'._('einklappen').'
 

Alston Moor Parish

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

UK / England / Cumbria Co. / Eden, District / Alston Moor, Parish

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=1339
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Alston Moor, Eden, Cumbria Co., England, UK
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage

Der Alston Moor Bereich - auf Sammlungszetteln oft einfach als "Alston" oder "Alston Moor", aber auch fälschlich als "Aldstone Moor" bezeichnet - liegt im Nordosten der ehemaligen Grafschaft Cumberland (heute ein Teil des Verwaltungsbezirks "Cumbria") und grenzt im Norden an die Grafschaft Northumberland und im Osten an das Weardale (Grafschaft Durham).


Geschichte

Der Bleibergbau in diesem Gebiet lässt sich urkundlich zurückverfolgen bis ins frühe 12. Jahrhundert. Die erste Abbauperiode hielt bis ins frühe 13. Jahrhundert an, doch für die folgenden Jahrhunderte existieren keine Nachweise über größere Aktivitäten. Ein Bericht aus dem Jahr 1611 erwähnt, dass die Gruben zu diesem Zeitpunkt weitgehend erschöpft gewesen seien, doch bezieht sich diese Angabe wahrscheinlich nur auf die von der Oberfläche her zugänglichen Erzkörper. Im Jahre 1629 wurden die Gruben vom Earl of Derwentwater erworben und ruhten weitgehend für fast ein weiteres Jahrhundert. Im Jahre 1715 wurden die Besitztümer der Familie von der Krone konfisziert (der damalige Earl hatte den gescheiterten Jakobiter-Aufstand unterstützt). Die Gruben, die zu diesem Zeitpunkt als wertlos erachtet wurden, wurden dem Greenwich Hospital of Seamen übereignet, das sie an die 1692 gegründete London Lead Company verpachtete, die die meisten Gruben bis ins späte 19. Jahrhundert hinein betrieb. In diesem Zeitraum erlebte der Bleibergbau in der Region seine Blüte. Die sinkenden Preise für Blei gegen Ende des 19. Jahrhunderts zwangen einige der Gruben zur Schließung, andere stellten die Produktion auf Zinkerze um. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Zinkabbau in manchen der Gruben durch die belgische Gesellschaft Vieille Montagne erneut vorangetrieben, doch kamen diese Anstrengungen aufgrund zu hoher Kosten bei zu geringen Förderrraten noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wieder zum Erliegen.


Geologie

Das nördliche Pennin-Gebirge besteht aus alternierenden Folgen sedimentärer Gesteine des Karbon (Visé- und Namur-Formationen), die nahezu horizontal gelagert sind. Innerhalb jeder dieser Folgen treten Schichten von Kalksteinen auf, die von Sandsteinen und Doleriten (von den Bergleuten als "sills" bezeichnet) über- und von schiefrigen Gesteinen unterlagert sind. Diese sogenannten Cyclotherme repräsentieren Sedimentationszyklen von jweils mehreren Millionen Jahren, während derer sich die Bedingungen von wenig bewegten wärmeren Gewässern (aus denen sich die Kalksteine ablagerten) zu Küstenregionen mit stärkeren Strömungen (Deltas und Lagunen, in denen die Sandsteine und Schiefer entstanden) wandelten. Im Bereich des Alston Moors District setzen diese sedimentären Gesteine in einer Tiefe von etwa 200 Metern auf ältere vulkanische Gesteine auf.

Die Lagerstätten gehören dem Mississippi Valley-Typ (MVT) an. Die Erzvorkommen sind schichtgebunden und stellen hauptsächlich Füllungen nahezu senkrecht verlaufender Spalten in den Kalksteinen und den darüber liegenden härteren Begleitgesteinen dar, die in den darunter liegenden, weichen schiefrigen Gesteinen austauben. Zum anderen wurden durch metasomatische Verdrängung der umgebenden Kalksteine nahezu horizontal gebettete Erzkörper gebildet (wörtlich ins deutsche übesetzt: "Flache" - man könnte diese auch als "Keller" oder "Kavernen" bezeichnen - im englischen "Flats"). Die reichsten Flats fanden sich innerhalb einer Schicht bei einer Teufe von ca. 60 Metern, die als "The Great Limestone" bezeichnet wird und der Namur-Formation angehört. Studien von Flüssigkeitseinschlüssen in den Mineralien zeigen, dass die Erze bei niederen Temperaturen gebildet wurden, doch ist die Herkunft der dazu erforderlichen mineralhaltigen Lösungen noch nicht geklärt. Die Ablagerungen begannen wahrscheinlich vor etwa 295 Millionen Jahren und setzten sich fort bis ins Perm.


Mineralien

Als Erzmineralien treten überwiegend Galenit und Sphalerit auf. Hervorragend ausgebildete Stufen dieser Mineralien mit bis zu mehreren Zentimeter großen Kristallen gelangten in zahlreiche Sammlungen. Der Galenit bildet vorwiegend Kubooktaeder, der Sphalerit zeigt sehr komplexe Formen. Gegenüber diesen treten die anderen Erze stark zurück; Stufen mit gut ausgebildetem Chalkopyrit, Markasit oder Pyrit gehören zu den Seltenheiten. Aus der Tynebottom Mine stammen Paragenesen mit Kobalt- und Silbermineralien, doch treten diese nur mikroskopisch auf. Die Brownley Hill Mine lieferte als Besonderheit hübsch ausgebildeten nadeligen Millerit.

Als Gangarten treten vor allem Ankerit und Siderit auf. Die Bariumcarbonate Witherit und Barytocalcit, die andernorts eher als Raritäten gelten, sind in den Gruben entlang des Flusses Nent, zwischen Alston und Nenthead, sehr häufig. Die Nentsberry Haggs Mine lieferte die wohl weltbesten Stufen von Witherit; die Brownley Hill Mine - auch als Bloomsberry Mine bekannt und auf Sammlungszetteln oft fälschlich als "Bromley Hill" bezeichnet - hervorragende Exemplare von Alstonit, für den sie auch als eine der Typlokalitäten gilt. In der Blagill Mine, der Typlokalität des Minerals Barytocalcit, war dieser so häufig, dass er zeitweise als Rohstoff abgebaut wurde und das Hauptfördergut dieser Grube darstellte.

Im Gegensatz zum benachbarten Weardale ist Fluorit im Alston Moor District eher selten. Als Fundstelle Erwähnung verdient hier vor allem die Rotherhope Fell Mine, die gute Stufen mit violettem Fluorit lieferte, die leicht mit Stufen aus der Frazer's Hush Mine verwechselt werden können. Die Brownley Hill Mine lieferte blass bräunlich gelbe bis honiggelbe Kristalle, die in Ausnahmefällen über 3 cm Kantenlänge erreichten. Ähnliches Material kam auch in der Smallcleugh Mine vor. Im Gegensatz zu den Weardale-Fluoriten zeigen diese Stufen bei Anregung mit langwelligem UV-Licht keine oder allenfalls eine sehr schwache Fluoreszenz.

Typlokalitäten im Alston Moor District

Mineralien (Anzahl: 76)

?

Hinweis

- Klicke auf ein oder mehrere Elemente um Mineralien mit Deiner Auswahl anzuzeigen. Die ausgewählten Elemente werden durch einen grünen Hintergrund angezeigt.

- Klicke zweimal auf ein Element um dieses Element auszuschließen. Die Auswahl wird durch grünen Hintergrund mit rot, durchgestrichenem Text angezeigt.

ZurücksetzenAgAlAsBaCCaCeClCoCuFFeHHgKMgMnNaNiOPPbSSbSiSrZn
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Regionslokalitäten an denen das Mineral gefunden werden kann
 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 24. Feb 2020 - 15:11:02

Mineralbilder (6 Bilder gesamt)

Galenit-Kubooktaeder bis 1,4 cm Größe, mit Ankerit auf Quarz
Aufrufe (Bild: 1111959056): 366
Galenit-Kubooktaeder bis 1,4 cm Größe, mit Ankerit auf Quarz

Bildbreite: 3,8 cm; Fundort: Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK

Copyright: Peter Haas
Beitrag: Mineralienatlas 2005-03-27
Mehr   MF 
Galenit und Fluorit
Aufrufe (Bild: 1291387333): 629
Galenit und Fluorit

Größe: 70x70 mm; Fundort: Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK

Sammlung: Yale University
Copyright: Rock Currier
Beitrag: slugslayer 2010-12-03
Mehr   MF 
Fluorit
Aufrufe (Bild: 1179045478): 594
Fluorit

Fluorit aus dem Bergbaurevier Alston Moor District, North Pennines, Cumbria, England, UK; Größe: 11 x 11,5 cm

Sammlung: Kevin Ward
Copyright: Kevin Ward
Beitrag: Collector 2007-05-13
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 2)

Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Gestein -> Name des Gesteins
Gestein (TL) -> Gestein Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Gestein in der Region
 G -> Link zur allg. Gesteinsseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 24. Feb 2020 - 15:11:02

Untergeordnete Seiten

 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 

Liste aktualisieren | Anzeigeebene: 2 - 3 - 4 - 5 - Alles aufklappen

Aktualität: 24. Feb 2020 - 15:11:02

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • K.C. Dunham: "Geology of the Northern Pennine Orefield", Vol.1, 2. Aufl., Econ.Memoir of The British Geol.Service, HMSO (London), 1990.
  • Green, D.I. et al. (2000). Min. Rec. 31:231-50.
  • Green, D.I. & Briscoe, P.J. (2002). North Pennines. UK J. Mines & Min., 22, S.25-42.
  • Fisher, J. (2004). Fluorite from the N Pennines Orefield, England. Rocks & Min., Vol.79, H.6, S.378-98.
  • Fischer, J. (2005). La fluorite des Pennines du Nord, Weardale, Angleterre, Grande Bretagne. Règne Minéral, Nr.66, S.5-27.

Quellenangaben

Einordnung