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Vitriol

alte Bezeichnung für kristallwasserhaltige Sulfate zweiwertiger Metalle, wie z.B. des Eisens (Eisenvitriol), des Kupfers (Kupfervitriol), die auch die Namen grüner Vitriol FeSO4 * 7H2O (Min. Melanterit), blauer Vitriol CuSO4 * 5H2O (Min. Chalkanthit) trugen.
Diese Vitriole entstehen durch atmoshärische Zersetzung z.B. der Sulfide, also des Markasits und Pyrits, des Chalkosins oder des Kupferkieses. Früher wurde z.B. am Rammelsberg in Goslar das Erz durch Feuersetzen gewonnen. Bei dieser Prozedur entstand Schwefelsäure, die dann mit den Metalloxiden die mehr oder weniger wasserfreien Sulfate ergaben. Man entdeckte schon im frühen Mittelalter die Gewinnung und Verwendung der in großen Mengen gebildeten "Vitriole", die meist als Gemisch verschiedener Sulfate vorlagen. Diese Vitriole lagen vor im unansehnlichen "Kupferrauch" oder "Atramentstein". Er wurde "gesiedet", d.h. im Wasser aufgelöst, filtriert, eingedampft und in kristallisierter Form in Fässern in den Handel gebracht. Chemisch handelte es sich um zink- und kupferhaltiges Eisensulfat. Es erzielte einen guten Preis und wurde verwendet zur Herstellung von Schusterschwarz, von Tinte, zur Herstellung von Schwefelsäure ("Vitriolöl"), zur Herstellung von Scheidewasser (zur Trennung von Silber und Gold), zum Gerben, für Textilfärbungen, als Brechmittel, für Farben, als Beizmittel und zum medizinischen Ätzen. Die Bedeutung für die Stadt Goslar war groß. So wurden im 16. Jhd. teilweise jährlich bis zu 900 t davon erzeugt.


Literatur:



Einordnung