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Zerrkluft

(engl.: extension cleft; franz.: diaclase d'extension / fente d'extension)

Auch als "alpine" Zerrkluft bezeichnet.

Zerrklüfte sind Risse im Gebirge, welche durch komplexe tektonische Prozesse (Überschiebungen, Verschiebungen, Hebungen und Senkungen, plastische Verformung durch seitlichen Druck) und Schieferung (Metamorphose) entstanden sind und sich zu tw. großen Klufträumen erweitert haben.
Sie haben sich besonders dort gebildet, wo der plastischen Gesteinsformation Hindernisse in Form von Quarz- oder Aplitgängen, bzw. Kontaktzonen zwischen verschieden harten und verschieden plastischen Gesteinen im Wege standen. Durch tektonische Spannungen wurde das Gestein aufgerissen.

Zerrklüfte können wenige cm bis mehrere m groß sein. Zerrklüfte in Schiefern sind meist kleiner als in Graniten.
Die größten alpinen Zerrklüfte sind in den Schweizer Alpen: Sandbalm (Göschenertal, Uri), am Vorderen Zinggenstock (Grimsel, Bern) und am Piz Starlera (Medels, Graubünden).

Alpine Zerrklüfte sind hydrothermale Minerallagerstätten; die vorkommenden Mineralien werden als Kluftparagenese bezeichnet. Die bekanntesten in Zerrklüften vorkommenden Mineralien sind Quarz, Chlorit, Prehnit, Fluorit, Zeolithe, Skapolith, Anhydrit, Phenakit, Epidot und Rutil.

Zerrklüfte wurden nicht nur in den europäischen Alpen gebildet (der Präfix "alpin" bezieht sich auf den Typus); bekannt sind auch tw. recht große Zerrklüfte im Gebiet des Polarural, im pakistanischen Karakorum sowie in den japanischen Alpen.

s.a. > Kluft, Ausscheidungsreihenfolge


Bilder

Alpinotype Kluft in den Alpen
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Alpinotype Kluft in den Alpen

Alpine Kluft nahe des Hotels Belvedere, Gletch, Oberwald, Bezirk Goms, Wallis, Schweiz. Der Bildausschnitt ist etwa 5x7m groß. August 2012.

Copyright: aca
Beitrag: aca 2012-10-11
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Literatur:

  • Mullis, J.; 1974; Zur Enstehungsgeschichte der alpinen Zerrklüfte. Urner Min. Miner. Freund, 6, 77-88
  • Rykart, R.; 1977; Bergkristall
  • Weibel, M., Graeser, S., Oberholzer, W.F., Stalder, H., Gabriel, W.; 1990; Die Mineralien der Schweiz

Quellangaben


Einordnung