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Autor Thema: Stabilität von Halotrichit  (Gelesen 1978 mal)

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Offline Hg

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Stabilität von Halotrichit
« am: 05 Nov 06, 17:41 »
Hallo,
ich habe mir in München eine schöne Halotrichit-Stufe gekauft (Fe2+Al2(SO4)4 x 22 H2O.
In einem Mineralienbuch steht eine Bemerkung "zerfällt an der Luft" dabei, in einem anderen Buch steht allerdings nichts dergleichen und hier im Lexikon ist auch nichts vermerkt.
Was stimmt jetzt?? Ich wäre nicht so begeistert, wenn mir die schöne Stufe zerbröselt, wenn ich die Dose nicht geschlossen halte  :-\
Gruß
Andreas

Offline loismin

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Re: Stabilität von Halotrichit
« Antwort #1 am: 05 Nov 06, 18:16 »
Hallo.

Nun Halotrichit ist relativ unstabil.
Ist halt ein Sulfat.
Ich würde die Dose schon gut geschlossen halten um ein Austrocknen oder Zerlaufen (bei hoher Raumfeuchtigkeit)
zu verhindern.

Gruß
Loismin

Offline Hg

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Re: Stabilität von Halotrichit
« Antwort #2 am: 05 Nov 06, 18:42 »
schonmal Danke für die rasche Antwort.
Ich habe die Stufe wieder eingedost und das ganze mit Parafilm abgedichtet (ist so eine Art zuziehbarer dünner Tesafilm auf Parafinbasis)
Werde mal bei Gelegenheit versuchen ein Bild für's Lexikon hinzubekommen.
Gruß
Andreas

Offline smoeller

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Re: Stabilität von Halotrichit
« Antwort #3 am: 05 Nov 06, 19:59 »
Hallo,

Sulfate (das gilt für alle wasserhaltigen Sekundärbildungen, also auch Halotrichit, Melanterit oder Chalkanthit), gedeihen am Besten in kühlem Millieu mit einer höheren Luftfeuchtigkeit, aber keiner direkten Wasserzufuhr. Also, kleinere Stüfchen würde ich in einer dunklen Filmdose oder einem schwarzen Karton im Kühlschrank oder im kühlen Keller lagern. Das entspricht am Ehesten den Bedingungen am Entstehungsort (Stollen oder Höhle).
Gift für derartige Stufen ist warme, trockene Heizungsluft, die sorgt für rasches Austrocknen. Man könnte auch einen feuchten (nie nassen) Wattebausch dazugeben, um Austrocknen zu verhindern.

Meine Boyleite vom Münstertal (TL) sind nach einem Jahr auch total dehydriert und nun mit Gunningit zu beschriften.

Glück Auf!
Smoeller

Offline stollentroll

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Re: Stabilität von Halotrichit
« Antwort #4 am: 08 Nov 06, 10:28 »
Halotrichit und Pickeringit verhalten sich völlig anders als z.B. Melanterit und verwandte Minerale. Halotrichit/Pickeringit bilden sich z.B. gerne in Tagebauen und auf Halden (Ronneburg, Unterloquitz) und auch untertage (z.B. Dresden), aber unter recht trockenen Bedingungen. Sie sind allerdings auch von Ronneburg und anderen Fundorten als Neubildung auf brennenden Halden bekannt, hier in der Nähe von Fumarolen unter feuchten, aber warmen Verhältnissen (z.T. über 50°C).
Halotrichit/Pickeringit sind problemlos aufzubewahren, ich habe nicht eingedoste Stücke seit über 20 Jahren in meiner Sammlung, und sie haben sich nicht verändert.

Ganz anders sieht das natürlich mit Melanterit u.a. aus.

Glück Auf
der Stollentroll



 

 

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