber steht die Auffassung, dass Tafoni ohne Einschränkung der Salzverwitterung zuzuschreibende physikalische Verwitterungsformen sind, deren Entstehung jedoch von der Lithologie (Gesteinstypus), topographischen Lage, Exposition, dem Ariditätsgrad des Klimas und vor allem von der Zufuhrmöglichkeit von Salzen, besonders auf äolischem Weg transportierte Salze vom Meer, von Salzseen oder Playas mit oberflächlichen salzreichen Sedimenten, abhängig ist. Tafoni sind konkave, kavernöse, gewöhnlich nach einer Seite offene kugel- bis nierenförmige Hohlräume von wenigen Zentimeter bis zu mehreren Metern in meist grobkörnigen Gesteinen, vorwiegend Graniten, Gneisen, Grauwacken und Sandsteinen, welche entfernt an Bienenwaben erinnern.

Tafoni entstehen durch Kernverwitterungen von innen nach außen, wobei das chemisch herausgelöste Bindemittel (Fe-, Mn-Oxide) durch Wasser fortgespült oder durch Wind herausgeblasen wird, dadurch Hohlräume gebildet werden und eine Hartrinde (Verwitterungsrinde) übrigbleibt. Manchmal bleiben diese Verwitterungsrinden erhalten und bilden Überhänge.

Tafoni bilden sich in allen Klimazonen, häufiger jedoch an Küsten von Meeren mit deutlichen Gezeiten sowie in ariden und semiariden Trockengebieten. Zur Entstehung tragen der Salzgehalt der Luft (Salzeintrag mit dem Nebel, der vom Meer ins Landesinnere getragen wird), differentielle Zementierung, struktureller Wechsel der Permeabilität und die Dauer der Trocknungsperioden zwischen den Befeuchtungen bei. Kleinere Versionen von Tafoni heißen Alveoli, wie sie u.a. in der indischen Thar-Wüste zwischen Jodhpur und Ajmer auftreten. Steingitterverwitterung oder Wabenverwitterung entstehen durch Tafoni-ähnliche Bildungsprozesse.


Vorkommen

  • Korsika
  • Italien: Sizilien, Ischia, Elba
  • Spanien: Cap de Creus, Costa Brava
  • Marokko: Atlantikküste
  • Australien:Kangaroo Island


Bilder

Tafoni-Verwitterungsstrukturen im Sandstein
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Tafoni-Verwitterungsstrukturen im Sandstein

Steilküste bei Populonia, Toscana

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2008-02-08
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Tafoni
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Tafoni

Beginnende Tafoni-Bildung (Verwitterung); Cap Creus, Prov. Girona, Spanien

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2006-06-07
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