Hallo Smoeller,
es ist nicht aussichtslos bei den Amphibolen, aber tatsächlich sehr kompliziert. Ich habe für die Amphibole selber mal so ein Programm gebastelt, das aus Mikrosondenanalysen die Formel ausrechnet und den Mineralnamen bestimmt, nach der IMA-Amphibol-Nomenklatur. Es berücksichtigt sogar das Fe2+/Fe3+-Problem, man kann z.B. angeben, dass alles Fe als Fe2+ oder als Fe3+ oder dass beide zu je 50% vorhanden sind und danach die Formel ausrechnen lassen und den Namen bestimmen lassen. Es macht auch darauf aufmerksam, wenn die Kationenverteilung auf die einzelnen Positionen problematisch ist, z.B. weil die Analyse schlecht ist, das Amphibol zersetzt ist oder es sich garnicht um ein Amphibol handelt.
Das Programm funktioniert, allerdings würde ich kein zweites Mal soetwas basteln wollen.
Wie schon gesagt, das große Problem bei einem Programm für alle Minerale dürften Mischkristallbildungen sein. Hier dürfte es in der Tat kaum möglich sein, alles zu berücksichtigen und die Folge dürften öfter mal Fehlidentifizierungen sein.
Bei dem genannten Beispiel Granat ist das Feld für Almandin (oder ein anderes Mineral) noch weiter. Die 50 % gelten bei nur zwei beteiligten Komponenten. Wenn man einen Mischkristall mit drei Komponenten hat, z.B. mit 34 % Almandin-, 33% Pyrop- und 33% Spessartin-Anteil, handelt es sich um einen Almandin. Wenn man in einem Programm nur die ideale Zusammensetzung berücksichtigt, würde man soetwas niemals als Almandin identifizieren.
Hier kann ich Smoeller nur zustimmen, es ist eine uferlose Geschichte.
Sinnvoller ist dan vielleicht ein Programm, das aus Analysen eine Formel berechnet und hier flexible Möglichkeiten bietet, um z.B. auf bestimmte Anionen oder Kationenzahlen berechnen kann, so dass man etwas rumprobieren und verschiedene Varianten für sinnvolle Formeln testen kann.
Glück Auf
der Stollentroll