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Wagenbreth, Otfried

Prof. Dr. Otfried Wagenbreth (* 7. April 1927 Zeitz; † 25. Mai 2017 Bad Kreuznach)war ein deutscher Geologe und Montanhistoriker.

Er studierte Bergbaukunde an der Bergakademie Freiberg von 1946 bis 1950, wo er 1958 promovierte. Danach war er beim Geologischen Dienst in Halle (Saale) angestellt. 1962 wurde er als Dozent für Geologie und technische Gesteinskunde an die Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar berufen. 1968 habilitierte er. Ab 1979 lehrte Wagenbreth an der Technischen Universität Dresden Geschichte und Dokumentation der Produktionsmittel.

1992 erfolgte seine Berufung an die Bergakademie Freiberg, wo er die Leitung des neu gegründeten Instituts für Wissenschafts- und Technikgeschichte übernahm, die er bis 1994 innehatte. Gleichzeitig übernahm Wagenbreth den Lehrstuhl für Technikgeschichte. Nach seiner Emeritierung im Jahre 1995 wirkte Wagenbreth auch weiterhin bis 2008 als Lehrbeauftragter für Technikgeschichte an der TU Bergakademie.

Wagenbreth ist vielen bekannt durch seine ausserordentlich präzisen Dokumentationen über den Bergbau und die Bergbau-Artifakte in Freiburg, im Erzgebirge und die Technischen Denkmale in der DDR. Das alles leistete er neben seiner Lehrtätigkeit. Er veröffentlichte ca. 500 geowissenschaftliche und montanhistorische Publikationen, von denen einige zu Standardwerken geworden sind. Besondere Verdienste erwarb er sich durch sein Engagement zur Erhaltung der Denkmale des Berg- und Hüttenwesens und historischer Mühlen in Sachsen. Wagenbreth wirkte an der Erstellung des „Atlas zur Geschichte und Landeskunde von Sachsen“ mit und erarbeitete die Karte „Bodenschätze und Bergbau“. Außerdem wurden auf sein Betreiben hin ab 1975 dreizehn Gedenksteine zur Markierung der Feuersteinlinie in verschiedenen Städten Moitteldeutschlands aufgestellt.

Ehrungen:

1979 erhielt er die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille der Gesellschaft für Geologische Wissenschaften der DDR. 1998 wurde er Ehrenmitglied im Thüringischen Geologischen Verein.Wagenbreth wurde am 2. November 2000 mit dem Sächsischen Verdienstorden geehrt. 2006 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz (1. Klasse) verliehen, dessen Annahme er jedoch ablehnte. Im Jahre 2007 erhielt er den Andreas-Möller-Geschichtspreis der Stiftung für Kunst und Kultur der Kreissparkasse Freiberg.

Literatur:

  • Otfried Wagenbreth, Fritz Hofmann und Otto Fritzsche: Alte Freiberger Bergwerksgebäude und Grubenanlagen (Herrn Prof. Dr.-Ing. Otto Fritzsche zum 80. Geburtstag gewidmet), Freiberger Forschungshefte D19, Akademie Verlag, Berlin 1957.
  • Otfried Wagenbreth: Bernhard von Cotta. Leben und Werk eines deutschen Geologen im 19. Jhd., Freiberger Forschungshefte D36, Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1965.
  • Otfried Wagenbreth. Technische Denkmale in der Deutschen Demokratischen Republik, Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1983.
  • Otfried Wagenbreth. Der Freiberger Bergbau. Technische Denkmale und Geschichte, Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1986 ISBN 3-342-00117-8.
  • Otfried Wagenbreth u. Eberhard Wächtler: Bergbau im Erzgebirge. Technische Denkmale und Geschichte, Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 1990, ISBN 3-342-00509-2.
  • Mühlen. Geschichte der Getreidemühlen. Technische Denkmale in Mittel- und Ostdeutschland, Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig/Stuttgart 1994, ISBN 3-342-00672-2.
  • Peter Lange, Walter Steiner: Otfried Wagenbreth zum 60. Geburtstag. In: Sächsische Heimatblätter, Heft 1/1987, S.46–47.
  • Siegfried H. Richter: Prof. Dr. Otfried Wagenbreth: Bibliographie seiner Veröffentlichung. Veröffentlichungen der Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“, Heft 130, 1995. ISBN 3-86012-012-3.
  • Das eigene Leben im Strom der Zeit: Lebenserinnerungen von Otfried Wagenbreth (geb. 7. April 1927 in Zeitz): niedergeschrieben in Freiberg 2010-2012. TU Bergakademie Freiberg, 2015. ISBN 978-3-86012-523-6.

Weblinks:


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