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Autor Thema: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt  (Gelesen 23799 mal)

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Offline Schluchti

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #15 am: 06 Aug 08, 20:20 »
Ich beziehe mich dabei vor allem auf die Duden-Einträge, bei denen stets die Versionen mit K und Z als reguläre deutschsprachige Versionen geführt werden. Auf die Versionen mit C wird dann als fachsprachliche Besonderheit hingewiesen.

So findet man es etwa auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Calcium oder hier http://de.wikipedia.org/wiki/Cobalt

Interessanterweise gab es hier schon einmal eine ähnliche Diskussionen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Cobalt#Kobalt_oder_Cobalt

http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Calcium#Kalzium_oder_Calcium.3F

Offline ZEO

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #16 am: 06 Aug 08, 21:37 »
Hallo,

Melilit anstelle Melilith, oder Skapolit anstelle Skapolith, oder Natrolit anstelle Natrolith,
also mir verursacht das fast körperliche Schmerzen.
Ich muss das zu dem Thema sagen, auch wenn ich gesehen habe, dass das "h" am Ende der Mineralnamen hier nicht viele Freunde hat.

Schönen Abend
Zeo

Offline cmd.powell

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #17 am: 09 Aug 08, 05:50 »
Also eine Angleichung an die chemischen Schreibweisen halte ich ebenfalls für sinnvoll. Ok, früher hat man Calcium ja auch Kalzium geschrieben und ansich dürfte das auch immernoch die korrekte deutsche Schreibform sein, aber letztlich ist eh alles eine reine Gewohnheitsfrage. Wer sein ganzes Leben lang Kalzium geschrieben hat, wird sicherlich mit Calcium nie so ganz grün werden. Wer sich von Anfang an an Calcium gewöhnt hatte, dem fällt das Kalzium schwer. Gleiches gilt sicherlich auch für Natrolit oder Sodalit. Ein "richtig" oder "falsch" gibt es hier wahrscheinlich gar nicht, alles nur ein Trend oder Modeerscheinung, ähnlich wie sich die Rechtschreibung im Laufe der Jahrhunderte verändert hat - mal von der letzten "Holzhammeraktion" abgesehen.

Offline Schluchti

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #18 am: 09 Aug 08, 10:10 »
Ja, das stimmt wohl. Interessanterweise ist wohl schon anläßlich der 2. Orthographischen Konferenz 1901 beschlossen worden, c vermehrt durch k und z zu ersetzen, woran sich die Allgemeinsprache ja auch imme rnoch orientiert. Man hat damals aber auch die "alten" Schreibweisen mit c weiterhin parallel zugelassen. So scheint es noch immer zu sein.

Ehe aber niemand bereit ist, in der deutschen Fachsprache Natrium durch Sodium und Kalium durch Pottasium zu ersetzen, scheint mir dieser Ersatz von k und z durch c nur eine halbherzige Sache ohne Gewinn zu sein. Die internationale Verständlichkeit fördert man durch partielle Scheinangleichungen nämlich nicht. Ein Natriumcarbonat bleibt dann genauso unverständlich für einen Fremdsprachigen, trotz c.  Dann müßte man, und so ist es ja auch gebräuchlich, konsequent sein, und eine Publikation gleich komplett in Englisch verfassen.

Offline stollentroll

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #19 am: 09 Aug 08, 22:23 »
Interessanterweise gibt es jetzt bei der IMA die Tendenz, gerade die englischen Bezeichnunge wie "Sodium....." an die ursprüngliche lateinische Elementbezeichnung anzupassen, also "Natro....".
Gerade offiziell umbenannt wurden:
Sodium betpakdalite in Natrobetpakdalite,
Sodium boltwoodite in Natroboltwoodite,
Sodium-pharmacosiderite in natropharmacosiderite,
Sodium uranospinite in Natrouranospinite.
Auch das ist ein Schritt in Richtung Internationalisierung.


Natrium- und Kalium- in deutschen Publikationen sind für fremdspachige Fachleute natürlich verständlich. Jeder Chemiker und Mineraloge weiß ja, woher die Elementsymbole Na und K stammen.

Glück Auf

Offline Stefan

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #20 am: 10 Aug 08, 01:37 »
Ich würde zusammenfassen, dass eine Tendenz Richtung Harmonisierung auch bei uns besteht. Wie sollen wir das handhaben?

Mein Vorschlag wäre:

Wir tragen die Mineralnamen nach folgendem Schema bei uns als Alternativnamen oder als Hauptname bei uns ein:
- Übernehmen die internationalen meist englisch ausgeprägten Namen mit den geringfügigen Anpassungen wo es möglich ist (-h bei th am Ende und -e am Ende)
- Anpassung des Namens an das chemische Element wo Namensbestandteil

Die bisherigen Namen würden wir natürlich weiter führen. Die Frage die sich stellt, nehmen wir die logischen Namen als Hauptname oder als Alternative auf?

Was würdet Ihr konkret vorschlagen?

Gruß Stefan

Offline caliastos

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #21 am: 10 Aug 08, 13:27 »
also an sich steht das -th am ende meines wissens nach eigentlich zumeist für lithos. da würde ich das -th folglich konsequent lassen. eigenartigerweise fällt mir auch kein mineral mit -th ein. baut ein mineral gleich ein ganzes gestein auf, so wäre die -th-schreibweise an sich legitim.

Offline berthold

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #22 am: 10 Aug 08, 13:46 »
Hallo,

also Hureaulit und nicht Hureaulith? Oder doch Huréaulith  ???

In diesem Fall (nach Typlokailität Huréaux) kann das "th" nicht von "lithos" abgeleitet werden. Zuletzt wurde laut IMA-CNMMN Huréaulite zu Hureaulite - meiner Meinung nach schon ein Unfall.

Gruß
Berthold

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Re: Wie werden die deutschen Mineralnamen festgelegt
« Antwort #23 am: 20 Sep 12, 11:52 »
Zur Verwendung der Silbe "it" bei Mineralnamen gibt es bei dem Wissenschaftsjournalisten Ernst Probst
eine Erklärung,die sehr interessant klingt.Er schreibt in den Anhängen seines Buches "Deutschland
in der Urzeit" (Bertelsmann Verlag,München 1999),dass die Endung "it" bei Mineralen und Gesteinen
auf das griechische "itos" -in Bezug auf oder abgeleitet von-zurückgeht.
Wenn also ein Mineral nach einer Person oder einem Fundort benannt wird,deutet das "it" auf den
Bezug von Mineral und Person bzw. Fundort hin.Im Gegensatz zur Endung "lith", die ja vom
lithos=Stein kommt.
So machen eigentlich beide Endungen einen Sinn.

Gruß Norbert
 

 

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