Hallo,
ich arbeite häufig mit Ponal, um bröselige Matrix zu stabilisieren. U. a. habe ich auch versucht, damit Markasitsteinkerne von Hölzern oder markasithaltige inkohlte Pflanzenreste zu stabilisieren. Das Konservieren des Markasit stand dabei zwar nicht im Vordergrund, es sollte eher die Bröselmasse fixiert werden. Die Ergebnisse haben aber alle mittlerweile ihren Weg in die Mülltonne gefunden, weil der Ausblühungseffekt im Vergleich zu ähnlichen, unbehandelten Stücken lediglich geringfügig später einsetzte und teilweise dann sogar schneller verlief.
Ich habe mich daraufhin etwas mit den Eigenschaften von Ponal beschäftigt und kam zu folgenden Ergebnissen:
Ponal ist wasserlöslich, was eine Reihe von Problemen mit sich bringt:
- Ausgehärteter Ponal kann durch Einlegen in Wasser wieder aufgelöst werden (für mich wichtig wegen der Reversibilität von Imprägnierungsmaßnahmen). Das bedeutet auch, dass der Leim in der Stufe Wasser aus der Luft aufnimmt und somit das Gegenteil eines wasserdichten Überzugs darstellt. Auch Sauerstoff gelangt durch unversiegelte Poren an die Stufe. Beides zusammen kann zu Ausblühung führen.
- Mit Ponallösung getränkte Stufen, egal ob im Exsiccator oder unter Normaldruck, transportieren die Lösung beim Trocknen kapillar wieder nach außen. Der Leim reichert sich auf den Außenseiten an und fehlt innen, man erreicht damit keine Hohlraumversiegelung im Innern. Mehr noch, die Stufe bleibt damit innen länger feucht, was bereits einen inneren Zerfallsprozess in Gang setzen kann, der erst erkennbar wird, wenn die Ausblühung sich bis zur Oberfläche vorgearbeitet hat.
Psaronius hat recht, wenn er sagt, dass es kein allgemeingültiges Patentrezept gibt. Je nach Chemismus kann Markasit von verschiedenen Fundstellen und sogar von verschiedenen Punkten an ein und derselben Fundstelle stabil oder instabil sein. Man sieht es ihm auch nicht an.
Schau mal in den Fossilienbereich, da wird das Thema auch immer wieder diskutiert. Manche Behandlungsmethoden fruchten beim einen Stück, beim anderen nicht, und manchmal stellt man erst nach Jahren oder Jahrzehnten fest, dass man daneben gelegen hat. Wasserbasierte Imprägnationen sind aber auf jeden Fall das Ungeeignetste, was man sich vorstellen kann. Es gibt einige Verfahren mit anderen Lacken und unpolaren Lösungsmitteln, die aber auch nicht immer helfen und teilweise auch nicht unbedingt gesund sind.
@caliastos:
man könnte es evtl. mal in der mikrowelle versuchen, aber ich vermute fast, das wird nicht gut ausgehen.
Wenn Du Erze in die Mikrowelle gibst, empfehle ich Dir eine Versicherung, die auch für mutwillig verursachte Schäden eintritt. Das geht böse aus!
Bedenke auch, dass sich mikrobielle Besiedlung auf dem Stück nach einer wie auch immer gearteten Dekontamination immer wieder einstellt, außer es wird unter Reinraumbedingungen vorbereitet und in einem sterilen Behälter versiegelt. Auf gewaschenen Händen kreuchen Millionen Bakterien und Viren... Bevor jetzt noch jemand auf Sagrotan und Co. kommt: Auch Desinfektionsmittel senken die Mikrobendichte nur unter eine gewisse infektiöse Schwelle, sterilisieren sie aber nicht und haben nur eine sehr kurzzeitige Wirkung.
Mein Tipp: Die Stufen gut trocknen und unter möglichst konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen aufbewahren, wobei niedrige Temperatur und trockene Luft am besten sind. Hilfreich kann eine Unterbringung in möglichst luftdichten Displayboxen zusammen mit etwas Trocknungsmittel sein. Lacke und Imprägnationen können nur unterstützend wirken.
Gruß,
Triassammler