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Bergstadt Platten (Horni Blatna)

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Tschechien / Karlsbad, Region (Karlovarsky kraj) / Karlsbad (Karlovy Vary), Bezirk / Bergstadt Platten (Horní Blatná)

An­fahrts­be­sch­rei­bung

6 km SSO von Johanngeorgenstadt. 19 km (LL) NNW von Karlsbad. 11 km(LL) NWW von Joachimsthal.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Verhaue, Pingen, Stollen, Halden (aufgelassen).

Geo­lo­gie

Sn-Greisenvererzung im Zwittergestein. Granit und kristalliner Schiefer. - Hydrothermale Mangan Gang-Lagerstätte NW von Hassberg (Jelení Hora) nahe bei Platten (Horní Blatná): Marie Theresia Gang.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Zinn-Pingen sind begehbar. Material kann darum herum aufgelesen werden.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Wolfsbinge



Wolfsbinge

WGS 84: 
Lat.: 50,39694692° N, 
Long: 12,78057575° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 23' 49,009" N,
   Long: 12° 46' 50,073" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=5922
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Verkürzte Pfadangabe

Bergstadt Platten, Karlsbad, CZ
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (7 Bilder gesamt)

Wolfpinge
Aufrufe (Bild: 1393550556): 1087
Wolfpinge

Wolfpinge (Grube Wolfgang); aufgenommen im Okt. 2011

Sammlung: seisteff
Copyright: seisteff
Beitrag: seisteff 2014-02-28
Wolfpinge
Aufrufe (Bild: 1393550361): 1039
Wolfpinge

Tafel für Besucher (Wolfpinge am Plattenberg)

Sammlung: seisteff
Copyright: seisteff
Beitrag: seisteff 2014-02-28
Bürgerhaus in Platten
Aufrufe (Bild: 1290952092): 1440
Bürgerhaus in Platten

Museum für Zinngewinnung. Karlsbad, Region; Karlsbad, Bezirk; Erzgebirge; Platten. 9.10.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-11-28

Ausführliche Beschreibung

  • In der Umgebung befand sich ein reiches Grubenrevier mit altem Zinnabbau auf dem Plattenberg (Blatensky vrch) ca. 1km O der Stadt. Das Bergrevier Platten gehörte zu den bedeutendsten Zinnlagerstätten in Böhmen. Zinngraupen wurden wahrscheinlich seit dem 14.Jhd. gewaschen. Die älteste schriftliche Angabe darüber stammt aus dem Jahr 1380. Für die Zinngewinnung wurde ein ca. 13 km langer Wassergraben von Gottesgab (Bozi Dar) hergeführt. -Die Blütezeit des Zinnreviers dauerte bis zum Ende des 16.Jhd. Der Zerfall wurde durch eine gesamteuropäische Wirtschaftskrise, Erschöpfung der leicht zugänglichen Lagerstättenbereiche, die Pest, den 30-jährigen Krieg und die zwangsweise Auswanderung der evangelischen Bergleute bewirkt. 1660 waren im Revier in 11 Gruben 31 Bergleute tätig; daneben gab es 11 Seifenfelder mit 50 Arbeitern. Staatliche Unterstützung belebte im 18.Jhd. den Bergbau.
  • Das wichtigste Bergwerk auf dem Plattenberg war die Grube Wolfgang, die bereits 1532 in Betrieb stand. Heute befindet sich hier die "Wolfspinge" und die "Eispinge", die durch den Abbau der Greisengänge "Wolfgang" und "Georg" von der Erdoberfläche und unter Tage entstanden. Die Grube wurde durch den "Laurenzi-Stolln" unterfahren, der seit 1749 als Gemeindestollen vorgetrieben wurde. Weitere bedeutende Gruben waren "Conrad" und "Gabriel", N der Stadt. "Conrad" war 1719 bis auf 100 m geteuft und beschäftigte 125 Bergleute. Die durchschnittliche Jahresproduktion betrug Mitte des 18.Jhd. 10-15 t Zinn. Sie wurde 1790, "Gabriel" 1809 stillgelegt. Zwischen 1656 und 1750 lieferte das ganze Erzrevier Gottesgab - Platten ca. 1000 t Zinn. - Zinn wurde auch am S-Hang des Helenen-Bergs gefördert. Die älteste Grube "Altvater" stammt aus dem Jahre 1535. Im 18. und zu Beginn des 20 Jhd. hat man hier Eisen- und Mangan-Erze gewonnen.
  • Weniger verbreitet war Silber-, Eisen- und Mangan-Abbau. An die Eisenerzgruben hinter dem Plattenberg grenzen die Abbaue des Schnee-Hügels (Snezna hurka). Die größten sind auf dem Erzgang "Susanne". Die Eisenerzgruben von Irrgang (Bludna) waren spätestens seit 1515, d.h. 17 Jahre vor der Stadtgründung in Betrieb. Bergbau wurde seit Beginn des 19.Jhd. so gut wie eingestellt. Am längsten wurden Mangan-Erze auf dem "Maria-Theresia-Gang" abgebaut.
  • Das bekannteste Mn-Erz war wohl der sog. "Polianit": Pyrolusit. Letzterer bildet verschiedene Kristalltypen aus: Kurzsäulig bis dicktafelit und nadelig. Kristalle bis 1,5 cm. - Die schönsten Hämatite stammen aus Gängen zwischen Platten und Bludna. Es sind kugelige Ausbildungen, die bis zu 50 cm Durchmesser erreichen.
  • Ein interessanter Bergbau-Lehrpfad am Plattenberg kann beim Ausichtsturm begonnen werden.
  • 1653 verließen alle protestantischen Einwohner auf Grund gegenreformatorischer Feindseligkeiten den Ort und gründeten unweit davon auf sächsischem Territorium den Ort Johanngeorgenstadt, was den Plattener Bergbau stark beeinträchtigte.

Mineralien (Anzahl: 67)

Mineralbilder (8 Bilder gesamt)

Pyrolusit xx (früher "Polianit")
Aufrufe (Bild: 1452875261): 6509
Pyrolusit xx (früher "Polianit")

Horni Blatna (Platten),Erzgebirge/Böhmen, Tschechien; historischer Fund, Größe 6,5x5cm

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2016-01-15
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Pyrolusit
Aufrufe (Bild: 1452024760): 1662, Wertung: 8.57
Pyrolusit

Platten, (Horni Blatna) Bildbreite 2mm

Sammlung: Georg Prock
Copyright: Georg Prock
Beitrag: Gepro 2016-01-05
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Pyrolusit
Aufrufe (Bild: 1452024872): 684
Pyrolusit

Platten (Horni Blatna), Bildbreite 4mm

Sammlung: Georg Prock
Copyright: Georg Prock
Beitrag: Gepro 2016-01-05
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 12)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Sejkora, J. & J. Tvrdý (2002): Die primäre Mineralisation der Lagerstätte Jáchymov und ihre interessantesten Mineralien. Lapis, Jg.27, Nr.7/8, S.31-43.
  • Hyrsl, J. und P. Korbel: Tschechien und Slowakei, Mineralien und Fundstellen. Bode-Verlag, Haltern, 2008. S.360-61.
  • Rojik, P. (2010). Historischer Zinnbergbau im Westerzgebirge am Beispiel der Zinnreviere Prebuz (Frühbuß) und Horni Blatna (Platten). Aufschluss, Jg.61, Nr.4/5, S.239-54. Und: Exkursionsführer zur Sommertagung der VFMG in Wunsiedel. 3.-6.Sept. Hrsg. GEOPARK Bayern-Böhmen. S.38.
  • Gräf, D. (2011). Exkursions-Bericht. Aufschluss, Jg.62, H.1, VFMG Aktuell, S.8.
  • Wolfgang Piersig (2011). Zinn - Metall der Antike, Gegenwart, Zukunft: Werkstoff für Technik, Kultur. 112 S., GRIN Verlag, ISBN 978-3-640-93577-2

Weblinks:

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