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Autor Thema: 2 merkwrdige Metallbrocken  (Gelesen 14861 mal)

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Asherlord

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2 merkwrdige Metallbrocken
« am: 02 Jul 04, 02:02 »
Hab mit zwei Metallbrocken Probleme:
Nr 1: ein auch nach 10 jahren in stark verrauchter Bude immer noch wie frisch gebrochen glänzender kleiner Klumpen eines weißlich-silbernen Metalls.
Bruch: spröde
Härte: (frag mich nich)
Spaltbarkeit: keine
Strich: helles grau
Aggregat: nix erkennbar, sieht total durcheiander geschmolzen aus.
Glanz: stark metallisch

Nr 2: ca. doppelt so schwer wie vergleichbarer Granitbrocken, is wohl eiszeitliches Gechiebe, weil stark abgerieben, dunkelgrau, kompakt.
Bruch: spröde
Härte: ca. 8-9 (Material is unterschiedlich verwittert, nich genau definierbar)
Strich: kaum sichtbar bräunlicher als vonner Stahlklinge
Aggregat: plattig, nadelig-strahlig (wie Moos-Büschel)
Glanz+Farben: sehr dunkel metallisch, bei Lichtreflektion sehr stark und hell wirkend, metallisch-bläulich, zum Teil grünlich erscheinend, an scheinbar etwas älteren Oberflächen statt blälich rötlich.
Erinnerrt mich stark an Buntkupferkies, aber deutlich dunkler. Farbe/kristalle könnte unter Hitze entstanden sein, aber kein Buntverlauf wie bei angeglühtem Eisen, sondern jede Ausprägung hat ihre eigene Farbe.

An einigen Stellen ist deutlich erkennbar Eisen eingelagert, so wie Brauneisenerz als Hohlraumverfüllung natürlich auftritt.

Offline Schatten

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #1 am: 02 Jul 04, 06:21 »
Morjen Asherlord,

klingt ja sehr interessant die Beschreibung.

Jetzt noch ein Bildchen und dann klappts auch mit den Antworten  ;).




morgendliche Grüße vom Schatten

Offline uwe

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #2 am: 02 Jul 04, 08:58 »
Hallo Asherlord,

kannst Du nachvollziehen, woher die Proben stammen ?  Ich kann mich irren,  aber es sieht mir sehr nach den Ergebnissen metalurgischer Experimente aus.

Glück Auf
Uwe

Offline McSchuerf

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #3 am: 02 Jul 04, 09:03 »
Zu 1. ist für mich ziemlich eindeutig Schlackeprodukt aus Hochofenprozess

Zu 2. Siliciumcarbid - wahrscheinlich (aber ohne Foto auch ohne Gewähr von mir!)
da wird wohl auch die Härte 8-9 eher passen..9 hat ja sonst nur der Korund und der ist ein Mineral..

..Fazit: beides synthetisch..keine Minerale und keine Gesteine!

Gruß Peter

Asherlord

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #4 am: 02 Jul 04, 22:26 »
@Schatten: hab grad nich die Technik vor Ort, vielleicht kann ichs Mitte des Monats mal fotografieren und ins Netz stellen.

@Uwe: siehe Antwort McSchürf: er teilt auch meine Vermutung, daß das weißlich-silbrige Zeug (Nr1) irgendwie künstlich ist

@McSchürf: Nr1: dem könnte ich durchaus zustimmen, bloß was ist es
Nr2: Definitiv nein. Siliziumcarbid zeigt zwar ähnliche Farbe, ist aber:
- nicht so übermäßig schwer wie die Probe
- bricht im Gegensatz zur Probe leicht (die is mehr wie sprödes Metall
- norm stehen die die Kristale frei und sind nur länglich-blättrig, nicht Oberflächenstruktur und nadelig-verästelt.
Der ganze Brocken macht den Eindruck, als wenn er unter Hitze und sehr starken Scherbewegungen entstand, kompakt bis auf einige Hohlräume an einer Ecke mit Resten von weggewitterten Eisen, absolut Null Gleichmäßigkeit in Wachstumsrichtung.
Daher stellt sich die Frage, ob es sich um Auskristallisierung oder mehr um Deformationsspuren mit Kristallansätzen handelt

Offline McSchuerf

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #5 am: 03 Jul 04, 07:11 »
Hallo Asherlord,

ja dann hilft mir auch nur ein Foto zu Nr. 2 weiter.. ;), denn welches Mineral soll Härte 8-9 haben? Kenne außer den bekannten Edelsteinen kein Mineral mit der von Dir angegebenen Härte und Buntkupferkies kann es ja nicht sein..die Härte von Siliciumcarbid müsste ich ohnehin nochmal nachschauen..

..bin immer noch der Meinung, dass es irgendetwas künstliches sein müsste aber Bild sagt mehr aus..

Gruß Peter
« Letzte Änderung: 03 Jul 04, 07:15 von McSchuerf »

Offline uwe

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #6 am: 03 Jul 04, 13:37 »
Ich habe auf meinem Schreibtisch ein Bruchstück eines starken Permanentmagneten liegen (zum Aufbewahren der Nadeln, die ich zum Präparieren von Kleinstufen benötige).

Jetzt viel mir auf, daß für dieses Stück Magnet sehr gut die Bescheibung der Probe 2 zutrifft:
schwer,
spröde (der Magnet zersplitterte, als er mir mal runterfiel),
Kristallstruktur (siehe Bild)
und, na klar auch Rostspuren,

Glück Auf
Uwe

 

[gelöscht durch Administrator]

Offline McSchuerf

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #7 am: 03 Jul 04, 16:02 »
..aber die Härte dieses Magneten ist welche? ;)

Offline uwe

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #8 am: 03 Jul 04, 19:53 »
Habe es soeben geprüft. Es ist erstaunlich, aber die Kristallflächen im Inneren sind härter als 7 - lassen sich mit Quarzspitze nicht ritzen.

Uwe

Offline McSchuerf

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #9 am: 03 Jul 04, 21:13 »
..o.k. dann könnte es ja hinkommen... ;)

Offline uwe

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #10 am: 04 Jul 04, 10:46 »
Wenn ich mir mein Magnetbruchstück so ansehe komme ich schon ins Grübeln, wie der Magnet hergestellt wurde. Die Kristalle entsprechen in ihrer Anordnung der Magnetform. Es sieht aus, als wäre das Metall in der Form kristallisiert. Das hätte aber dann eine Abkühlzeit von mehreren Jahren oder Jahrzehnten erfodert.

Ich bin kein Metallurge. Vielleicht ist der Guß im starken Magnetfeld erfolgt  ???. Möglicherweise schaut ein Metallexperte mal in dieses Forum. Ich werden deshalb an anderer Stelle mal einen Hinweis auf dieses Thema anbringen. Diese Problematik ist eventuell auch mineralogisch interessant.

Glück Auf
Uwe

Asherlord

  • Gast
Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #11 am: 04 Jul 04, 21:44 »
@Uwe: die Kristallrichtung ist gut zu erkennen, es ist deutlich heller, die Farben stimmen nicht, aber:
 ;D kommt der Sache sehr nahe.
1. bei den verästelten "Kristallen" sieht es aus wie deine Probe, nur viel feiner (ca. nadel-dünn) und total durcheinander.
2. Es besitzt zwar keinen/kaum Eigenmagnetismus, aber Magnetprobe zeigt einen rundherum starken Eisengehalt, weit mehr als angenommen.
3. Beim Schlag mit Hammer gibts oft Funken.

Ich würds nun für metamorph überprägten Schiefer mit einer ebenso metamorph beeinflussten Erzlage halten, zumal auch deutlich Splitter abfliegen,wenn auch nicht direkt vom metallisch glänzenden Material.
Leider riecht es beim Anschlag nicht schwefelig oder so, wodurch man auf verwitterten Bornit tippen könnte. Auch läßt sich nicht sagen, ob das  nun wirklich metalldurchsetzter Schiefer ist oder alles Metalle.
Aber es scheinen doch starke Härteunterschiede vorzuliegen.
Es könnt ebenso unreines Restmaterial einer natürlichen oder industriellen, vielleicht meteorischen Schmelze sein. Was es bestimmt nicht ist: ein durch Ablagerung oder langsame(re) Abkühlung entstandener Erzgang in natürlicher Erhaltung (Kristallgewirr).

Offline uwe

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #12 am: 05 Jul 04, 12:40 »
Also wenn es nicht magnetisch ist, dann kommt ja eine Verwandschaft mit meinem Magneten nicht in Frage.  Funken ? na gut, wenn der Härteunterschied groß genug ist ist das auch bei einer eisenhaltigen Probe nicht unmöglich.

Was wir noch nicht berücksichtigt haben - woher stammen die Stücke eigentlich ? Hast Du eine Ahnung vom Fundort oder der Herkunft ?

Glück Auf
Uwe

Asherlord

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #13 am: 07 Jul 04, 22:50 »
komplett fehlender Eigenmagnetismus konnte ich nicht mit ja oder nein beantworten.
Müsste mal Eisenspäne besorgen.
Die Probe ist bei weitem nicht nur Eisen, dafür fällt die Reaktion des Magneten zu schwach aus.
Vergleich: Stahlmesser so und Stahlmesser in Lederhülle. Kühlschrankmagnet hängt am Brocken so wie an Messer in Lederhülle, aber rundherum ziemlich gleichmäßig.
Diese Probe stammt aus einem Garten, für den keine Vorbebauung oder Nutzung bekannt ist. Untergrund ist eiszeitliches Geschiebe (bei Hamburg), das Ding läßt auch aufgrund seiner Kanten/Flächen vermuten, daß es länger einer Schiebebewegung ausgesetzt war und Teil eines größeren Stücks ist. Flüsse gabs in der Nähe nicht, Elbe ist viel weiter nördlich (bestimmt 20km), Abraumverbringung ist für die Gegend auch unbekannt.

Bei Probe 1 sieht es anders aus: nix genaues weiss man nich (absolut unbekannt, was und woher)

Offline McSchuerf

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Re: 2 merkwrdige Metallbrocken
« Antwort #14 am: 08 Jul 04, 07:51 »
Also es gibt jedenfalls nicht viele magnetische Mineralien:

nur:
Magnetit,
Pyrrhotin (Magnetkies),
Eisen und Nickeleisen (terrestrisch und extraterrestrisch),

und ein paar weitere, wenige Mineralien

 

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