Hallo,
1)pseudowürfelig sagt man zu Kristallen, die zwar einem anderen Kristallsystem angehören, bei denen aber die Abweichungen in den Gitterparametern (Achsenlängen und Winkel zwischen den Achsen) gering von denen eines Würfels (alle drei Achsen a, b, c gleichlang und alle Winkel gleich 90°) sind.
Beispiel aus dem tetragonalen System (c-Achse fast ebensolang wie die gleichlangen a- und b- Achsen). Beispiel: Barium-Pharmakosiderit.
2)Ähnlich auch im trigonalen System, wenn die Winkel zwischen den Rhomboederflächen nahezu 90° sind. ScF3 hat Winkel von ca. 89,8°, das ist fast ein Würfel mit 90°.
Auch strukturell sind pseudokubische Verbindungen den kubischen Strukturtypen verwandt. Es kommt die Symmetrieerniedrigung meist nur durch Verzerrungen beim Einbau größerer oder kleinerer Ionen zustande. So Pharmakosiderit (mit Kalium) = kubisch, Barium-Pharmakosiderit(mit Barium) = tetragonal-pseudokubisch.
Weiteres Beispiel niedrigerer Symmetrie: Glimmer, der ist monoklin-Pseudohexagonal.
Man sieht solchen xx nicht an, dass die Symmetrie niedriger ist. Eher würde man einen verzerrten Fluorit als tetragonal einstufen als einen Barium-Pharmakosiderit.
Glück Auf!
Smoeller