Hallo,
Muss doch noch mal kurz was dazu schreiben:
Bin immer noch erschüttert über diesen Brandbrief der Lapis-Redaktion. Wie so viele, die hier aktiv am Lexikon und Forum mitarbeiten.
Es handelt sich um reines Angstbeißen der Verlierer.
Zeitschriften laufen die Leser weg? Warum wohl?
Ganz einfach: Nicht jeder kann sich ausschließlich an Hochglanz-Artikeln über seltene Mineralien erfreuen, die in den entlegensten Winkeln Chinas gefunden wurden. Viele Sammler haben, sei es aus Interessenlage oder aber-wie so oft- aus rein finanziellen Gründen, für ein bestimmtes Sammelgebiet entschieden. Eine Zeitschrift, die zunehmend diese Leserschaft ignoriert, indem sie Artikel zu lokal bedeutsamen Funden ablehnt (ich verweise nur auf die Diskussionen zu Vorwerk Zinna oder die Gorceixitfunde im Mainzer Raum von McSchuerf), braucht sich über Verluste nicht zu wundern. Ich für meinen Teil lese zwar auch gern die Artikel in der Mineralien-Welt, die nichts mit meinem Sammelgebiet zu tun haben, aber dennoch frage ich mich des öfteren, ob es noch Sinn macht, eine Zeitschrift zu abonnieren, die mir eigentlich auf meinen Spezialgebieten nichts neues vermittelt. Wenn dann auch noch Artikel zu Neufunden, die der ganze Stolz des Sammlers sind, lapidar als uninteressant abgetan werden (siehe oben genannte Diskussionen), ist das sicher ein Grund, von den Zeitschriften Abstand zu nehmen.
Im Internet bekomme ich Infos oftmals viel frischer und vor allem direkter.
* Zu der Behauptung, die Artikel im Internet seien schlecht recherchiert:
ES gibt sicher immer auch negative Beispiele, aber ich denke, dass ich hier wohl für viele Mitglieder des Mineralienatlas spreche, wenn ich einmal den Personen ein Lob ausspreche, die viele Tage über Büchern und vor dem Bildschirm verbracht haben, um hier Artikel zu verfassen, die weder schlecht recherchiert noch fehlerhaft noch ohne Literaturhinweise und Quellenangaben sind. Ich möchte hier nur einmal die Mineralienportraits nennen und Collector und Stefan ein dickes Lob für die Qualität aussprechen.
Einiges zu meinen Artikeln, falls hier mal einer von Lapis mitliest: Nahezu alle von mir beschriebenen Einzelfundstellen sind auch von mir selbst besucht worden. Daher kann ich mir ein Bild von den Fundstellen machen und kenne die dortige Situation. Es geht mir nicht um historische Fundstellen, sondern solche, an denen aktuell noch Funde möglich sind. Also solche, die Ihnen nicht interessant genug erscheinen. Die Recherche zu den Fundstellen umfasste die Lektüre mehrerer, teilweise über 800 Seiten umfassender Nachschlagewerke über Bergbau, Mineralogie und Landesgeschichte. Dann einev Wochenlange Eintragung der Fundpunkte in Karten und dann oftmals mehrere Geländeaufenthalte. Alles in allem meist monatelange Vorarbeiten, Dann saß ich oftmals noch einmal Tage an der abschließenden Fassung als Bericht.
Deswegen spreche ich mit Sicherheit für alle diejenigen, die hier Artikelo für das Lexikon verfassen, wenn ich sage: Es ist einfach beschämend, wenn man hier von einer Zeitschrift bezichtigt wird, schlecht recherchiert zu haben.
Vielleicht sollte man die Lapis-Redaktion dazu auffordern, eine Gegendarstellung zu bringen.
* Zu den Foren: Es ist sicherlich auch immer etwas Mist dabei, aber das ist bei einer öffentlichen Diskussion immer so. Und: Wegen Ihnen müssen wir uns jetzt noch mehr mit sinnlosem Mist befassen. Könnte mir jedenfalls was besseres vorstellen, als 1 Stunde hier Darstellungen zu tippen, aber das muss gesagt werden.
Dafür wird hier aber auch sinnvolles geboten: Nicht nur wenige Belanglose Infos, wie Sie uns das unterstellen, nein hier wird Sammlern geholfen, die Fragen und Probleme haben. Umd das kostenlos, schnell und von kompetenter Seite (meistens zumindest). Sie haben wohl Angst, dass bald niemand mehr Ihre Kleinanzeigen nutzt, Ihre Bestimmungshilfe usw. Wer will schon mehrere Ausgaben abwarten, bis seine Anzeige endlich erscheint, wenn er am selben Tag noch Zuschriften potentieller Interessenten haben kann?
Es ist halt einfach ein Wandel. Wer konservativ bleibt, geht halt unter. Vielleicht sollte die liebe Lapis-Redaktion endlich mal darüber nachdenken, mehr Angebote im Internet bereitzustellen? Meinetwegen mit einer Zugangsbeschränkung auf Abonnenten. Dort kann dann jeder Abonnent seine Kleinanzeigen posten und so weiter. Dort könnten dann auch interessante Artikel Platz finden, die in der Zeitschrift nicht gedruckt würden. Dann noch ein Hilfsforum. Und dann sind wir schon auf dem Gebiet des Mineralienatlas. Wenn Lapis uns auf unserem Gebiet schlagen will, können wir uns Gedanken machen, aber so sind wir in jedem Fall stärker.
Glück Auf!
ein sehr verärgerter Smoeller