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Wulfen, Franz Xavier von

Freiherr Franz Xavier von Wulfen (* 5.11.1728 Belgrad; + 17.3.1805, Klagenfurt) war ein österreichischer Theologe, Philosoph und Naturforscher.

Wulfen wurde in Belgrad als Sohn des Feldmarschall-Leutnants Christian Friedrich von Wulfen geboren.

Er bekam seine erste Ausbildung in Kaschau (damals Ungarn) und trat 1745 dem Jesuitenorden bei. Er studierte Philosophie, Mathematik und Theologie. Ab 1755 war er als Lehrer tätig: ab 1756 an der Theresianischen Ritterakademie in Wien, 1761 in Görz, ab 1762 in Laibach. 1763 legte er das Ordensgelübde ab. Ab 1764 war er am Klagenfurter Jesuitenkolleg tätig, wo er Physik und Mathematik unterrichtete. Ab 1769 war er nur noch als Seelsorger tätig. Nach dem Ende seiner Lehrtätigkeit und besonders nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 widmete er sich der wissenschaftlichen Forschung, besonders der Botanik und Mineralogie. 1797 wurde ihm von den französischen Besatzern ein Großteil seiner Sammlungen geraubt.

1799 und 1800 war Wulfen Teilnehmer an Fürstbischof Salms Expedition zur Erstbesteigung des Großglockners.

Sein Hauptforschungsgebiet waren die Ostalpen, deren Flora er intensiv erforschte. Er beschrieb etliche neue Pflanzenarten. Forschungsreisen führten ihn öfters an die Adria, aber auch nach Holland.

Ein weiteres Forschungsgebiet war die Mineralogie. Das von ihm entdeckte Gelbbleierz wurde 1841 zu seinen Ehren Wulfenit benannt und er beschrieb als erster den opalisierenden Bleiberger Muschelmarmor. Ihm zu Ehren wurde die Gattung Wulfenien (Wulfenia) Jacq. der Pflanzenfamilie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae ) benannt

Wulfen war Mitglied der Akademien bzw. Wissenschaftlichen Gesellschaften von Berlin, Erlangen, Jena, Göttingen, Klagenfurt und Stockholm.


Literatur:

  • Kunitsch, Biographie v. Fr. X. Freih. v. W. 1810. – F. Arnold, Zur Erinnerung an Freih. v. W. in Verhandl. der zool.-bot. Gesellsch. in Wien 1882.
  • R. Exel (1993). Die Mineralien und Erzlagerstätten Österreichs. Eigenverlag, Wien. S.33.

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