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Hengstererben (Hrebecna)

Steckbrief

Land

Tschechien

Re­gi­on

Karlsbad, Region (Karlovarsky kraj) / Karlsbad (Karlovy Vary), Bezirk / Gottesgab (Bozi Dar) / Hengstererben (Hrebecna)

GPS-Ko­or­di­na­ten

Mauritius

Schnepp-Pinge



Mauritius

WGS 84: 
Lat.: 50,38634488° N, 
Long: 12,8309691° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 23' 10,842" N,
   Long: 12° 49' 51,489" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Schnepp-Pinge

WGS 84: 
Lat.: 50,38925897° N, 
Long: 12,83198833° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 23' 21,332" N,
   Long: 12° 49' 55,158" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Ostrovsko. Turisticka Mapa (Wanderkarte) 1 : 60.000.

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Man fährt mit dem Auto von Bozi Dar (Gottesgab) W Richtung Horni Blatna (Platten). Nach ca. 7 km erreicht man die Kreuzung von Ryzovna (Seifen), wo man links Richtung Abertamy fährt. Nach 3 km errreicht man Hrebecna (Hengstererben). 100 m vor der scharfen Linkskurve fährt man rechts eine ungeteerte Straße hoch. Nach ca. 50 m liegt links eine frühere Schule. Man kann hier parken und geht den Weg weiter hinauf. Nach gut 100 m liegt links der erneuerte Stollenmundlochs-Bereich. Dahinter links ist der überwachsene Grubenbereich der Grube Mauritius. Wenn man von hier noch den Pfad für 300 m bergauf geht, erreicht man die Schnepp-Pinge, ein tiefes Loch. Weitere Pingen N und NW. (Georgs-Pinge und Rote Grube) Neu: Bergbau Gebirgslehrpfad

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schacht, Stollen, Tiefbau, Pinge, Halden. (aufgelassen)

Geo­lo­gie

Mehrere fast vertikale Sn-W Greisengänge verlaufen NS in nur kleiner Entfernung von 3-5 m und ergeben eine max. Gesamtmächtigkeit von bis zu 16 m! Die Lagerstätte hat 2 Hauptgänge, den Mauritius und den Führinger Gang. N quert der Zinngrübner Gang und seitlich mehrere kleinere Gänge. Die Scharungen an den Kreuzungspunkten ergaben sehr reichhaltige Vorkommen. Diese sind sowohl kristallin (Kassiterit), wie auch fein verteilt in Zinngreisen bzw. in Zinnzwitter. Zinngreisen in rotem Granit. (Irrgang in der Nähe: Fe!) Wenige hundert m N (schon im Gebiet Ryzovna) befindet sich eine Basalt-Kuppe, deren Säulen als Relikt früheren Abbaus man bewundern kann. Im S befindet sich Glimmerschiefer im Bereich der ersten 380 m der Auffahrungen des Blasius-Stollens.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Beim Betreten wegen möglicher ungesicherter Einsturzlöcher Vorsicht. Die Pingen sollte nicht betreten werden. (senkrechte Wände)

Letz­ter Be­such

6/2009.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=13785
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (10 Bilder gesamt)

Schnepp-Pinge: alter Stollen
Aufrufe (Bild: 1246451909): 1633
Schnepp-Pinge: alter Stollen

Hengstererben. Gottesgab, Karlsbad, Tschechien. 6/09

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-07-01
Fundament  Fördermaschine
Aufrufe (Bild: 1246280812): 1650
Fundament Fördermaschine

Mauritius, Hengsterereben, Gottesgab, Karlsbad, Tschechien.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-06-29
Roter Granit
Aufrufe (Bild: 1246273382): 3204
Roter Granit

Mauritius, Hengstererben, Gottesgab, Karlsbad, Tschechien.

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-06-29

Ausführliche Beschreibung

Geschichte:

Ausgehend von der Zinn-Seifnerei bei Gottesgab, Plattenberg, Seifen und am Kaffenberg erreichte 1545 der Zinnabbau auch Hengstererben. Im 1.Stadium wurde das Erz direkt an der Oberfläche in flachen, sich langsam vertiefenden Schürfen gewonnen. Dies geschah an mehreren Stellen, wie der Roten Grube, der Georgs-Pinge (pinka Jiri), der Schnepp-Pinge (Schneppova pinka), dem Schaf...alles Richtung Irrgang (Bludna).

Mit steigender Tiefe wurde jedoch das Problem der Entwässerung und des Materialabtransports bedeutender. So entstanden dann Tiefbaue (Stollen), die wenig unterhalb hangabwärts von der Schnepp-Pinge angelegt waren. Es waren die Stollen Weiße Taube, Tagstrecke, Christoph und vor allem der Festenberger Stollen, dessen Mündung unterhalb der früheren Schule unter der Straße Hengstererben - Seifen lag. Im W existierten weitere Stollen: Dionysi, Eustachi...Viel später, 1747 wurde der längste und wichtigste Stollen, der Erbstollen Blasius, oberhalb der Wistritz, aufgefahren. Nach 725 m erreichte er den Hauptschacht Mauritius. Gleich dahinter schnitt er die Hauptgänge der Lagerstätte, Mauritius und Führinger, die er Richtung N begleitete bis zur Störung "Fäule", wo die Lagerstätte endete.

Es waren vor allem an den Kreuzungspunkten verschiedener Gänge sehr reiche Vorkommen. Dies und das ausgedehnte Lager ergaben sehr große Fördermengen (vor allem für die damalige Zeit), die wiederum die ungewöhnlich lange Dauer eines 400-jährigen Betriebs erklären. (1545 - 1944). Der Schwerpunkt durch die Jahre war immer die Grube Mauritius, die alleine im 16.Jhd. 7 - 10.000 t, in der 2.Hälfte des 18.Jhd. 1000 t Zinn lieferte !! Sie war die berühmteste Zinn-Grube des Erzgebirges.

Neben dem Hauptschachtgebäude standen dort eine Bergschmiede, 13 Pochwerke, eine Arsenhütte etc. Hauptabbaumethode war sehr lange das Feuersetzen. Der letzte Versuch war von 1942 - 44 von der Fa. Sachsenerz, der nicht mehr sehr erfolgreich war. Die Tschechen untersuchten in den 50er Jahren die LS auf weitere Bauwürdigkeit, was aber nicht gefunden wurde.

Die Schnepp-Pinge: (Schneppbruch)

Genannt nach dem Besitzer des daneben liegenden Gasthauses. Wie alle erzgebirgischen Pingen entstand auch diese durch das Zusammenbrechen unterirdischer Gänge und Hohlräume wegen entfernter unterirdischer Stützpfeiler. Direkt durch das Gebiet der Pinge verlaufen 2 Stollen: der Mauritius- und der Festenberger-Stollen. Am Rande der Pinge sind noch eine Reihe offener Stollen, vor allem an der Kreuzung des Mauritius- mit dem Zinngrübnergang, zu sehen: z.B. von der Tagstrecke. Die Förderung der Schnepp-Pinge endete bereits Anfang des 18.Jhd.

N von der Pinge ging der Bergbau weiter. Es war die reichste Partie und ging in Tiefen von 220 m. Es gibt Hohlräume von 10 m Breite und 200 m Länge.

Die Grube Mauritius: (Behrische Zeche)

Das berühmteste Bergwerk des Erzgebirges war die Grube Mauritius, in der 4 Jahrhunderte lang Zinn-Erze gefördert wurden (1545 - 1944). Im 16.Jhd. riesenhafte Förderung von 7 - 10.000 t Zinn und in der 2.Hälfte des 18.Jhd. nochmals 1000 t. !! Im Gegensatz zu den anderen Bergwerken wie Rote Grube oder die Georgs-Pinge, verzeichnete Mauritius eine 2. Blütezeit in der 2.Hälfte des 18.Jhd., die bis zum Ende des 19. dauerte. Ende des 19. und Anfang 20.Jhd. gehörte sie englischen und belgischen Gesellschaften. Der Endbergbau erfolgte in den Kriegsjahren 1942 - 44 durch die Fa. Sachsenerz.

Ursprünglich war der Schacht 84 m tief. Während des 2.Weltkrieges wurde ein Blindschacht bis 145 m abgeteuft.

Die Qualität des gewonnen Zinns war als sehr gut eingestuft. Es gab ein eigens Qualitätssiegel.

Der Blasius-Erbstollen:

Beim weiteren Ausbau der Grube Mauritius war es nötig, einen noch tieferen Entwässerungsstollen wie die bisherigen zu schaffen. Dies war der Blasius-Erbstollen, der 1747 aufgefahren wurde. Er ging aus in 880 m Höhe am Hang des Flüsschens Wistritz. Seine Länge beträgt 1,5 km. Nach den ersten 380 m im Glimmerschiefer erreichte er eine Granit-Intrusion, die Zinn-Vererzungen führt. Nach 725 m erreicht er den Hauptschacht Mauritius in einer Tiefe von 84 m. Gleich dahinter fährt er ein in die Hauptgänge der LS, Mauritius und Führinger. Er folgt dieser, bis er auf eine große Störung, die sog. "Fäule" stieß, wo die LS endete.

Der Erbstollen macht ferner die Kreuzungen der beiden Hauptadern mit einigen kleineren Gängchen OW bis NW - SO zugänglich, wo reiche Anbrüche zu riesigen Hohlräumen führten.

Anfang der 30er Jahre wurde der Stollen erneuert und war bis zu den Untersuchungen in der 50er Jahren zugänglich.


Man baute, ähnlich wie am Plattenberg, Pingen ab, die sehr reichlich und vor allem, qualitativ höchstwertiges Material lieferte. In den ersten Jahren lieferten Gottesgab und Hengstererben zusammen 150 - 200 t Zinn pro Jahr!

Mineralien (Anzahl: 6)

Gesteine (Anzahl: 5)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Bruno Wähner: Stadtgeschichte von Gottesgab in Wort und Bild, Gottesgab, 1936/37
  • Erich Matthes: Urkundenbuch der erzgebirgischen Bergstadt Gottesgab: 1529-1546, ca. 1960.
  • Beschreibungen auf den Stelltafeln bei den Objekten (Museum Ostrov).
  • Baumann, L., Kuschka, E., and Seifert, T. (2000): Lagerstätten des Erzgebirges. Enke (Stuttgart), S.239-47.
  • Hlousek, J. Historie. Bergbau und Geologie von Gottesgab und Umgebung. Hrsg. Obec Bozi Dar 01/2006.

Weblinks:

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