Hallo,
es ist unsinnig zu einem Bild eine dpi-Zahl anzugeben ohne dabei zu sagen wie groß das Bild eben bei dieser dpi-Zahl ist. Daher kommt die allgemeine Verwirrung. Es ist auch wenig sinnvoll für ein Bild bei verschiedenen Auflösungen der Ausgabegeräte beide Werte (z.B. also 16 x 12 cm bei 300 dpi) anzugeben, weil man das viel einfacher mit einer Angabe (z.B. 1024 x768 Pixel) machen kann. Es ist weiterhin eine leider verbreitete Unsitte für bestimmte Geräte pauschal Werte vorauszusetzen (z.B. für den Bildschirm 72 dpi) das stimmt praktisch nie.
Also bitte: Einfach sagen wie groß das Bild in Pixeln ist (z.B. 1024x768 Pixel) Da kann man leicht eine Ausgabegröße daraus rechnen: Z.B. 1024x768 bei 300 dpi:
(1024 Pixel / 300 dpi)*2.54 = 8,67 cm
( 768 / 300 )*2.54 = 6,50 cm
Und natürlich ist das auch andersherum möglich: DIN A4 = 21x29,7 cm also 8,27x11,69 Zoll, bei 300 dpi sind das 2480x3508 Pixel also rund 8,3 Megapixel, bei üblicher Farbtiefe von 24 bit (=3 Byte) rund 24,9 Megabyte.
Solche Datenmengen sind natürlich unhandlich und für Internet/Versand nicht geeignet - auch wenn modere cam's das können. Deswegen hat man verschiedene Datenformate eingeführt, die diese Daten verlustfrei oder verlustbehaftet packen können. Verlustfrei (z.B. tif) hat natürlich -abhängig vom Bildinhalt- gerade bei Fotos seine Grenzen. Da kann man froh sein, wenn die gepackte Datei mal halb so groß wird. Deswegen hat sich das verlustbehaftete jpeg-Datenformat durchgesetzt. Auch hier ist die Dateigröße vom Inhalt abhängig. Aber hier kann eine "Kompressionsrate" angegeben werden üblicherweise ein Wert zwischen 0 und 1 oder 0-100. Wobei 1 (oder 100) für ungepackt, also beste Qualität steht. Mit üblichen Werten (0,75-0,85) werden durchschnittliche Bilder (Fotos) auf etwa 1/20 verkleinert und in der Regel auch noch ohne störend sichtbare Artefakte. Die Qualitätsstufe, die man beim Digitalfoto einstellt (z.B. *, **, ***) macht praktisch weniger gute (besser gepackte) bis sehr gute (weniger gepackte) Bilder. Vielfach kann man auch andere Dateiformate (z.B. raw oder tif) einstellen, die, da ungepackt oder verlustlos gepackt, die beste Qualität liefern.
Eines ist klar, Qualität, die einmal durch verkleinern der Pixelzahl oder durch (verlustbehaftetes) packen verloren gegangen sind, ist wirklich weg (und nicht wieder herstellbar, es sei denn man hat noch das Originalbild).
Nun nehmen z.B. Druckereien entweder keine jpg's oder diese eben aus Qualitätsgründen nur ungern. Bei Veröffentlichungen ist das besonders ärgerlich wenn man z.B. ein mühsam erstelltes Foto nach digitaler Mehrebenentechnik nochmal machen muss, nur weil es vom Verlag nicht als jpeg genommen wird (und nein, dann einfach das jpeg dann als tif speichern hilft nicht, da die Artefakte drinnen bleiben). Ich hatte heuer sogar mal das Problem dass ein Verlag (Mineralogical Magazine) für ein Mineralfoto dieses als CMYK-tif wollte (o.k. CMYK kann man immer machen, nur tif geht aus jpeg nicht).
Wer ernsthaft Mineralien fotografiert, beste Qualität möchte und Doppelarbeit meiden will dem empfehle ich:
- Fotos in höchster Auflösung (der cam ) und raw oder tif Datenformat (verlustrei) machen.
- ggf. diese Fotos bearbeiten (Mehrebenentechnik, zuscheiden, freistellen, Farbkorrektur)
- diese Fotos als tif (verlustfrei gepackt, in Originalauflösung) archivieren
- für Internet (Atlas, Forum) Kopien dieser Bilder mit einem Grafikprogramm verkleinern (z.B. 1200x800 Pixel) und dann im jpg-Format mit Qualität/Kompression von 0,75-0,85 abspeichern.
Gruß
Berthold