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Schlaggenwald (Horní Slavkov)

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Tschechien / Karlsbad, Region (Karlovarsky kraj) / Falkenau an der Eger (Sokolov), Bezirk / Schlaggenwald (Horní Slavkov)

An­fahrts­be­sch­rei­bung

15 km SW von Karlsbad.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerk, Tagebau, Halden. Sie müssen alle als Einheit gesehen werden, da sie auf dem gleichen Lager bauten.

Geo­lo­gie

Der Schlaggenwalder-Gneis stellt auch den Mantel des Karlsbader Granitplutons dar. Dominierendes Gestein ist ein Biotit-Paragneis mit hohem Migmatitanteil und eingebetteten Amphibolith-Lagen. Dioritische Gesteine sind seltener. Dieser Komplex ist von Aplitgängen durchzogen. Aus den Rücken treten einzelne Stöcke aus, die in der Dachregion vergreist und vererzt sind. Der größte ist der Hubr-Stock. Wichtig auch der Schnöden-Stock und der Smircina-Stock. Parallel zu den Rücken verläuft eine Zone von Quarzadern mit Sn-W-Mo-Mineralisation. Die bedeutendsten waren die Maria und die Gellnauer-Ader.

GPS-Ko­or­di­na­ten

50° 8'25.79"N, 12°48'30.38"O. Steinbruch Hubr



Steinbruch Hubr

WGS 84: 
Lat.: 50,10208364° N, 
Long: 12,79855728° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 6' 7,501" N,
   Long: 12° 47' 54,806" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=5051
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Verkürzte Pfadangabe

Schlaggenwald, Falkenau an der Eger, Karlsbad, CZ
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (3 Bilder gesamt)

Portal des Kaspar-Pflugk Hauses
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Portal des Kaspar-Pflugk Hauses

Haus eines mittelalt. Bergbau-Unternehmers. Schlaggenwald, Karlsbad, Tschechien. 9/10.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-09-22
Reste der mittelalterlichen Altstadt von Schlaggenwald
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Reste der mittelalterlichen Altstadt von Schlaggenwald

Das größte Haus ist das Kaspar-Pflugk Haus. Karlsbad, Tschechien. 9/20.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-09-22
Museum Schlaggenwald
Aufrufe (Bild: 1285185316): 2106
Museum Schlaggenwald

Karlsbad, Tschechien. 9/10.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-09-22

Ausführliche Beschreibung

Geschichtliches:

Schon in vorgeschichtlicher Zeit soll in Schönfeld Zinn gewonnen worden sein. S.erhielt das 1.Bergrecht 1355. Erster urkundlicher Beleg für den Zinnabbau 1434. im 16.Jhd. kam der Bergbau auf Silber, Kupfer und Blei hinzu. 1516 wurden erste Stollen im Greisenstock erwähnt. Zerstörung des Tiefbaus, sodaß nur noch im Tagebau abgebaut wurde. Der Kaspar-Pflug-Stollen wird 1539 im Zechtal begonnen. 1550 erreichte der Stollen den Hubr-Stock. 1540 Beginn des Bergbaus auf Silber im Barbara-Revier. Der 30-jährige Krieg beendet den Bergbau. 1743 entdeckt man "weiße Zinngraupen" (Scheelit) im Hubr-Stock. Anfahren neuer Erzadern von bis zu 16m Länge 1747 im 12km langen Blasius-Stollen. 1788 sind 13 Erzwäschen am Mauritius-Schacht. Einstellung des Großteils des Bergbaus 1790. 1801 wird im Tepla-Tal der Colloredka-Erbstollen. 1816 sind 19 Bergbaue in Betrieb. Stillegung des Marie-Schachtes 1865 in Schönfeld (Krasno). Ab 1879 Wiederaufnahme durch englische Firma. 1903 sind nur die Schächte Maria-Hilf und Jan Evangelista befahrbar. 1905 wird der Kaspar-Pflug-Stollen erneuert und mit staatlich intensiviertem Bergbau begonnen. 1910 findet man auf der Gellnauer-Ader Kassiterit und Wolframit. Stillegung 1921. Kurzes Intermezzo auf Uran in den 50-er Jahren. Wegen Unrentabilität 1962 beendet. Wiederaufnahme des Abbaus im Hubr-Tagebau. Am Stannum-Schacht entsteht eine Zinnaufbereitung. Anfang der 90-er Jahre beendet. Heute nur noch Steinbruchbetrieb am Hohen Stein (Vysoky kamen).

Lage der Aufschlüsse:

Der größte Teil des Granitkörpers liegt unter der Oberfläche und ist durch Tiefbaue aufgeschlossn. S Schlaggenwald wurde der große Hubr-Granit-Stock schon seit dem 13.Jhd. im Tagebau bearbeitet. Die entstandene Pinge ist 60m tief und erschließt Quarz-Topas-Greisen mit reichen Kassiterit-und Sulfidvererzungen. Im unteren Bereich gute Fundmöglichkeiten. Zwischen dem Wetterschacht und der Aufbereitung am Stannum Schacht sind ausgedehnte Halden. Die Pinge des Schnöden-Stocks gegenüber dem Wetterschacht ist teils verfüllt.

Am Hohen Stein ist teilweise rekultiviert. Während des Betriebs bis in die 80-er Jahre wurden interessante Phosphat-Mineralien geborgen: Krist.Türkis, Strengit, Leukophosphit, Kakoxen, Vivianit.

Im neuen W gelegenen Steinbruch baut man Feldspat ab, welcher auf der oberen Sohle eine interessante Berylliumparagenese lieferte: Beryll, Fluorapatit, Kolbeckit, Bertrandit, Bavenit.

Mineralisation:

Es gibt im Erzgebirge wie in Cornwall bei Zinnlagerstätten den Typ der pneumatolytischen Sn-W-Mineralisation. Dazu zählt auch diese Lagerstätte. Wirtschaftlich bedeutend war die Vererzung der verquarzten Greisenmassen im Dach des Hubr- und Schnödenstocks.

Es gibt 3 Vererzungstypen:

1.Diffuse Imprägnation des Greisenkörpers und der vergreisten Granite mit Kassiterit (wirtschaftlich bedeutendst)

2.Bonanzas: Unregelmäßige Körper von bis zu 1m Länge und 1/2 m Dicke. Dieser besteht aus Kassiterit, Glimmermineralien und teilweise gut kristallinem Topas.

3.Die mit verschiedenen W-Mo-Cu-Mineralien vererzten Quarzadern.

Die Uranmineralisation befindet sich in einem isolierten Block aus metamorphen Gesteinen im W-Teil des Schlaggenwalder Granits. Die Uranvererzung ist an Adern gebunden, von denen über 160 im untersuchten Bereich von 2km Länge und 600m Tiefe gefunden wurden. Diese Uranmineralisation ist von Ni-Co-Ag-Erzen begleitet.

Bergbau-Museum Krasno: Bergbaumuseum Schönfeld (Hornicke muzeum Krasno) Cinova ul. 408, Krasno / Schönfeld. Tel: 0352/688 740, Fax: 0352/602 217.

Weblink: https://cs.wikipedia.org/wiki/Hornick%C3%A9_muzeum_Kr%C3%A1sno

Bergbau, Geologie und Mineralogie der gesamten Region, Aufbereitung, Bergbautechnik, Weiterverarbeitung von Erz und Kohle, Fördermaschine aus dem Jahr 1897, Förderturm und Maschinenhalle des Schachts Wilhelm.

Mineralien (Anzahl: 265)

Mineralbilder (28 Bilder gesamt)

Karpholith
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Karpholith

Karpholith in Fluorit; Horni Slavkov - CZ; BB: 2,5 cm

Sammlung: Rockhounder
Copyright: Rockhounder
Beitrag: Rockhounder 2017-03-11
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Torbernit xx "Chalkolith"
Aufrufe (Bild: 1400512335): 1832, Wertung: 8.5
Torbernit xx "Chalkolith"

Horni Slavkov(Schlaggenwald)/Böhmen,Tschechien; mit Etikett der k.k.geologischen Reichsanstalt(in Wien); Handschrift Franz von Hauer (1822-1899); ca.3mm breiter Bildausschnitt aus einer 7x6cm große...

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2014-05-19
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Cassiterit
Aufrufe (Bild: 1295884884): 9429, Wertung: 8.38
Cassiterit

Cassiterit auf Quarz, Größe: 5,2 x 3,6 x 2,5 cm, Fundort: Horni Slavkov (Schlaggenwald), Karlovy Vary, Böhmen, Tschechien

Copyright: Dan Weinrich
Beitrag: thdun5 2011-01-24
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Gesteine (Anzahl: 9)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Palache, C., Berman, H., & Frondel, C. (1951). System of Miner. of J.D. Dana & E.S. Dana, Yale Univ. 1837-1892, Vol.II: 851, 885, 983, 1069, 1077.
  • Hyrsl, J. (1992). Über das Vorkommen von Russellit und Koechlinit im sächsisch-böhmischen Erzgebirge. Min.-Welt, Jg.3, Nr.3, S.31-33.
  • Gröbner, J. und P. Korbel. (1996). Mineralien der Zinnlagerstätte und der Steinbrüche von Schlaggenwald (Horni Slavkov) und Schönfeld (Krasno) in Böhmen. Min.-Welt 6, 50-67.
  • Tvrdy, J. and Beran, P. (2003). "Le district minier d'Horni Slavkov (Schlaggenwald) Rép. Tchèque." Le Règne Minéral 52, 7-23.
  • Hyrsl, J. & P.Korbel (2008). Tschechien und Slowakei. Mineralien und Fundstellen. Ed. Freudenstein, Bode Verlag, Haltern. S.104-19.
  • Tvrdý, J. & Beran, P. (2009): Schlaggenwald - Horni Slavkov: Bergbau in einem klassischen böhmischen Erzrevier. Lapis 34 (7-8), 15-26; 70.
  • Tvrdý, J. (2009): Schlaggenwald - Horni Slavkov: Geologie des Erzreviers. Lapis 34 (7-8), 27-31; 70.
  • Tvrdý, J., Sejkora, J. & Beran, P. (2009): Klassische Mineralien der Zinnlagerstätten in Krásno und Horni Slavkov (Schlaggenwald). Lapis 34 (7-8), 32-52; 70.
  • Sejkora, J. & Tvrdý, J. (2009): Seltene und neue Mineralien aus den Zinnlagerstätten des Erzreviers Horni Slavkov. Lapis 34 (7-8), 53-62; 70.
  • Gräf, D. (2011). Exkursions-Bericht. Aufschluß, Jg.62, H.1, VFMG Aktuell, S.8.
  • Baier, J. (2013/14): Goethe und der Kassiterit von Schlaggenwald (Horní slavkov, Tschechische Republik). Z. geol. Wiss. 41/42: 267-273.

Einordnung