Kriterium für eine neue Systematik kann ja nicht sein, ob dann die Sammler ihre Dosen umsortieren müssen oder nicht. Die Entdeckung neuer Minerale und neue Strukturanalysen führen einfach dazu, dass eine Systematik irgendwann nicht mehr richtig passt. Neue Minerale mit neuen Strukturen müssten dann einfach in irgendwelche Gruppen mit reingestellt werden, nur damit sie irgendwo untergebracht werden. Und schließlich stehen dann in einer Gruppe Minerale, von denen man weiss, dass sie nicht zusammen gehören, aber nur, damit nicht umsortiert werden muss, packt man sie zusammen. Das kann ja nicht die Lösung sein. Wenn man neue Erkenntnisse nicht berücksichtigt, und man alles beim alten lässt, wird eine Systematik irgendwann sinnlos.
Sicher ist die neue Systematik nicht der Weisheit letzter Schluss, und ich finde auch ein paar Punkte, die ich anders machen würde. Auf jeden Fall ist sie aber besser als die alte. Sie ist in sich besser und konsequenter strukturiert als die alte, was die Anordnung der Gruppen und Reihen betrifft. Das betrifft z.B. besonders die Sulfosalze und die Borate.
Wenn man sich z.B. die 1. Auflage und spätere Auflagen vom Strunz ansieht, wird man auch große Unterschiede feststellen. Nutzt jemand noch die Systematik der ersten Auflage, nur weil er mal damit angefangen hat ? Ich kenne keinen.
Dass sich die neue Systematik durchsetzen wird, ist nur eine Frage der Zeit. Und da jedes Jahr 50 - 60 neue Minerale dazu kommen, wird man irgendwann feststellen, dass man dann für 5000 oder 6000 Minerale eine veraltete Systematik hat, statt jetzt für 4000 - 4500.
Bei Mindat wurde diskutiert, die neue Systematik zu verwenden, und man fand es auch sinnvoll, nur hat sich bisher keiner bereit erklärt, die Arbeit zu machen.
Und, das umsortieren der Sammlung ist doch eine gute Gelegenheit, sich mal wieder die Stücke anzusehen und sich mit ihnen zu beschäftigen .......
Ich bin übrigens auch langjähriger Systematik-Sammler, und meine Sammlung ist inzwischen nach dem neuen Strunz geornet.
Ein Beispiel für ein Germanat ist Carboirit, FeAl2GeO5(OH)2, mit Chloritoid-Struktur (bildet auch Mischkristalle mit diesem). Die Germanate stehen übrigens nicht bei den Zeolithen.
Glück Auf,
der stollentroll