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Dust Devil Mine

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

USA / Oregon / Lake Co. / Plush / Dust Devil Mine

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebau.

Fund­s­tel­len­typ

Tagebau/Steinbruch (aktiv)

Geo­lo­gie

Basalt, Andesit, Tuff. Edelsteine: Sonnenstein, Labradorit.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Dust Devil Mine



Dust Devil Mine

WGS 84: 
Lat.: 42,70956° N, 
Long: 119,85084° W
WGS 84: 
Lat.: 42° 42' 34,416" N,
   Long: 119° 51' 3,024" W
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=45294
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ Dust Devil, Plush, Lake Co., Oregon, US
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Die Dust Devil Mine ist ein Abbau von kalziumreichen Plagioklas-Phenokristallen, die in Basaltflüssen untergebracht ist. Die Mine produziert Plagioklas in Edelsteinqualität, von denen einige Einschlüsse von Kupfer parallel zur Hauptspaltebene enthalten, was einen optischen Effekt verursacht, der als Schiller bezeichnet wird, der oft als Oregon Sunstone bezeichnet wird.

Der besonderer Sonnenstein kommt aus dem Bundestaat Oregon in den USA. Gebildet in den Tiefen des Magmas wurden diese besonderen, in Ausnahmefällen bis 10 cm großen Feldspäte als Phänokristalle bei Eruptionen vor etwa 15-17 Millionen Jahren im Zeitalter des Miozän zusammen mit vulkanischer Asche ausgeworfen. Die Asche verfestigte sich zu porphyrischem Basalt mit einem Anteil von bis zu 50 % Feldspateinsprenglingen.

In verwitterten, lockeren Schichten dieser Gesteine finden heutzutage engagierte Sammler und Claimbetreiber diesen Edelstein. Sein Chemismus definiert ihn als Labradorit. Er besitzt ein reiches Farbenspektrum in gelben, orangen, ja tief roten Tönen. Selten sind intensiv grüngefärbte Steine. Die rötlichen Farbtöne entstehen durch Einschlüsse mikroskopisch kleinen feinstverteilten Kupfers im Nanobereich – in den dunkelsten Farbtönen liegt der Kupferanteil bei etwa 200 ppm. Spektakuläres goldglitzerndes Aventurisieren entsteht in diesen Sonnensteinen, sobald diese Kupferpartikel groß genug ausgebildet sind, so dass man sie mit dem unbewaffneten Auge erkennen kann. Im amerikanischen Sprachgebrauch wird dieser Lichteffekt mit dem deutschen Wort „Schiller“ bezeichnet. Der Begriff der Aventureszenz wird zur Beschreibung seiner spektakulären Erscheinung nur selten genutzt.

Das Aventurisieren findet bei den meisten Exemplaren der Dust Devil Mine als gerichteter Flächenschiller statt. Die extrem dünnen Kupferkristalle sind in der Regel parallel einer Wachstumsebene orientiert flächig ausgebildet. Selten ist eine Orientierung an zwei, oder gar drei Wachstumsebenen. Die größeren Kristalle zeigen in der Regel eine Vielzahl von Rissen. Die intensiven Farbtöne finden sich nur im Zentrum der Steine. Zudem überschreiten die Farbzonen nicht die Risslinien. Die Färbung bleicht zum Riss hin schnell aus. Durch Analysen wurde nachgewiesen, dass sich im Zentrum und in den fehlerfreien Bereichen der Feldspatkristalle die höchste Kupferkonzentration befindet (Rossmann und Hofmeister; 1985). Dies deckt sich mit der makroskopischen Feststellung, dass die Bereiche mit starkem Schiller sich ähnlich wie die Farbzonen verhalten. Eine Auslösung des Kupfers durch geologische Prozesse scheint die Grundlage dieser Effekte zu sein.

Eine weitere, augenfällige Besonderheit ist ein bei intensiv grün gefärbten Stücken zu beobachtender Dichroismus von grün zu rot. Erst seit der Entdeckung, dass bei diesen seltene Stücken eine orientierte Verwachsung von Protoenstatit Nanokristallen und Kupfernanokristallen mit dem umgebenden Labradorit vorliegt, ist dieses Phänomen geklärt H.Xu et. al. (2017).

Die momentan wichtigsten Minen, die Oregon Sunstone produzieren, sind die Ponderosa Mine im Harney County, und die Dust Devil Mine und Sunstone Butte Mine im Lake County.

In seinen besten Qualitäten erreicht der Oregon Sunstone Caratpreise über 1700.-USD. Um zur besten Qualität zu gehören, sollte der Stein farbintensiv sein (egal ob Rot oder Grün – auch Bicolors sind sehr geschätzt) und ein Gewicht von über 3 Karat besitzen.

Oregon Sunstone ist ein in den USA sehr beliebtes Edelsteinmaterial, das sowohl im Cabochonschliff, als auch facettiert verarbeitet wird. Die vielfältigen Charakteristika dieses Edelsteines werden dabei in der Gestaltung ausgenutzt. So zielt die eine Gestaltung auf die intensiven Farben des Materials in Gelb, orange und Rottönen, seltener Grün, während der nächste Versuch dem Betonen des Schillerns des Rohmaterials gilt. Interessant ist auch das gestalterische Arbeiten mit Steinen, die einen deutlichen Pleochroismus zeigen.

Die Dust Devil Mining Corporation schuf ein weiteres Angebot an Mineraliensammler und Edelsteinschleifer-Amateure. Man darf seit Beginn der 2000er Jahren selbst vor Ort im Material der Mine sammeln. Das Material wird vorher nicht sortiert und die Chancen für einen guten Fund sind gegeben. Das Suchen selbst kostet nichts, und Steine, die unter anderen Umständen in den Handel gehen würden, werden den Suchern mit dem halben Großhandelspreis berechnet. Einfache Qualitäten sind kostenfrei.

Mineralien (Anzahl: 6)

Mineralbilder (35 Bilder gesamt)

Labradorit, "Oregon sunstone"
Aufrufe (Bild: 1550142765): 3500
Labradorit, "Oregon sunstone" (SNr: SyS-Labr-2-1-3)

Sonnenstein (Labradorit) aus Oregon von der Dust Devil Mine als transparentes, etwa 30 mm langes Kristallbruchstück. Die punktuelle Grünfärbung entsteht durch submikroskopische Einschlüsse von Prot...

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2019-02-14
Mehr   MF 
Labradorit, "Oregon sunstone"
Aufrufe (Bild: 1554299654): 1303
Labradorit, "Oregon sunstone" (SNr: SyS-Labr-5-1-16)

Sonnenstein (Labradorit) aus Oregon von der Dust Devil Mine als etwa 22 mm großer, anpolierter Rohstein. Der Schiller entsteht durch mikroskopisch kleine Kupferkristalleinschlüsse, die grüne Färbun...

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2019-04-03
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Labradorit, "Oregon sunstone"
Aufrufe (Bild: 1550142384): 55
Labradorit, "Oregon sunstone" (SNr: SyS-Labr-2-1-1)

Sonnenstein (Labradorit) aus Oregon von der Dust Devil Mine als kompletter, etwas rundlicher, etwa 30 mm breiter Kristall. Einige Bereiche des hell gelblich gefärbten Kristalles sind rötlich durch ...

Sammlung: Klaus Schäfer
Copyright: Klaus Schäfer
Beitrag: Klaus Schäfer 2019-02-14
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 3)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Johnston, C.L., M.E. Gunter, and C.R. Knowles (1991). Sunstone Labradorite from the Ponderosa Mine, Oregon. Gems and Gemology: Winter: 220-33.
  • Xu, H., Hill, T.R., Konishi, H., Farfan, G. (2017): Protoenstatite: A new mineral in Oregon sunstones with “watermelon” colors. Am. Min., 102, 2146-49.
  • Schäfer, Klaus (2018):"Abenteuerliche Geschichten vom Aventurin - Sonnenstein aus Oregon" in Lapis 6 / 2018
  • Rossman G.R. (2011) The Chinese red feldspar controversy: Chronology of research through July 2009. G&G, Vol. 47, No. 1, pp. 16–30
  • Hofmeister A.M., Rossman G.R. (1985) Exsolution of metallic copper from Lake County labradorite. Geology, Vol. 13, No. 9, pp. 644–647
  • Huifang Xu, Tina R. Hill Hiromi Konishi Gabriela Farfan (2017) Protoenstatite: A new mineral in Oregon sunstones with “watermelon” colors