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Pribram, Revier

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Tschechien / Mittelböhmen, Region (Stredocesky kraj) / Pribram, Bezirk / Pribram, Revier

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Von Prag aus auf der 4 in SW Richtung. Fahrzeit etwa 1h.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Verhaue, Halden, Schächte und Stollen. Untertage-Bergwerke.

Geo­lo­gie

Die zum S-Rand des Barrandiums zu rechnenden Sedimente der näheren Umgebung gehören dem Algonkium und dem Kambrium an. Zu ersterem gehören spilitische Tuff-Brekzien, sowie Tuffe, Sandsteine und Schiefer. Die kambrischen Schichten bestehen aus Konglomeraten, Sandsteinen und Grauwacken. Von Bedeutung für die Lagerstätte sind zahlreiche Diabasgänge, wobei die Erzgänge diesen folgen. Der Diabas hat aber direkt mit den Erzgängen nichts zu tun. Erzbringer ist der jüngere Magmatismus des Mittelböhmischen Plutons. Die Diabasgänge sind mehrfach aufgerissen und in diesem Spaltensystem haben sie den Raum für die Vererzungen geliefert. Heiße hydrothermale Lösungen sind hier eingedrungen und haben an den Wänden der Klüfte die Mineral- und Erzausscheidungen hinterlassen.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Ortsmitte Pribram Lat: 49.692397432825125 Lon: 14.003276824951171



Ortsmitte Pribram

WGS 84: 
Lat.: 49,69239743° N, 
Long: 14,00327682° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 41' 32,631" N,
   Long: 14° 0' 11,797" E
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=1323
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Verkürzte Pfadangabe

Pribram, Pribram, Mittelböhmen, CZ
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (2 Bilder gesamt)

Bergarbeiterdenkmal
Aufrufe (Bild: 1336479398): 2265
Bergarbeiterdenkmal

Pribram / Mai 2012

Copyright: dendrocopos
Beitrag: dendrocopos 2012-05-08
Uranrevier Pribram
Aufrufe (Bild: 1206291858): 3532
Uranrevier Pribram

Aufnahme von O. Mittelböhmen, Tschechien. 9/2007

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2008-03-23

Ausführliche Beschreibung

Das Pribram-Revier ist das größte Silber-Buntmetall-Revier und die wichtigste Uranlagerstätte von Böhmen. Die mächtigste Lagerstätte Brezove Hory (Birkenberg) erbrachte etwa 18 Mio. Tonnen Erz, in dem ca. 3.500t Silber und 16.000t Blei gewonnen werden konnten. Das meiste davon wurde im 19.Jh. abgebaut, im 20.Jh. mehr Uranerz, welches 49% der gesamtes Landesproduktion darstellt und Pribram zu eines der größten Uranlagerstätten weltweit macht.


Geschichte und Bergbau

  • Erster Bergbau auf Gold, Silber und Eisen wurde von den Kelten betrieben; Beweise fanden Archäologen, die auf das 10. bis 11.Jh. datiert werden können.
  • Seit dem 13.Jh. wurden silberhaltige Bleierze von Birkenberg und Bohutin verarbeitet.
  • Silberbergbau im 16.Jh.
  • Bergbau erliegt wegen Unwirtschaftlichkeit
  • Bis zum 17.Jh. ist die Silbergewinnung unbedeutend
  • Anfang des 17.Jh. einziger Abbau in der Grube Reicher Trost in Obecnice, sonst noch Stracken (Jarosovska), Hase im Norden der Birkenberg-Lagerstätte, und in den Schächten von Vrancice
  • Ende des 17.Jh.s entstand wieder Interesse am Bergbau; bis zur zweiten Hälfte des 19.Jh.s wurde in Pribram wieder Bergbau versucht

    • bis 1728 wieder kein Erfolg, nur wenig Bergbau im Caroli-Borromäi-Stollen, in der Grube Sankt Johann und der Grube Anna
    • Ende des 18.Jh.s neue technische Systeme, neuer Bergbau
    • neue Saigerschächte Adalbert (Vojtech 1779) und Anna (1789)
    • neue Schmelzhütten, Trennung von nassem und trockenem Erz
    • neue Blüte im Silberabbau
  • im 19.Jh. fand der reichste Abbau in der Geschichte des Reviers statt: beinahe die Hälfte allen Silbers und Bleies wurde im 19.Jh. abgebaut. In Betrieb waren
    • Adalbert-Schacht
    • Caroli-Borromäi-Schacht
    • Tagschacht Jaroschka (Stracken)
    • Joseph-Maria-Stollen
    • Kaiser-Josephi-Stollen
    • Gänge Johann, Kreuzklüfter, Anna, Fundgrubner, Sankt Franzisci (Tisover Gebirge)
    Neue Schächte am Birkenberg
    • Kaiser Franz 1813 (später Franz-Josef/Sevciny)
    • Ferdinand 1820
    • Maria 1822
    • Prokop 1832
    • August (Drkolnov) 1821
    • Lill 1857
    In der Lagerstätte von Bohutin
    • Bohutin-Stollen 1821
    • Erzherzog-Stephan-Schacht 1827 (später Bohutín I)
    • Franz-Schacht und Segen Gottes (Rimbaba) 1843
    • Rudolph-Schacht (später Stephanik, Bohutín II) 1878
  • 1848 Bergschule (1865 "Bergakademie")
  • 1859 Erzhunten statt Kübel
  • 1870 Grubenloks und Dynamit
  • in den 1890ern tritt eine Wende ein:

    • 31.5.1892 Grubenbrand mit 319 Toten
    • Preisfall von Silber, Blei und Gold
  • bis ins 20.Jh. immer wieder Verluste
  • 1919 während 1.WK einmalig noch etwas Gewinn
  • Schächte werden nicht geschlossen, da es bei der einzige Abbau in der Gegend ist
  • nach 1945 Aufrüstung der Schächte, erneuter Abbau; neben Silber und Blei wird nun auch Zink abgebaut
  • Erzverarbeitung bis 1980er
  • 1945 verpflichtet sich die CSSR, Uran an die Sowjetunion zu liefern; ab 1945 Uranbergbau in Pribram (Prokopi-Schacht, Lill-Schacht, Grube Trebsko u.a.) in großem Stile
  • Entdeckung von 55 hydrothermalen Urangängen, Pechblende-Vorkommen u.a. in Brod, Hute, Háje und Bytíz; in Bytíz am meisten
  • 1978 Schließung von Birkenberg, 1979 von Bohutín
  • in den 1980ern Preisverfall für Uran, nach und nach Schließung der Schächte. Gesamtproduktion 1949-1991 ca. 50.000t Uran.

Lagerstätten

  • Birkenberg (Brezove Hory)

    • Anne-Marie Mine
    • Drkolnov Mine
    • Marie Mine
    • Prokop Mine
    • Vojtěch (Silber)
    • Ševčín Mine
    • The Black pits
    • Ferdinand Mine
    • Jarošovka Mine
    • Lill Mine
  • Bohutin

    • Řimbaba Mine
    • Rudolf Mine
    • Štěpán Mine
    • Milín
  • Obecnice

    • Anna
  • Pribram-Einschmelzung (Schlacken)
  • Sadek
  • Trebsko

    • Gabe Gottes Mine
    • Uran-Mine Nr.7
  • Uran-Mine Nr.15
  • Uran-Mine Nr.16
  • Uran-Mine Nr.19
  • Uran-Mine Nr.21
  • Vrancice

    • Alexander Mine (Uran)

Mineralien (Anzahl: 328)

Mineralbilder (68 Bilder gesamt)

Freibergit-x
Aufrufe (Bild: 1162661903): 6461
Freibergit-x

von 6 mm Kantenlänge; Fundort: Pribram, Tschechien

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2006-11-04
Mehr   MF 
Silber
Aufrufe (Bild: 1230899058): 2008
Silber

Größe: 33 x 22 mm; Fundort: Pribram, Böhmen, Tschechien

Copyright: Matteo Chinellato
Beitrag: Hg 2009-01-02
Mehr   MF 
Lockensilber
Aufrufe (Bild: 1140633697): 1570
Lockensilber

Größe: 4,1 x 3,2 x 1,2 cm; Fundort: Pribram, Böhmen, Tschechien

Copyright: geomueller
Beitrag: geomueller 2006-02-22
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 14)

Fossilien (Anzahl: 16)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Links:


Literatur:

  • Zepharovich, M.V. Ritter v. (1871). Über Diaphorit und Freieslebenit. Sitzungsber. Math.-Naturw. Akad. Wiss. Wien, 63, S.130-56.
  • Riekher, R. (1969). Der Erzbergbau von Pribram. Fundgrube, Jg.1969, Bd.3/4, S.82.
  • Stobbe, J. (1981). Pribram, Czechoslovakia. Min. Rec., Vol.12, H.3, S.157-65.
  • Majer, J. (1981). Geschichte, Stand und Perspektive des Freilicht-Bergbaumuseums in Pribram Brezove Hory. Fundgrube, Bd.4, S.108.
  • Megarskaya, L., Rykl, D. und Táborský, Z. (1986). Zoubekite, AgPb4Sb4S10, a new mineral from Pribram, Czechoslovakia. N.Jb. Min. Mh., H.1, S.1-7.
  • Kolesar, P. (1990). Dyskrasit-Kristalle aus dem Bergbau-Revier Pribram, Tschechoslowakei. Lapis, Jg.15, Nr.9, S.19.
  • Hyrsl, J. (1992). Pribram: Eine klassische Erzlagerstätte stellt sich vor. Emser Hefte, Jg.92, Nr.1.
  • Vlasimsky, P. (1992). Aktuelle Bergbaugeschichte. Emser Hefte, Jg.92, Nr.1, S.18.
  • Hyrsl, J. (1993). Die neuesten Mineralienfunde in der Tschechischen Republik...Pribram. Min.-Welt Jg.4, H.2, S.48.
  • Rüsenberg, K.A. und Paulis, P. (1996). Umbildungen und Neubildungen in den Schlackehalden der Blei- und Silberhütte von Pribram/CR. Aufschluss, Jg.47, Nr.6, S.267-87.
  • Hyrsl, J. (1998). Bergbaumuseum Pribram mit neuer alter 'Sammelhalde'. Min.-Welt, Jg.9, Nr.5, S.2.
  • Tvrdy, J. (2003). Silber, Buntmetalle und Uran: Die Geschichte des Bergbaureviers Pribram. Lapis, Jg.28, Nr.7, S.13-22.
  • Litochleb, J. (2003). Bergbaudenkmäler und aktuelle Mineralfundstellen im Revier Pribram. Lapis, Jg.28, Nr.7, S.27-31.
  • Sejkora, J. und Litochleb, J. (2003). Die primäre Mineralisation der Pribramer Erzzone und ihre interessantesten Mineralien. Lapis, Jg.28, Nr.7, S.32-59.
  • Sejkora, J. und Litochleb, J. (2003). Sekundärmineralien aus der Pribramer Erzzone. Lapis, Jg.28, Nr.7, S.60-72.
  • Tvrdý, J., Vary, K., 2003, Lapis: 28, 7/8, 13-74.
  • Themenheft Pribram. Lapis 7/8, 2003.
  • Sejkora, J. und Litochleb, J. (2003). Komplette Mineralienliste des Grubenreviers Pribram. Lapis, Jg.28, Nr.7, S.73-74.
  • Lapis Red. (2004). Lapis Aktuell: Riesiges Wasserrad in Pribram. Lapis, Jg.29, Nr.6, S.7.

Quellenangaben