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Autor Thema: Stuttgarter Rätselstein ?  (Gelesen 2762 mal)

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Offline giantcrystal

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Stuttgarter Rätselstein ?
« am: 11 Nov 06, 13:55 »
Hallo aus Mittelfranken

vorgestern war ich beruflich in Stuttgart und habe mir nach meinem Termin das Paläontologische Museum am Löwentor angeschaut. Und obwohl viele der Exponate zur Zeit wegen Umbau abgedeckt sind ...und obwohl ich ja eigentlich kein Fossiliensammler bin, muß ich sagen, das es sich um ein augesprochen sehens- und empfehlenswertes Museum handelt.

Schade nur, das die große Mineraliensammlung in den Archiven schlummert...

Meine Frage nun ist :

Direkt neben dem Museumseingang liegt ein größerer Kalkstein (offensichtlich Malmkalk) , ca 2 x 1 x 1 m groß, der mit eigenartigen wellenartigen oder auch symmetrischen Wulstmustern bedeckt ist. Laut Erläuterungstafel handelt es sich um den Wetterberger (oder so ähnlich) Rätselstein, der vor etlichen Jahren in einer Karstspalte gefunden wurde. Die eigenartige Oberflächenstruktur hat sich indes bisher nicht so recht erklären lassen...

Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei...hat jemand vielleicht ein Bild oder weiß Näheres darüber ?

Glück Auf

Thomas

Offline Schluchti

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Re: Stuttgarter Rätselstein ?
« Antwort #1 am: 11 Nov 06, 19:41 »
Es handelt sich nicht um gelöste und schichtweise wieder angelagerte Eisenverbindungen, die dann die betreffenden Partien verwitterungsfester gemacht hat als die andern Schichten? Das ergibt dann auch so schichtartige und wellenförmige Oberflächenstrukturen.  Ähnliche Phänomene gibt es im Sandstein der sächsischen Schweiz.

Offline smoeller

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Re: Stuttgarter Rätselstein ?
« Antwort #2 am: 11 Nov 06, 22:01 »
Hallo,

Kenne aus dem Muschelkalk des Leineberglandes Drucklösungserscheinungen. Die können dann teilweise auch solche Oberflächen hervorrufen.

Glück Auf!
Smoeller

Offline giantcrystal

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Re: Stuttgarter Rätselstein ?
« Antwort #3 am: 12 Nov 06, 18:28 »
Also Eisenverbindungen sinds leider nicht.. Die Strukturen habe dieselbe weiße - beigeweiße Farbe wie der Rest des Steins

Glück Auf

Thomas

P.S. Ich dachte eigentlich, die Schwäbischen Leut wüßten vielleicht etwas Näheres...aber vielleicht kommt ja noch was...


Offline Markus J

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Re: Stuttgarter Rätselstein ?
« Antwort #4 am: 13 Nov 06, 18:46 »
könnte sich um rippelmarken handeln, habe solche aber bislang auch nur im Sand-/Tonstein gefunden

guckst du hier ;D

gruß markus

http://de.wikipedia.org/wiki/Rippelmarken

Offline smoeller

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Re: Stuttgarter Rätselstein ?
« Antwort #5 am: 13 Nov 06, 19:50 »
Hallo,

@Markus J,

Rippelmarken gibt es auch im Muschelkalk. Der untere Muschelkalk wird wegen der zahlreichen fossilen Rippelmarken auch Wellenkalk genannt. Auch aus dem Jura sollte es so etwas geben.

Hier war aber von einer Karstschlotte die Rede, da dürfte es sich um Lösungserscheinungen handeln. Im Gipskarst kenne ich (u. a. Segeberger Kalkberg) senkrecht verlaufende feine Rinnen durch abfließendes Regenwasser, das den Gips löst. Möglich wäre hier auch was ähnliches. Wasser läuft von oben tropfenweise in die Schlotte und fließt den Stein entlang. Dann kämen ebenfalls Rinnen heraus.


Glück Auf!
Smoeller

 

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