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Wernadski, Wladimir Iwanowitsch

Wernadski, Wladimir Iwanowitsch
Wernadski, Wladimir Iwanowitsch

Denkmal

Archiv: Doc Diether

Prof. Wladimir Iwanowitsch Wernadski (* 28. Februar (jul.)/ 12. März 1863 (greg.) Sankt Petersburg; † 6. Januar 1945 Moskau) war ein russischer Geologe, Geochemiker und Mineraloge, einer der Begründer der Geochemie, der Radiogeologie und der Biogeochemie.

Wernadski war der Sohn eines liberalen Professors der Ökonomie und studierte von 1881 bis 1885 Naturwissenschaften an der Universität von Sankt Petersburg. Er spezialierte sich auf Geologie und Mineralogie. Ab 1909 war er bereits außerordentliches Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften (AdW), wurde er 1912 dessen reguläres Mitglied. 1914 wurde er zum Direktor des geologischen und mineralogischen Museums der AdW berufen und wurde 1919 erster Präsident der AdW der Ukraine. Anfang der 1920er Jahre hielt er Vorlesungen an der Sorbonne in Paris über Geochemie. 1926 kehrte er schließlich in die Sowjetunion zurück und war dort ab 1929 bis zu seinem Tode Direktor des biochemischen Laboratoriums der AdW der UdSSR und ab 1939 auch Direktor des von ihm gegründeten Staatliche Radiuminstituts in Petrograd. Wernadski gilt als einer der Begründer der Geochemie, der Radiogeologie und der Biogeochemie.

Untersuchungen zur Geoökologie. Er entwickelte die Theorie der Biosphäre, entdeckte den negentropischen Faktor in der Natur und prägte den Begriff der Noosphäre in seiner enttheologisierten Form. Die Bedeutung Wernadskis für die Geowissenschaften wird oft mit der Rolle Darwins für die Biologie verglichen:

"Vernadsky hat für den Raum geleistet, was Darwin für die Zeit getan hat: Während Darwin dokumentierte, daß alles Leben von einem entfernten Urahnen abstammt, zeigte Vernadsky, daß alles Leben einen stofflich einheitlichen Raum einnimmt, die Biosphäre" (Lynn Margulis).

Zu seinen Schülern zählten Alexander Fersman, Witali Chlopin (1890–1950) und Alexander Winogradow, die sehr zur Popularisierung und Weiterentwicklung seiner Forschungen beitrugen.

Der Wernadskowo-Prospekt in Moskau (westlicher Verwaltungsbezirk), die Wernadskyj-Nationalbibliothek und die Nationale Taurische Wernadskyj-Universität in der Ukraine sind nach Wernadski benannt worden.


Literatur:

  • 1924: Geochemistry
  • 1926: Biosfera; engl. Übers.: The Biosphere, Copernicus Books, Springer Verlag, New York 1998, ISBN 0-387-98268-X
  • Peter Krüger: Wladimir Iwanowitsch Wernadskij. In: Biographien hervorragender Naturwissenschaftler, Techniker und Mediziner. 1.Aufl. Bd.55, Teubner, Leipzig 1981, ISBN 3-322-00571-2.
  • Vladimir Ivanovič Vernadskij (Wladimir Iwanowitsch Wernadskij), Wolfgang Hofkirchner (Hrsg.): Der Mensch in der Biosphäre. Zur Naturgeschichte der Vernunft. Lang, Frankfurt am Main / Berlin / Bern / New York / Paris / Wien 1997 (Originaltitel: Биосфера (Biosfera), übersetzt von Felix Eder, Peter Krüger), ISBN 3-631-49084-4 (englisch bei Springer, Berlin / Heidelberg / New York NY 1998, ISBN 0-387-98268-X).
  • Georgy S. Levit: Biogeochemistry - Biosphere - Noosphere. The growth of the theoretical system of Vladimir Ivanovich Vernadsky. In: Studien zur Theorie der Biologie. Bd.4, VWB, Verlag für Wissenschaft und Bildung, Berlin 2001, ISBN 3-86135-351-2.

Weblinks:


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