Hallo,
ha! Meine Bücher sind mein Steinbruch

oder sollte ich sagen: :'(
Also, obwohl das jetzt ziemlich von der Ausgangsfrage abdriftet:
Es stimmt, Bücher zur Mineralbestimmung bringen einen im Gelände nicht sehr weit,
wichtiger ist es, die Gesteine und allgemeine Geologie ein wenig zu kennen.
Es gibt ein sehr gutes Buch (erstaunlicherweise auf deutsch)
Gregor Markl
Minerale und Gesteine - Eigenschaften - Bildung - Entstehung
Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, 2004
ISBN 3-8274-1495-4
Die meisten deutschen Fachbücher sind für Lektoren geschrieben.
Dieses Buch nicht, hier hat man mal an den Leser gedacht.
Das Buch fängt fast bei Adam und Eva an und kommt trotzdem ziemlich weit.
Es ist für einen Sammelanfänger dennoch sehr starker Tobak.
Soweit ich weiss, gibt es zum Thema Gesteine und Mineralgenese keine vernünftigen
Bücher, die sich wirklich an Sammler richten. Manche versuchen es, aber...
Es gibt z.B. Bücher zur Geologie Deutschlands oder zum Vulkanismus,
die eigentlich sehr um eine anschauliche Darstellung bemüht sind, in denen die Sprache
aber dennoch immer wieder ohne Not ins Fachchinesische abgleitet.
Es nütz halt nix, wenn man Goethe zitiert und dann unter dem ersten Bild
"poikiloblastisch-katathermaler Blubb, frisch abgehangen" steht
(einen poikiloblastisch-katathermalen Blubb gibt es natürlich nicht) .
Aber vielleicht gehörst Du ja zu den Leuten, die es "wirklich wissen" wollen.
Das ist dann furchtbar anstrengend, aber man erweitert seinen Horizont
und plötzlich - komisch... - steht auch in den Bestimmungsbüchern
mehr drin als vorher

Mir wenigstens ging es so. Inklusive Kopfschmerzen.
Ist wie bei den Muckis: wenn man nichts spürt, wächst auch nix.
Ich weiss nicht, wie es mit Deinem Englisch ist, aber es empfiehlt sich
mal ein gelegentlicher Blick in amerikanische Geologie-Bücher.
Sind fast alle schön bunt und anschaulich.
(Weil jetzt gleich alle rumblöken - natürlich steht z.B. im "Neef" oder "Matthes" viel - oder viel mehr - drin.
Das Problem ist, daß die Bücher voraussetzen, dass man die Fachsprache bereits verinnerlicht hat. )
Ein Buch, dass sich wirklich nur mit dem Suchen von Mineralien und Edelsteinen beschäftigt ist:
John Sinkankas
Field Collecting Gemstones and Minerals
Geoscience Press, Tucson, 1988
ISBN 0-945005-00-8
Ein Klassiker, natürlich auf englisch. Der Autor ist leider vor ein paar Jahren gestorben, meines Wissens gibt es keine Neuauflage.
Hier findet man Tips zum Suchen und zum Bergen von Mineralien und zum Gebrauch von Werkzeug.
Inklusive kleine Gesteinskunde.
Da gibt's dann z.B. Bilder von Landschaften und es wird erklärt, warum es hier witzlos ist, zu suchen,
und woanders lohnend.
Noch was richtig "mineralogisches", ist aber schon eher "Hardcore", für Studenten eben:
Hans-Rudolph Wenk, Andrei Bulakh
Minerals - Their Constitution and Origin
Cambridge University Press, Cambridge, 2003
ISBN 0-521-52958-1
Vorteil dieses Buches: die Mineraliengruppen werden nicht "systematisch" (Dana, Strunz) runtergenudelt,
sondern im geologischen Kontext vorgestellt.
Wenn man was zu Feldspäten lernt, redet man gleich auch über Granit und magmatische Differenzierung.
Und Pyroxene bleiben immer langweilig, wenn man nur Bestimmungsbücher hat.
Leider auch nur in englisch. Und, wie gesagt, für Studenten der Mineralogie.
Noch ein Tip
Das Coolste, was man machen kann, ist mit einem Strahler in den Bergen auf Tour zu gehen.
Es gibt ja z.B. Strahler in der Schweiz, die Gruppen-Touren anbieten.
Andre Gorsatt z.B. im Binntal. Das ist mit mehreren ziemlich lustig, "learning by doing".
Ausserdem ist man in der Natur.
Ich finde preislich geht es auch, wenn man das mal mit der üblichen Italienreise vergleicht.
Gruß
Amir