Auch gerade aus Hamburg zurückgekehrt möchte ich mich auch zu diesem Thema äußern.
Ich habe den Threat ja eröffnet und war natürlich besonders gespannt auf mögliche Reaktionen.
Folgendes sind meine Eindrücke.
Zunächst sage ich mal: Ja die Börse war von Schmuck und Marokkanischen Ständen überflutet. Nichts desto Trotz waren aber auch interessante und auch preiswerte Stücke zu finden. Nicht zuletzt auch an meinem Stand

Nein, im Ernst. Es gab gute Ware, aber man musste halt suchen. So hab ich z.B. einen perfekten, ca. 15 Kg schweren Rauchquarz aus dem Gotthardgebiet für ein Trinkgeld bekommen. Ganz hervorragende Stufen Fluorit aus dem bekannten Fo. El Hamam in Marokko hab ich ebenfalls extrem günstig erwerben können. Es gab interessante verkieselte Hölzer und auch sehr gute Achate.
Dennoch hat MM-Bär Recht, wenn er sich über die mangelnde Auswahl an guten Sammlerstücken beschwert.
Zunächst aber zum DMF.
Ich hatte ausreichend Gelegenheit, mich mit Herrn Brabender und seinen DMF-Kollegen zu unterhalten. Die Erkenntnisse daraus veranlassen mich, meine sehr harsche Kritik ein gutes Stück zurück zu nehmen. Oftmals trügt der Schein, und wenn man ganz genau hinter die Kulissen schaut, sieht es etwas anders aus. Davon abgesehen, ist unsere Kritik hier im Forum durchaus auf- und ernstgenommen worden. Es scheint sogar, dass wir damit ein ganz, ganz klein wenig mitgeholfen haben, etwas zu bewegen.
Schmuck oder Mineralien ?
Nun, Hamburg ist für Aussteller ein sehr teures Pflaster. So hat mich mein Stand incl. aller Nebenkosten wie Benzin, Hotel usw. deutlich mehr als einen tausender gekostet. Das will erst mal wieder eingenommen werden.
Da kann ich es durchaus nachvollziehen, wenn viele Händler aussteigen und das finanzielle Risiko meiden. Dem Veranstalter ist es völlig egal, ob an einem Stand Mineralien, Fossilien oder Schmuck verkauft werden. Er will ( und muss ) seine Flächen vermieten. Einen Stand bekommt halt jeder, der will und auch nur entfernt und mit viel Phantasie etwas mit Mineralien zu tun hat.
Es ist also nicht so, dass die Schmuckhändler den Fachhandel verdrängen. Letzterer zieht sich immer mehr von den Börsen zurück, weil er dort einfach kein Geld mehr verdienen kann. Und wer von uns würde sich schon selbstlos in den finanziellen Ruin treiben, um den Sammlern einen Gefallen zu tun ?
Ein Aussteller ( auch ich ) geht auf eine Börse um Geld zu verdienen. Punkt.
Da ändert auch eine Mitgleidschaft im DMF nix. Und dieser kann seine Mitglieder auch nicht zwingen, an einer Börse teilzunehmen. So haben wir es wohl mit einer Kettenreaktion zu tun. Immer mehr Sammler bleiben weg, weil das Angebot schlechter wird. Daraufhin kommen im nächsten Jahr weniger Fachhändler, dann noch weniger Sammler usw.
Das so entstehende Vakuum wird halt von Schmuck und Esosachen gefüllt.
Es ist die klassische Huhn oder Ei Frage. Diese Entwicklung ist unabhängig vom DMF, da rein betriebswirtschaftlich zu sehen. Es bleibt die Frage, warum eine solche Börse vom DMF empfohlen wird. Das war ja auch der Ansatz meiner Kritik.
Und ich habe gelernt.
Der DMF kämpft auf allen Ebenen um die Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der Börsenqualität. Dies geschieht durch ehrenamtliche Helfer, die - wie ich in Hamburg eindrucksvoll erleben konnte - sich auf solchen Börsen den H...... aufreißen. Sie werden von den Ausstellern angenörgelt, wenn was nicht stimmig ist, und für die Börsenleitung bedeuten Sie zunächst eimal Streß. Streß, weil diese mit der Durchführung mehr als genug beschäftigt sind und dann auch noch der DMF kommt und Missstände aufzeigt und auf deren Beseitigung drängt. Das Personal, bzw. die Projektleitung speziell in Hamburg haben so gut wie keine Fachkenntnisse und können so auch manches mal die Sachlage gar nicht richtig erfassen. Ich hab selbst einen Teil einer
" Magnetsteinaktion " mitbekommen
und wie genervt die ( übrigens recht hübsche

Projektleiterin auf die diesbezügliche Beschwerde des DMF reagierte.
Das der DMF kein Hausrecht hat, erschwert die Sache ungemein. Die DMFler können die Aussteller nur auf Verstöße hinweisen, haben aber keinerlei Vollzugsgewalt. Erstaunlich fand ich übrigens auch wie dreist, ja fast unverschämt einige Aussteller ( die nicht dem DMF angehörten ) sich gegenüber berechtigten Reklamationen verhielten. Sagenhaft. Ein DMF-Händler könnte sich soetwas gar nicht erlauben, denn da kann der DMF ja intern reagieren.
Somit ist mir klar geworden, dass die Mitgliedschaft im DMF eine selbst auferlegte Fessel ist. Eine Fessel im positiven Sinn, bindet sie doch das Mitglied an die Richtlinien des DMF.
Weiter kann ich erfreut berichten, dass die Anzahl der Fälschungen von Mineralien - bei Fossilien kann ich nicht mitreden - drastisch abgenommen hat. Im Gegensatz zu München eine dramatische Verbesserung. Ich habe persönlich keinen Rumänen mit gebastelten Kunstwerken gesehen. Montierte oder geklebte Stufen werden vielleicht als Einzelstück irgendwo gestanden haben, sind mir aber nicht aufgefallen. Daran hat der DMF einen nicht geringen Anteil, denn wie gesagt, der Börsenleitung ist´s ziemlich egal bzw. es fehlt die Fachkenntnis. Aufgefallen ist mir ein Rumänischer Stand mit ausgezeichneter, korrekt beschrifteter und ausgepreister Ware. Es gibt also auch rühmliche Ausnahmen. Ein Manko bleibt noch die Preisauszeichnung insgesamt, obwohl selbst bei Chinesen und Marokkaner vermehrt Preise ausgeschrieben wurden. Aber das ist noch verbesserungswürdig.
Kurz und gut war ich doch erstaunt, wieviel Arbeit und Engagement die Leute vom DMF in so eine Börse stecken. Ich hätte nicht gedacht, dass dies so ein Kampf gegen Windmühlenflügel ist.
Gelernt habe ich auch, dass alleine kritisieren nichts zur Verbesserung beiträgt. Darum bin ich noch auf der Börse dem DMF beigetreten.
Nicht das nun der Eindruck entsteht, ich sei " umgedreht " worden. Ich werde nach wie vor meinen Mund aufmachen und auch Kritik üben, allerdings ein wenig aktiver als bisher und an der richtigen Stelle. Das es sehr viel Verbesserungspotential gibt, ist auch auf Seiten des DMF unumstritten, aber da braucht es Unterstützung.
Der Druckpunkt ist nicht der DMF, sondern die Projektleitung einer Börse. Die müssen begreifen, dass Ihre Besucher unzufrieden sind. Drum sollte man sich auch als Besucher nicht scheuen, auch der Projektleitung seinen Unmut mitzuteilen.
Ralf