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Autor Thema: Bestimmungshilfe gefragt, Mineral von der Halde 382 Schlema / Sphalerit  (Gelesen 6611 mal)

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Offline geomueller

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Hallo alle,

brauche wieder mal eure Hilfe für die Bestimmung eines Minerales. Es handelt sich um ein Erzstück von der Halde 382 in Schlema/Erzg. Es besteht aus einem Gemisch aus ged. Wismut und Skutterudit teils mit Quarz-xx. Der Stück ist teilweise angewittert und in Erythrin umgewandelt. In den Hohlräumen mit dem Erythrin sitzen teilweise kleine bis 2 mm große gelbe kugelige Aggregate mit kristallisierten Endflächen. Was könnte das sein?

Ich habe einen Verfacht, möchte aber est eure Meinung hören. Hier ein paar Bilder.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 04 Mar 22, 22:47 von Lynx »

Offline smoeller

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Hallo,

Würde auf ein sekundäres Wismutmineral tippen, Eulytin oder Atelestit. Eulytin könnte schon sein, meine Funde aus dem Schwarzwald sehen genauso aus. Atelestit hat eher wachsartigen bis fettigen  Glanz, kann aber wegen der As-reichen Paragenese auch möglich kein.

Glück Auf!
Smoeller

Offline stollentroll

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Es gibt von Schlema auch bräunlichen, durchscheinenden Bismutit in genau dieser Paragenese.

Glück Auf
der Stollentroll

Offline TT-PP

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Hätte jetzt auch auf Eulytin getippt.

Gruß
peter paul

Offline smoeller

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Hallo,

Die xx auf dem zweiten Bild sprechen meiner Erfahrung nach gegen Bismutit, ist eher für Eulytin typisch.

Man kann es über Härteprüfung machen. Eulytin (H 5,5) wird von Kupferdraht niocht geritzt, aber Atelestit und Bismutit sind weich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline uwe

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Ich habe mal auf der 371 einen Sammler getroffen, der derartige Kristalle als Atelestit bezeichnet hat - wäre angeblich geröngt worden.

Glück Auf
Uwe

Offline geomueller

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Hallo,
danke für die bisherigen Antworten. Also Eulytin wäre auch meine Vermutung gewesen, zumal die Aggregate sehr große Ähnlichkeit zu meinem Eulytin aus Mechelgrün haben, vergleiche hier: www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Deutschland/Sachsen/Vogtland/Mechelgr%FCn/Mineralien/Eulytin

Atlestit wäre auch eine Möglichkeit die man mal weiter untersuchen müsste.

Vielleicht hat ja noch jemand eine Meinung.

Gruß Jürgen

Offline geomueller

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Hallo,

ich will euch nochmals zu den fraglichen Stücken befragen. Mittlerweile habe ich die Stücke mit HCl gereinigt und auch bessere Bilder gemacht, außerdem habe ich gestern auf der Schneeberger Börse einige Erzgebirgssammler befragt, die mich aber auch nicht wirklich schlauer gemacht haben. Deren Meinung ging weit auseinander von Zinkblende (für mich in dieser Paragenese eher unwahrscheinlich), Eulytin (meiner Meinung nach möglich), Kettnerit (auch denkbar) bis zu Bismutit (für mich fraglich aber auch denkbar).

Also eure Meinung ist noch ein mal gefragt. Hier die neuen Bilder.

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 10 Dec 06, 16:25 von geomueller »

Offline geomueller

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und weitere

Offline smoeller

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Hallo,

Am ehesten Atelestit oder Eulytin. Würde immer noch am ehesten bei Eulytin bleiben, aber Atelestit kann ich nicht ausschließen. Habe noch keine Bismutite oder Beyerite gesehen, die so aufgebaut waren. Und Kettnerit kenn ich nur von der Grube Clara als weiße tafelige xx, habe ich nie solch braune Kettnerite gesehen.

Wenn es geht, vielleicht noch bessere Fotos von Einzelkristallen oder größeren Spitzen, dann lässt sich vielleicht an den Formen was ableiten. Ist aber ganz sicher nur per Analyse unterscheidbar.

Einige meiner Eulytine vom Silberbrünnle/Schwarzwald sehen übrigens den hier gezeigten Aggregaten recht ähnlich.

Glück Auf!
Smoeller

Offline geomueller

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Hallo Smoeller,

leider bekomme ich kein bessern Fotos hin, hab schon alles probiert :-\
Ich bin auch noch der Meinung das es Eulytin ist, dann wären es aber super Stufen die ich so aus Schlema/Hartenstein noch nie gesehen habe.

Der eine Sammler auf der Schneeberger Börse war sich 100%ig sicher das er das gleiche Material hat, sogar analysiert, und das es Kettnerit ist. Allerdings ist Kettnerit ein Karbonat (CaBi(CO3)OF) und hätte die HCl-Behandlung wohl nicht überstanden. Oder ist ein Karbonat bei Anwesenheit von Fluor etwa stabil?? Weis jemand etwas darüber??

Gruß Jürgen

Offline Uwe Kolitsch

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Würde auch auf Atelestit oder Eulytin tippen (eher Eulytin).
Die Bi-Carbonate haben alle eine vollkommene Spaltbarkeit, die man an einem angebrochenen Aggregat sehen sollte, falls vorhanden.

Offline geomueller

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Hallo Uwe,

also es sind definitiv vollkommene Spaltflächen vorhanden! Im Gegensatz dazu habe meine Eulytine aus Mechelgrün eindeutig einen muschligen Bruch, was ja für Eulytin auch typisch ist (wie ich gerade gelesen habe).

Also doch ein Bi-Carbonat (Kettnerit)? Was sagst du zu der Frage von oben "Allerdings ist Kettnerit ein Karbonat (CaBi(CO3)OF) und hätte die HCl-Behandlung wohl nicht überstanden. Oder ist ein Karbonat bei Anwesenheit von Fluor etwa stabil?? Weis jemand etwas darüber??"

Gruß Jürgen

Offline Lynx

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