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Autor Thema: Würfelproblem  (Gelesen 5061 mal)

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Offline Wegwerfit

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Würfelproblem
« am: 07 Dec 06, 20:51 »
Hallo

Kann mir jemand erklären was der Unterschied zwischen einem Würfel und einem Pseudowürfel ist ?

Gruss,
Wegwerfit

Offline Erik

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Re: Würfelproblem
« Antwort #1 am: 07 Dec 06, 22:15 »
Meinst Du kubisch und pseudokubisch?

Es gibt das kubische Kristallsystem, in dem alle drei  Achsen des Achsenkreuzes gleich lang sind und sich unter 90° schneiden


Pseudokubisch nennt man Kristalle die nicht in das kubische Kristallsystem gehören, aber so erscheinen. Verzerrte rhomboedrische oder tetragonale Kristalle können beispielsweise so aussehen.

Gruß, Erik

Offline smoeller

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Re: Würfelproblem
« Antwort #2 am: 07 Dec 06, 22:21 »
Hallo,

1)pseudowürfelig sagt man zu Kristallen, die zwar einem anderen Kristallsystem angehören, bei denen aber die Abweichungen in den Gitterparametern (Achsenlängen und Winkel zwischen den Achsen) gering von  denen eines Würfels (alle drei Achsen a, b, c gleichlang und alle Winkel gleich 90°) sind.
Beispiel aus dem tetragonalen System (c-Achse fast ebensolang wie die gleichlangen a- und b- Achsen). Beispiel: Barium-Pharmakosiderit.

2)Ähnlich auch im trigonalen System, wenn die Winkel zwischen den Rhomboederflächen nahezu 90° sind. ScF3 hat Winkel von ca. 89,8°, das ist fast ein Würfel mit 90°.

Auch strukturell sind pseudokubische Verbindungen den kubischen Strukturtypen verwandt. Es kommt die Symmetrieerniedrigung meist nur durch Verzerrungen beim Einbau größerer oder kleinerer Ionen zustande. So Pharmakosiderit (mit Kalium) = kubisch, Barium-Pharmakosiderit(mit Barium) = tetragonal-pseudokubisch.


Weiteres Beispiel niedrigerer Symmetrie: Glimmer, der ist monoklin-Pseudohexagonal.

Man sieht solchen xx nicht an, dass die Symmetrie niedriger ist. Eher würde man einen verzerrten Fluorit als tetragonal einstufen als einen Barium-Pharmakosiderit.

Glück Auf!
Smoeller

Offline berthold

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Re: Würfelproblem
« Antwort #3 am: 08 Dec 06, 08:32 »
Hallo,

... gutes Beispiel ist Würfelquarz. Das sind Quarze, deren Kristallform von den Rhomboederflächen {10-11} dominiert wird. Der Winkel zwischen diesen Flächen beträgt  85,5°, ist also nicht weit vom Würfel weg.

Gruß
Berthold

Offline osito

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Re: Würfelproblem
« Antwort #4 am: 08 Dec 06, 12:07 »
Meine Vorgänger haben das Problem des Würfels ja ganz schön beschrieben.  Ein ähnliches Problem bilden, wie bereits erwähnt pseudohexagonale Kristalle. Ein weiteres Beispiel dafür ist  Aragonit, welcher oft eine pseudohexagonale Form aufweist. Der Grund dafür ist jedoch eine Drillingsbildung (nur so als Ergänzung: Aragonit ist orthorombisch, also nichts mit hexagonal  ;)  )

lg
Mario
« Letzte Änderung: 08 Dec 06, 12:09 von osito »

Offline Wegwerfit

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Re: Würfelproblem
« Antwort #5 am: 10 Dec 06, 18:40 »
Danke für die ausführlichen Erklärungen.

Gruss,
Wegwerfit

 

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