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de Chardin, Pierre Teilhard

Teilhard de Chardin
Teilhard de Chardin

1955

Archiv Doc Diether

Pierre Teilhard de Chardin (* 1. Mai 1881 auf Schloss Sarcenat bei Clermont-Ferrand in Frankreich, † 10. April 1955 in New York) war ein französischer Jesuit und Naturwissenschaftler.

De Chardin besuchte ab dem 12. Lebensjahr ein Jesuitenkolleg und trat nach 7 Jahren diesem Orden bei. Wegen der Vertreibung der Jesuiten aus Frankreich verbrachte Teilhard nach den ersten Gelübden einige Jahre auf der Kanalinsel Jersey, wo er Philosophie, Geologie, Physik und Chemie studierte und die Insel mit Lupe und Geologenhammer erkundete. Im August 1905 zog er nach Kairo und unterrichtete am dortigen Jesuitenkolleg 3 Jahre Physik und Chemie. Daneben unternahm er geologische Exkursionen nach Oberägypten.

Ab Oktober 1908 studierte er Theologie in Ore Place bei Hastings im SO Englands und wurde 1911 er zum Priester geweiht. Es reifte die Erkenntnis, dass Geist und Materie nicht 2 einander entgegengesetzte Dinge sind, sondern 2 Zustände desselben kosmischen Substrats. 1912 absolvierte er in Paris ein Zusatzstudium in Paläontologie. Er geriet in Auseinandersetzungen mit seinen Ordens-Oberen, denen sein selbstständiges Theologisches Denken mißfiel, wo er eine Einheit von Geist und Materie vertrat. Der 1. Weltkrieg unterbrach seinen wissenschaftlichen Werdegang und hinterließ tiefe Spuren.

1920 bestand Teilhard an der Sorbonne die naturwissenschaftliche Diplomprüfung und schrieb danach seine Dissertation über die Säugetiere des französischen unteren Eozäns. 1922 promovierte er zum Dr. rer. nat. und erhielt anschließend eine außerordentliche Professur für Geologie am Institut Catholique de Paris. Er bekam jedoch bald Schwierigkeiten mit seinen Vorgesetzten, weil seine Vorstellungen über die kosmische Evolution und die Überwindung des Materie-Geist-Dualismus den orthodoxen theologischen Auffassungen widersprachen. Deshalb arbeitete er hauptsächlich als Geologe und Paläontologe und nahm an mehreren Forschungsreisen teil, die ihn nach Burma, Äthiopien, Indien, Java sowie nach China führten, wo er mit einem Geologen-Freund die Wüste Ordos erkundete.

20-jähriges Exil in Asien: 1926 nahm er an einer längeren Expedition in die östliche Mongolei, wo Teilhard die Tektonik der Erdkruste erforschte und Fossilienkunde betrieb. Mit einem Freund zusammen unternahm er sodann 5 Expeditionen, was ihm erlaubte, eine geologische Karte Chinas zu erstellen. 1929 übernahm er die Oberaufsicht des National Geological Survey of China, und im Dezember dieses Jahres erregte die Arbeitsgruppe um Teilhard und Davidson Black weltweites Aufsehen, weil sie den ersten Schädel des fossilen Peking-Menschen (Sinanthropus Pekinensis) in einer der Höhlen von Zhoukoudian entdeckte.

Nach weiteren Reisen hielt der 2. Weltkrieg ihn bis 1945 in China gefangen. Er kehrte zurück nach Frankreich. 1949 wählte ihn die französische Akademie der Wissenschaften zu ihrem Mitglied. 1951 reiste Teilhard nach Südafrika zu den Ausgrabungen des 1925 entdeckten Australopithecus. Im selben Jahr wurde er von seinem Orden – im Zusammenhang mit der eben erschienenen Enzyklika Humani generis wiederum aus Frankreich verbannt. Er reiste nach New York und wurde Mitarbeiter der Wenner-Gren Foundation for Anthropological Research. In den folgenden 4 Jahren unternahm er Forschungsreisen in Nord- und Südamerika sowie nochmals nach Südafrika. 1952 wurde er Ehrenmitglied der Society of Vertebrate Paleontology.


Literatur:

  • Pierre Teilhard de Chardin: Der Mensch im Kosmos.
  • Pierre Teilhard de Chardin: Mein Universum.
  • Pierre Teilhard de Chardin: Das göttliche Milieu.
  • Pierre Teilhard de Chardin: Die lebendige Macht der Evolution.

Weblinks:


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