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Wasserstoffperoxid

Allgemeines

Wasserstoffperoxid (H2O2) kann sowohl als Oxidationmittel, aber auch als Reduktionsmittel wirken (amphoterer Redoxcharakter).
Wasserstoffperoxid ist eine äußerst schwache Säure:
H2O2 + H2O ⇔ O2 + H3O+ pKS = 11,62
Mit einigen Metallen können sich Peroxide bilden (z.B. Na2O2). Alkali- und Erdalkaliperoxide besitzen einen ionischen Gitteraufbau. Sie besitzen O22+-Ionen im Kristallgitter.


Herstellung und Eigenschaften

Zur Herstellung von Wasserstoffperoxid existieren unterschiedliche Prozesse. Der großtechnisch interessanteste Prozess ist die Herstellung über Anthrachinonderivate:


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Außerdem kann Wasserstoffperoxid über anodische Oxidation von 50%iger Schwefelsäure gewonnen werden. Hierbei bildet sich H2S2O8 (Dischwefelsäure). Bei der Hydrolyse bildet sich anschließend Wasserstoffperoxid. Durch schonende Entfernung des überschüssigen Wassers erhält man schließlich eine konzentrierte Wasserstoffperoxid-Lösung.

Absolut wasserfreies Wasserstoffperoxid ist eine klare, sehr viskose Flüssigkeit, die sich explosionsartig in Wasser und Sauerstoff zersetzen kann. Metalloxide, wie z.B. MnO2 katalysieren diesen Zerfall.
In den Handel kommt konzentrierte Wasserstoffperoxid-Lösung als 30%ige Lösung (Perhydrol). Die Lösung wird in dunklen Flaschen gekühlt aufbewahrt, da Licht und Wärme ebenfalls zur Zersetzung beitragen.


Verwendung

Durch die starke oxidierende Wirkung von Wasserstoffperoxid findet es Anwendung als Bleich- und Desinfektionsmittel.
Siehe auch Reinigung von Mineralien.


Quellangaben

  • Verfasser: Hg
  • Quelle: Basiswissen Anorganische Chemie, Latscha/Klein, Axel-Springerverlag 1994, Seite 367

Einordnung